Hat Palästina das Recht ein Staat zu werden?

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14 Antworten

1947 räumte die UNO dem mehrheitlich arabischen Teil von Palästina das Recht ein, einen STaat zu bilden.

Aber das Land wurde dann von Jordanien und Ägypten besetzt, und die machten keinen Staat daraus. Warum?

1967, nach einem Angriffskrieg der arabischen Staaten, eroberte Israel diese Gebiete und wollte einen Staat daraus machen, unter der Bedingung, dass dieser Staat Israel anerkennt und im Frieden mit Israel lebt.

Die Antwort war das berühmte dreifache Nein von Khartum. Die Araber (warum liessen sich die Palästinenser von diesen Arabern vertreten?) wollten keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung von Israel, keinen Frieden mit Israel.

1994 kam die Gründung eines palästinensischen Staates wieder auf den Weg, durch den Vertrag von Oslo. Diesmal wurden die Palästinenser von der PLO und Yassir Arafat vertreten. Ich weiss nicht, ob der ihre Interessen besser wahrnahm als die früheren Vertreter.

2000 zog die palästinensiche Seite sich aus den Verhandlungen zur Staatsgründung mit der israelischen Regierung unter Ehud Barak zurück.

2005 zogen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gaza-Streifen zurück. Darauf brach dort ein ziemlich tödlicher Bürgerkrieg zwischen Hamas und Fatah aus. Hamas gewann und beherrscht seither den Gaza-Streifen. Ich habe nicht wirklich den Eindruck, dass der Hamas-Regierung die Interessen ihres Volkes besonders am Herzen liegen. Es ist eine islamistisch-Fundamentalistische Regierung (ähnlich wie ISIS in Raqqah, vielleicht nicht ganz so schlimm), die gerne einen Krieg fortsetzt, während sie selbst sich im sicheren Ausland (Qatar) befindet.

Die Fatah ihrerseits bemüht sich um Anerkennung des palästinensischen Staates und Mitgliedschaft bei der UNESCO und Beobachterstatus bei der UNO erreicht.

Auch in der Westbank werden von der Palästinensische Autonomiebehörde die Standards eines Rechtsstaates nicht unbedingt eingehalten. z.B. steht auf Landverkauf an Israelis Todesstrafe. Das scheint mir doch etwas übertrieben.

Ob die Hamas und Fatah sich je zusammenraufen können, um einen einheitlichen Palästinenserstaat zu bilden, ist fragwürdig.

Sollen sie also zwei Staaten bilden? einen für den Gaza-Streifen, einen für die Westbank?

Oder soll eine der Parteien die Macht im ganzen Palästinenserstaat übernehmen? Hamas in der Westbank? oder Fatah im Gazastreifen? Da würden noch ein paar tödliche Runden Bürgerkrieg stattfinden, bevor es so weit wäre...

Du siehst also: es ist alles nicht so einfach.

Dieses Recht hatte es schon 1948, als in Palestina zwei Staaten gegründet werden sollten. Die Israelis haben das durchgezogen und ihren Staat, der keinen Platz mehr für einen zweiten Staat auf dem Gebiet liess, errichtet.

Als Schimon Peres und Jitzchak Rabin in Israel regiert haben, hätten die Palestinenser ihren eigenen Staat haben können, aber sie verpassen keine Gelegenheit, eine Gelegenheit zu verpassen.

Jetzt ist der Zug erst einmal abgefahren.

schmerberg 16.02.2017, 11:51

Die Palästinenser haben sich schom massiv gewehrt, aber sie hatten die falschen Freunde.

Hinter Israel standen massiv die USA und viele Länder, die für einen Ausgleich der Gräueltaten des Holocaust standen. Da wurden die Palästinenser einfach untergebuttert -- bis heute!

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dataways 16.02.2017, 12:07
@schmerberg

Die Palästinenser haben sich schom massiv gewehrt, aber sie hatten die falschen Freunde.

Als Kanonenfutter der arabischen Staaten hat man keine Freunde, auch keine falschen.

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Accountowner08 16.02.2017, 12:37

"Die Israelis haben das durchgezogen und ihren Staat, der keinen Platz mehr für einen zweiten Staat auf dem Gebiet liess, errichtet."

Das stimmt nicht. 1948/49 wurde die Westbank von Jordanien und der Gaza-Streifen von Ägypten erobert, und in den folgenden 20 Jahren hatten anscheinend weder Jordanien, noch  Ägypten, noch die Palästinenser Ambitionen, einen Staat "Palästina" auf diesen Gebieten zu gründen.

Bis ca. 1988 hatten die Palästinenser der Westbank die jordanische Staatsbürgerschaft. 

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Exisaur 16.02.2017, 14:07
@Accountowner08

Richtig. Die Israelis haben sich an den UN-Teilungsplan gehalten, obwohl sie damit nicht unbedingt einverstanden waren. Es waren die arabischen Staaten, die einen jüdischen Staat nicht akzeptieren wollten und zum Teil noch wollen.

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dataways 16.02.2017, 15:21
@Accountowner08

Das stimmt nicht. 1948/49 wurde die Westbank von Jordanien und der Gaza-Streifen von Ägypten erobert,

Das mag ja alles sein. Aber Israel hat von vornherein große Gebiete besetzt, die von der UN als arabisches Gebiet ausgewiesen waren. Ganz Jerusalem sollte unter UN-Verwaltung fallen, da hat sich auch niemand daran gehalten

Richtig. Die Israelis haben sich an den UN-Teilungsplan gehalten

Nicht wirklich. Man braucht sich nur den Teilungsplan und dann die Grenzen von 1948 ansehen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/UN_Partition_Plan_For_Palestine_1947_de.svg/615px-UN_Partition_Plan_For_Palestine_1947_de.svg.png

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Accountowner08 16.02.2017, 16:00
@dataways

Wenn es 1948 keinen Krieg gegeben hätte, hätte Israel den Teilungsplan unverändert akzeptiert und übernommen.

Den Krieg von 1948 haben die Araber angefangen, die folgenden Kriege auch.

Irgendwie haben sie nicht kapiert, dass es nicht sehr intelligent ist, Streit zu suchen, wenn der andere stärker ist.

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Tja, völkerrechtlich sicherlich (UN-Charta). Aber leider ist das eine rein machtpolitische Frage.

Sogar den Bürgern Bayerns wird vom BVerfG (trotz dem in Art.25 GG anerkannten Völkerrechtsgrundsatzes des Selbstbestimmungsrechtes der Völker)  eine Abstimmung über eine mögliche Unabhängigkeit vom Bund unzersagt, obwohl Bayern immer noch ein (teilsouveräner Glied-)Staat mit eigener Verfassung ist, der nicht erst gegründet werden müsste.

Resumé : Wenns den mächtigen nicht gefällt, wird auch Palästina den Kürzeren ziehen. Völkerrecht hin oder her.


Darauf gibt es keine absolute Antwort. Es gibt Pro und Kontra - vielleicht wär es sinnvoller, das mit reinzubauen.

Theoretisch: Ja

In Praxis:

Die beiden Politiker Itzak Rabin und Anwar al-Sadat, die auf bestem Wege dahin waren und mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurden, wurden von Radikalen beider Seiten ermordet.

Accountowner08 16.02.2017, 12:41

Begin und Sadat haben den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten geschlossen, das sogenannte Camp-David-Abkommen von 1978.

Dafür haben Begin und Sadat 1978 den Friedensnobelpreis bekommen.

Den Vertrag von Oslo haben 1994 Rabin und Arafat geschlossen, und dafür haben Rabin, Peres und Arafat den Friedensnobelpreis bekommen. 

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Selbstverständlich, schließlich leben die Palästinenser schon seit mehr als 2000 J. in Palästina.

Am 29.11.1947 hat die UN-Vollversammlung mit der Resolution 181 den Teilungsplan für Palästina angenommen. Danach sollte das Land in einen arabischen und einen jüdischen Bereich aufgeteilt werden.

Die Juden haben den Plan akzeptiert, die Araber nicht. Stattdessen haben sie ab 1948 dem Staat Israel immer wieder den Krieg erklärt und haben versucht, die Juden aus zu vertreiben. Jeden dieser Kriege haben die Araber verloren. Leidtragende dieser arabischen Kriegstreiberei sind heute die Palästinenser.  

Und damit du die Präsentation richtig wiedergeben kannst, solltest Du die Frage ob Israel das Recht hat ein Staat zu werden, selber beantworten können.

Ich denke, du mußt diese Frage beantworten, nicht wir.

Offensichtlich nicht, denn sonst würde es nicht immer wieder blockiert werden von den Israelis

In den Augen unzähliger UN-Resolutionen?

Ja!

... und wer hindert dich daran diese Frage zu beantworten? Also ich auf alle Fälle nicht.

Bayern hat auch nicht das Recht, so einfach ist das nicht.

Klar hat es das, ist ja auch anerkannt.

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