Hat man mit ABS einen längeren oder einen kürzeren Bremsweg?

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Die Frage ist zwar schon beinahe 10 Jahre alt, das Thema aber dennoch aktuell, es könnte ja immer mal wieder jemand darüber stolpern, daher die "Leichenschändung".

ABS verkürzt den Bremsweg in den seltensten Fällen.
Bei niedrigen Geschwindigkeiten und auf Schnee kommt man ohne ABS meist schneller zum stehen, so viel wurde ja auch schon geschrieben. 
Allerdings kann man selbst auf einer nassen Fahrbahn, und bei hohen Geschwindigkeiten auf trockener Fahrbahn, ohne ABS schneller zum stehen kommen.
Natürlich nicht, wenn man stur das Bremspedal durchtritt, wie das in sämtlichen Vergleichen stets gemacht wird um die vermeintliche Überlegenheit des Systems zu demonstrieren, sondern wenn man die Bremse leicht löst, sobald man spürt, dass ein Rad zu blockieren beginnt.
Der Nachteil dabei ist, dass man das zum Ersten üben muss (am Besten nicht im öffentlichen Straßenverkehr), und dass zum Zweiten meist nur ein einzelnes Rad blockiert, man die Bremse aber für alle Räder löst. 
Das kann ABS natürlich besser, hier kann die Bremse für jedes Rad einzeln gelöst werden, was die Gefahr, dass das Fahrzeug ausbricht, minimiert. 
Der durchschnittliche Fahrer, der in einer Gefahrensituation meist mit einer gesunden Portion Panik reagiert und natürlich eher dazu tendiert, voll auf die Bremse zu steigen, profitiert von ABS dann aber in den allermeisten Fällen.

Dazu kommt dann eben noch die Sache mit der Lenkbarkeit, die in vielen Situationen natürlich recht nützlich und hilfreich ist, etwa bei einem Stauende auf der Autobahn, wenn man auf den Seitenstreifen bzw. eine freie Spur ausweichen kann.
Das ist aber nicht immer möglich, gerade in der Stadt bei dichtem Verkehr hat man oft keine Möglichkeit auszuweichen, und dann ist ABS wieder von Nachteil. 

Alles in Allem ist ABS nicht ohne Grund in mittlerweile zum weltweiten Standard geworden, der Otto-Normalfahrer ist damit einfach sicherer unterwegs, was aber nicht automatisch heißt, dass jedes Fahrzeug ohne ABS automatisch eine Gefährdung für sich und Andere darstellt.

MfG, McGrey

Die Reibungskraft hat überhaupt nichts mit der Auflagefläche zu tun @Knowledge, sondern ist das Produkt aus Normalkraft, Reibungskoeffizient und normierter relativer Geschwindigkeit. Deshalb ist auf glatten, festen Oberflächen der Bremsweg normalerweise kürzer, weil der Gleitreibungskoeffizient, wie richtig festgestellt wurde, meist geringer ist als der Haftreibungskoeffizient. Stell dir mal eine schwere Kiste vor und versuche sie auf ebenem Boden zu schieben. Erst passiert nichts, dann gibt es einen Ruck und wenn sie erst mal in Bewegung ist, dann geht das verhältnismäßig leicht. So ist das mit dem Auto. Wenn es anfängt zu rutschen, dauert es länger bis zum Stillstand, als wenn das ABS die Bremskraft optimal regelt, d. h. ohne Schlupf.

Das Antiblockiersystem (ABS), in der StVZO "Automatischer Blockierverhinderer" (ABV) genannt, ist ein in Verkehrsmitteln verwendetes technisches System zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Es wirkt vor allem in Gefahrensituationen, indem es bei starkem Bremsen (Vollbremsung) der Blockierneigung der Räder durch Regelung des Bremsdrucks in kurzen Intervallen entgegenwirkt. Das durchschnittliche menschliche Reaktionsvermögen reicht in aller Regel nicht aus, um in gefährlichen Situationen die Bremskraft richtig zu dosieren. Das ABS in modernen Kraftfahrzeugen ist dagegen in der Lage, das Bremsverhalten jedes einzelnen Rades nahezu optimal zu steuern. Es bewirkt in erster Linie nicht eine Verkürzung des Bremsweges, der sich in manchen Fällen sogar verlängern kann, sondern sorgt hauptsächlich dafür, dass das Fahrzeug im besten Falle während des Bremsvorgangs vollständig steuerbar bleibt und nicht ausbricht.

Quelle? Kurz gesagt: ein blockierendes Rad bremst etwas schlechter als eines das sich gerade noch dreht. Der Hauptvorteil ist aber das die Lenkbarkeit des Fahrzeugs erhalten bleibt.

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@Crack

Falsch. Blockierende Räder ermöglichen auf trockener Strasse und auf Schnee (durch den Schneekeil vor den Rädern) kürzere Bremswege.

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