Hat mein ehemaliger Arzt noch dieselben Rechte?

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17 Antworten

Ich bin ganz ehrlich: Dein Kind tut mir leid. Unendlich leid.

Welche konkreten Folgen Kiffen in der Schwangerschaft hat, weiß ich nicht. Ich kenne aus eigener Erfahrung nur die von Alkohol in der Schwangerschaft. Und wir haben solche Kinder als Pflegekinder gehabt und sind mit ihnen aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten absolut an unsere Grenzen gekommen. Und dann lese ich:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/drogenkonsum-in-der-schwangerschaft-cannabis-macht-verwundbar-12794681.html

Wie sehr Du Dich auf das Kind freust, das ist das eine.
Wie gut Du das Kind ohne weitere Hilfe versorgen kannst, ist das andere.

Wie gut Du das Kind mit den langfristigen Schäden, die durch Deinen unverantwortlichen Drogenkonsum entstanden sind und sich erst in ein paar Jahren richtig auswirken werden, erziehen und versorgen kannst, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wir hatten in der Bereitschaftspflege solche Kinder, und wir haben die Kinder in befreundeten Pflegefamilien kennen gelernt. Und es braucht oft so viel Kraft und Geduld, um ihnen zu ermöglichen, mit den Verhaltensauffälligkeiten unzugehen, die diese Kinder selbst am meisten belasten. Oft geht es gar nicht anders, als diesen Kindern Psychopharmaka zu geben, damit ihr Stresslevel so weit gedämpft wird, dass sie nicht ständig an der Obergrenze unter Dampf stehen, aggressiv zu anderen sind und ständig selber unter Aggressivität leiden.

Ich gönne Dir Dein Kind, ganz ehrlich.

Aber vor allem gönne ich Deinem Kind eine Umgebung, die nicht noch schlimmer macht, was bis jetzt schon alles kaputt gegangen ist.

Und wenn Dir wirklich an Deinem Kind liegt, dann hör auf Deinen Arzt und hol Dir mit ihm zusammen vom Jugendamt die Hilfe, die Du für Dein Kind dringend brauchst.

Eigentlich hast Du nur zwei Möglichkeiten: Weiterhin bestreiten, wie schlecht es Dir in Wirklichkeit geht, und dafür sorgen, dass Deinem Kind die Förderung vorenthalten wird, die es dringend braucht.

Oder eingestehen: Du brauchst Hilfe für Dich und Dein Kind. Und Du gehst freiwillig zum Jugendamt und bittest um diese Hilfe und lässt Dich drauf ein. Das mag manchmal lästig sein. Aber es hilft Dir! Und vor allem: Es hilft Deinem Kind.

Und bei dem, was Du mit Deinem Drogenkonsum jetzt schon im kleinen wachsenden Körper und seinen Nervenzellen angerichtet hast, ist es Deine mütterliche Pflicht, für Dein Kind alles zu tun, womit Du den Schaden möglichst gering hältst und weiteren Schaden für Dein Kind minimierst.

Was Du mit Deinem Leben machst, ist mir hier aus der Ferne egal. Es ist Dein Leben.

Aber hier geht es um Dein Kind. Und da ist es gut, wenn auch andere sein Wohl im Blick haben. Du kannst Dich diesem Blick immer wieder entziehen. Umziehen, neuer Arzt, neues Jugendamt. Ein bisschen Schwund ist bei der Weitergabe der Akten immer, und es gibt kein Jugendamt, das nicht völlig überlastet wäre. Aber es geht immer zulasten Deines Kindes, für das Du eigentlich da sein willst.

Triff Deine Entscheidungen. Triff sie für Dein Kind. Und was gut für Dein Kind ist, ist auch gut für Dich.

Hallo,

ein respektloser oder unfreundlicher Umgang mit dir steht dem Arzt nicht zu. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, das ist ein No-Go. Da wir hier natürlich nur deine Seite kennen, lasse ich das mal so stehen.

Als ich deinen Post zum zweiten Mal gelesen habe und dann auch die andere Frage sah, wurde ich dann aber stutzig.

Wenn ich die Fakten aus den wenigen Informationen hier zusammenfasse, sieht das so aus:

  • junge Frau, Alter wird nicht genannt
  • ist erwebsunfähig
  • lebt von Hartz 4
  • gehobener Schreibstil, korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung, großer Wortschatz
  • Gewohnheitskonsumentin THC
  • lebt seit 5 Jahren in fester Partnerschaft
  • ist ungeplant schwanger
  • hat während der Schwangerschaft THC konsumiert
  • verschiebt zwei Blutuntersuchungen
  • will Urinprobe nicht beim kritischen Frauenarzt abgeben

Fragen:

  • Warum nennt sie ihr Alter nicht? Noch so jung?
  • Warum erwerbsunfähig in dem Alter? Psychiatrische Vorgeschichte?
  • Hartz 4, muss umziehen. Was ist mit dem Lebensgefährten? Keine gemeinsame Wohnung?
  • Wenn die FS jung ist und vor 5 Jahren plus 6 Monaten Schwangerschaft konsumiert hat, war sie zumindest da noch minderjährig. Möglicherweise < 15 Jahre alt. Ein reiner THC-Konsum ist eher selten. Was ist mit Alkohol und Nikotin? Wie steht es um andere Rauschmittel?
  • Wurde der THC-Konsum sofort nach Bekanntwerden der Schwangerschaft gestoppt?
  • Raucht die junge Frau (noch)?

Ich möchte dir wirklich nichts unterstellen und mich auch nicht in deinen Lebensplan einmischen.
Wenn ich mir die Liste so anschaue, dann liege ich jedoch nah bei deinem Arzt. Es ist für mich plausibel, dass er sich Sorgen macht, ob das Kind in schützende Verhältnisse geboren wird.

Wenn du das Vertrauen verloren hast, dann wird es jetzt schwierig. Ein Arztwechsel im 6. Monat ist keine Kleinigkeit. Vielleicht solltest du im Vertrauen mit deinem Hausarzt sprechen. Möglicherweise hat der eine Idee, wie man das für dich, das Kind und den Arzt wieder hinbekommen kann. Oder wie du bei einem anderen Arzt unterkommst.

Alles Gute.

Er sagte, das wenn er da keine Änderung bemerken würde, er das JA einschaltet

Tja, das scheint ein vielleicht unfreundlicher, aber verantwortungsvoller Arzt zu sein. Ich hoffe sehr für das kommende Kind, dass er das Jugendamt einschaltet.

Du kannst den Arzt wechseln, klar, aber dann wird er hoffentlich erst recht das Jugendamt einschalten.

Kopfschüttel.

Es war ein Ausrutscher

Nein, es war kein Ausrutscher. Vielleicht solltest du einfach mal Verantwortung für deine Taten übernehmen. Ich, als Arzt, würde das Jugendamt sofort informieren!!!

> Ich wollte vorher schon wechseln

Ich würde einen Arzt, zu dem ich kein Vertrauen habe, sofort wechseln. Es sei denn, er ist der einzige seiner Fachrichtung in weitem Umkreis.

> und wenn ich es jetzt tun würde hat er dann noch ein Anrecht darauf das JA zu informieren?

Und wenn er es nicht hat - wieso glaubst Du, dass er es nicht trotzdem macht?

Und wenn Du so drogenfrei bist wie Du schreibst, wieso siehst Du solche Probleme darin, wenn der Arzt Dir das JA auf den Hals hetzt?

> heimlich ein Screening angefordert

Du kannst bei Deiner Krankenkasse in Erfahrung bringen, welche Leistungen der Arzt abgerechnet hat. Aus eigener Tasche wird er es ja kaum bezahlt haben:
https://www.der-querschnitt.de/archive/12188

Unabhängig von diesem Arzt solltest Du Dir aber Gedanken machen, wie Du Dein Leben in den Griff bekommst.

Also erstmal steht der Arzt unter ärztlicher Schweigepflicht, er kann nicht wegen eines Verdachtes einfach das Jugendamt einschalten, die ärztliche Schweigepflicht gilt auch gegenüber dem Jugendamt, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und auch gegenüber einem Gericht, auch ein Richter kann diese nicht aufheben. Einfaches Beispiel: Selbst wenn ein Patient dem Arzt erzählt das er jemanden umgebracht hat, darf der Arzt nicht die Polizei informieren, auch das wäre ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht. Einzige Ausnahme wann ein Arzt die Schweigepflicht brechen kann, ist die Verhinderung zukünftiger Straftaten, wenn der Patient dem Arzt sagt das er erst noch jemanden umbringen möchte, dann darf der Arzt das der Polizei melden. Der Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht ist dann durch vorliegen eines rechtfertigenden Notstandes zwar objektiv ebenfalls gegeben, jedoch nicht rechtswidrig und daher straffrei. Ob eine mögliche Kindeswohlgefährung aufgrund bloßer Mutmaßungen das rechtfertig, wage ich zu bezweifeln. 

Ich kann dir nur vom Hören anderer Fälle sagen, als Mutter, die mit Drogen oder einer Alkoholsucht überführt wird, hast DU nicht mehr diesselben Rechte wie eine Mutter ohne diese Probleme. Besonders wenn du sehr fleißige JA Beamten hast oder einen Kindesvater, der dich anzeigt. Die anderen Punkte, wie alleinerziehend, Hartz4, ungewollte Schwangerschaft sind unwichtig und interessieren keine Sau, nur welche, die hier die Moralapostel abgeben wollen.

Schau', dass deine Wohnung sauber und aufgeräumt ist, falls JA Mitarbeiter unangemeldet auf Besuch kommen, es macht sich gut, wenn du sie zwar überrascht, aber mit gutem Gewissen sie reinlassen kannst. Sehe zu, dass du im Kühlschrank oder Speisekammer mehr als nur Bier und Zigaretten hast ;-)

Als mich mein Ex wegen Verwahrlosung und Gefährdung des Kindeswohls gemeldet hat, wollten die 2 Tanten vom JA alles sehen: Bad, Speisekammer, Kühlschrank, natürlich die Kinderzimmer. Wenn du aber einmal einen solchen unangemeldeten Besuch mit guten Noten hinter dir hast, kommen die nicht ein zweites Mal (zumindest beim gleichen Vorwurf).

Der Arzt tut sicher gut daran dem Jugendamt eine Meldung zu machen.

Nach der Geburt wird sich das Jugendamt häufiger bei dir melden und dich kontrollieren.

Bei deiner Vorgeschichte ist dein Kind gefährdet und du musst damit rechnen, dass dein Kind auf der Neo einen Entzug machen muss.

Man muss sich als Arzt nicht anstrengen um zu merken, dass eine Patientin Drogenabhängig ist.

Hör auf dich selber zu belügen und reiss dich zusammen.

Hallo,

Um das hier mal auf den aktuellen Stand zu bringen, (ich habe ja nicht mehr wirklich geantwortet) ich habe jetzt eine Sozialhilfe von dem Jugendamt gestellt bekommen. Weder mein ehemaliger FA noch jemand anderes hat mir diese zukommen lassen, das habe ich selber in die Hand genommen. Es schadet nicht mir anderweitig Hilfe zu holen, da haben die meisten von euch recht. Wie und wann ich alle Karten offen lege, und erzähle was ich getan habe, wird die Zeit bringen. Wichtig ist, das mein neuer Gynäkologe von dem Ausrutscher (ich nenne es mal weiterhin so) und der Zeit vor der Schwangerschaft weiß. Auch von ihm bekomme ich tatkräftige Unterstützung, wofür ich sehr dankbar bin. - Ich hätte wohl schon früher wechseln sollen..

Alles in allem fühle ich mich auf einem gutem weg und glaube fest daran das wir zwei das meistern werden. Ob ihr es glaubt oder nicht, diese Situation hat mir bewiesen wie sehr ich mein Kind jetzt schon liebe.. und ich könnte mir mehr als nur in den Hintern beißen, für das was ich getan habe. Ich kann es selber gar nicht mehr nachvollziehen wie ich auf diese Idee kam.

Ich hoffe die meisten von euch wünschen uns Glück für die Zukunft.

Vielen Dank für eure Kooperation

Ich denke er darf und muss gewissermaßen auf Verdacht das JA einschalten.Es geht schließlich um das Kindeswohl. Dir wird ja nicht direkt dein Kind weggenommen, vielleicht wird dir in den ersten Monaten ein Betreuer zur Seite gestellt, wenn das JA sonst das Gefühl hat, dass du mit der Schwangerschaft und dem Kind nicht total überfordert bist. 

Du schreibst selbst, dass du einen Joint geraucht hast, das sind nunmal Drogen, auch wenn es nur ein Ausrutscher war, weißt du nicht, ob es nicht doch noch mal passiert. Ich denke nicht, dass der FA aus Trotz das JA einschaltet, sondern weil er vielleicht wirklich bedenken hat.

Du schreibst auch, dass du noch recht jung bist, und vielleicht ein Jahr später besser gewesen wäre, vielleicht ist es dann ja auch nicht schlecht, wenn du noch eine professionelle Unterstützung bekommst. Damit will ich dir nichts vorwerfen oder so, aber objektiv gesehen, kann es ja nicht schaden.

Du könntest aber auch einfach noch mal mit dem FA reden und ihn vielleicht auch um Tipps bitten. Wenn er merkt, dass du versucht etwas zu ändern und auch Verantwortung übernimmst, ändert sich seine Meinung vielleicht ja noch.

Wenn er dich allerdings wirklich ungerecht behandelt und du dich unwohl fühlst, würde ich den FA wechseln, natürlich kann es sein, dass er das JA dann einschaltet, aber wie gesagt das möchte ja auch, dass das Kind bei den Eltern auswächst.

Man sollte in der und nach Schwangerschaft nicht mehr Kiffen, rede mal mit dem Arzt. Wenn es nicht klappt wechsel mal. Er hat das recht das JA einzuschalten, aber wenn du dieser JA person zeigst das ihr gute Eltern seid (was ich nicht bezweifle) passiert nichts.

Meinstens Kifft man ja weil, man vielleicht früher probleme hatte oder auch jetzt.
Wenn du dein Baby liebst höre auf, es schadet dem Baby auch wenn es auf Welt ist, wenn es dein Partner auch macht versucht beide aufzuhören, zum wohl des Kindes.

Erstmal bedanke ich mich für die hilfreichen antworten, auch für die nicht hilfreichen. :)

Ich muss mich für nichts rechtfertigen. Und ja genau, es ist im Endeffekt mein Pech. Ich bin nicht auf den Kopf gefallen und gebe meine Fehler offen zu. Hätte ich mit Sicherheit auch beim Frauenarzt gemacht aber bestimmt nicht bei diesem Umgang. Niemand hätte das getan.
Also an die Mädels, die meinen mich belehren zu müssen, lässt es einfach. Ich weiß was richtig und falsch ist. Zeig mir mal einer einen Menschen der fehlerfrei ist und nie Dinge getan hat die er jetzt bereut.
Zu solchen Kommentaren werde ich auch nicht mehr antworten.

Was ich aus den produktiven antworten kam nehme ich gerne an mich. Ich werde morgen wechseln und wenn er das mag dann soll er das JA informieren. Das würde er denke ich so oder so tun. Was mich beruhigt zu hören ist das sie einem das kind nicht gleich wegnehmen. Auch noch mal zum mitschreiben, ich scheue mich nicht davor Hilfe anzunehmen wenn es wirklich nötig ist. Ich habe sehr schlechte Erfahrung mit dem JA hier gemacht und würde alles andere mehr begrüßen als das.

Das würde er denke ich so oder so tun.

Das hoffe ich sehr.

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Was hast du eigentlich für ein Problem?? Du rechtfertigst dich hier am laufenden Band. Hör verdammt nochmal auf zu kiffen und krieg dein Leben auf die Kette. Wenn alles gut ist musst du auch keine Angst vor den JA haben.

Er darf und sollte es tun zum Wohle des Kindes.

Ja, seit 2012 duerfen Aerzte das.
Ist das Kindeswohl gefaehrdet sind sie von ihrer Schweigeplficht entbunden.

Was hat sich diesbezüglich 2012 geändert?

§ 34 StGB "Rechtfertigender Notstand" war doch vorher schon.

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@Dahika

§ 8a greift hier nicht, da es in der Frage um einen Arzt geht, nicht um den Träger einer öffentlichen Einrichtung oder das Jugendamt.

Die Frage war ja explizit, welche gesetzliche Grundlage sich 2012 geändert hat, sodass der Arzt seine Schweigepflicht brechen darf indem er das Jugendamt informiert.

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Pech für dich, dann nimm halt keine Drogen...Wenn du wirklich nix zu verbergen hättest, würde dich die Aussage von Arzt nicht so aus der Fassung bringen...Damn hättest du auch nix zu befürchten...scheinbar erzählst du hier nur die halbe Wahrheit...hoffentlich wird das JA benachrichtigt

Ein Arzt stellt nicht leichtfertig eine Drogensucht in den Raum.

Und deine Behauptung, alles im Griff zu haben, erhärtet den Verdacht erstmal.

Dann erst recht ...

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