Hat Meuthen recht?

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6 Antworten

Der Begriff Lügenpresse ist überzogen und unterstellt eine Instrumentalisierung durch den Staat. In der Hinsicht ist er also Quatsch (auch wenn sich vereinzelte Fälle nie komplett ausschließen lassen). 

Erzieherische Tendenzen und fragwürdige Berichterstattung sind trotzdem real. Fakten werden verschwiegen, andere betont, um ein bestimmtes Meinungsbild zu erzeugen. Auch tönen die großen Zeitungen in vielen Punkten unisono, das macht misstrauisch. Und Bürger anderer Meinung, wie z.B. die Lügenpresser-Schreier, werden auch gerne pauschal diffamiert und mit Nazis in einen Topf geworfen. Das ist aber kein Problem der Zeitung, das ist ein allgemeines Problem unserer Gesellschaft.

Die Linken machen sich regelmäßig lustig über die Paranoia der "Lügenpresse"-Schreier, aber vielleicht sollte man ab und zu zurück an die 60er denken, wo man gegen den Springer Verlag aufgestanden ist. Ich zitiere hier mal die damalige Erklärung die im Rahmen der Proteste 1968 aufgegeben worden ist:

„Das Bündnis von bedenkenlosem Konsumjournalismus und wiederauflebender nationalistischer Ideologie, das die demokratisch engagierten Studenten und Intellektuellen seit Jahren als „Linksmob“, „Eiterbeule“, „akademische Gammler“, „Pöbel“, „geistige Halbstarke“, „Neurotiker“, „Schreier“ und „Schwätzer“ verunglimpft, droht das Selbstverständnis der Deutschen in einer Welt der friedlichen Verständigung, der fortschreitenden Aufklärung und Zusammenarbeit auch zwischen verschiedenen Gesellschaftssystemen abermals zu zerstören.“

Verunglimpfung, ja das kommt einem doch irgendwie bekannt vor. 

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Vermutlich hat er (als einer der wenigen Pegida udn AfD Anhänger) begriffen, dass der Ausdruck Lügenpresse für unsere Medien falsch ist.

Als der Ausdruck "lügenpresse" vor 80 Jahren und mehr geprägt wurde, waren genau die Blätter, die man damals als richtig darstellen wollte, die Lügenpresse, wie z. B. der Völkische Beobachter, oder Der Stürmer.

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Kommentar von Unsinkable2
14.07.2016, 23:58

Eine merkwürdig undifferenzierte Argumentation, wfwbinder:

Weil vor 80 Jahren Lügner mit "Lüge!" argumentierten und dabei teilweise logen (denn dass es nicht immer wahre "Gegenpropaganda" gab, ist zweifellos auch dir nicht entgangen), ist heute die Behauptung "Lüge!" falsch?!

... Bist du sicher, dass du der echte wfwbinder bist? Oder hast du den Account von wfwbinder gehackt und benutzt ihn jetzt gegen seinen Willen?

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Meuthen will wohl, dass die Presse lobend über ihn schreibt. Daher lobt er sie bzw. lehnt den Ausdruck Lügenpresse ab.

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Kommentar von atzef
14.07.2016, 16:11

Du meinst also, Meuthen lügt und täuscht bewusst, damit die Presse ihn lobt? Das ist nicht seine wirkliche Überzeugung? Und die Presse ist so blöd und durchschat das nicht? Nur du...?

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nein, Meuthen hat sich nicht konkret gegen rechtsextremistische Tendenzen ausgesprochen, sondern er hatte wegen des Buchs von Gedeon regelrecht Panik vor einer weiteren breiten Diffamierungskampagne als Antisemit.

Inwieweit Gedeons politikwissenschaftliche Arbeit antisemitisch oder antizionistisch oder israelkritisch oder was auch immer war, sollten unabhängige Gutachter prüfen.

Meuthen reagierte nicht ausgewogen sachlich und hatte auch nicht das Ansehen der AfD im Auge, sondern einfach keine Lust, eine ähnliche persönliche Hetzjagd zu erleben wie Petry (der angebliche Schiessbefehl), oder Höcke und Gauland (der angebliche Rassismus).

Sollte sich Meuthen aus der AfD ausscheiden, trauert ihm kaum einer nach, er ist ein Wirtschaftliberaler und eher eine Art Alternative für FDP, keine Alternative für Deutschland.

Das Problem der AfD ist auch, denke ich, gar nicht der Rechstextremismus, was immer das auch sachlich heissen mag - denn es dient eh immer nur als Kampfbegriff - das Hauptproblem der AfD ist ihre sozialpolitische gähnende Leere.

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Kommentar von atzef
14.07.2016, 18:42

Was meinst du damit, er habe "sich nicht konkret gegen rechtsextremistische Tendenzen ausgesprochen"? "Konkret" hat er tatsächlich von "extremistischen" Tendenzen gesprochen mit Blick auf die AfD.

Hältst du es für sehr wahrscheinlich, er habe damit vor allem anderen die linksextremistischen Tendenzen der AfD im Visier gehabt...? :-)))

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Meuthen ist ein Intelektueller, im Vergleich zum Rest in der AfD.
Vermutlich der einzige Kopf der was taugt.
Gleichzeitig das Potential hat die AfD in den Orkus der Geschichte zu verhelfen.

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hält er den begriff an sich für quatsch oder was meint er? falls ja, dann redet er blödsinn, sieht sogar stevie wonder, dass medien nicht neutral berichten, aber man kann natürlich auch die augen verschließen und denken es wäre nicht so, klar 

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Kommentar von atzef
14.07.2016, 16:08

Steve sieht nichts. Der ist blind. Und selbst, wenn er sehen könnte, würde er nie "Medien" berichten sehen. Das ist ein abstrakter Begriff!

Berichten ist eine menschliche Tätigkeit und insofern immer etwas Subjektives.

Die Verwender des Begriffs "Lügenpresse" hingegen, der ursprünglich in der NPD geboren wurde und heutzutage gleichermaßen von Rechts-wie Linkesextremisten geteilt wird, unterstellen hingegen ein uniformes Nachrichtenbilld, dass aufgrund von Anweisungen an Journalisten zustandekommt. Allerdings bleiben sie jeden Nachweis solcher Anweisungen schuldig...

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Kommentar von atzef
14.07.2016, 16:29

"Den Begriff Lügenpresse haben Sie von mir noch nie gehört, denn ich halte ihn für Quatsch."

So O-Ton Meuthen.

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