Hat man in der DDR, wenn man sich gefügt hat auch gut leben können?

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9 Antworten

Viele bekannte von mir, die im osten aufgewachsen sind und auch einen teil ihres erwachsenenalters dort verbracht haben, dass die DDR garnicht so schlimm gewesen sei. Sie kannten das system ja von geburt an. Wenn man einst allerdings diese freiheit hatte, war es schon sehr schwer. Im großen und ganzen denke ich aber, die meisten menschen waren nicht so unzufrieden mit ihrem leben

AntwortMarkus 12.09.2016, 21:36

Ja der Mensch ist ein Gewohnheitstier.  

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Bis etwa Mitte der 1970er Jahre waren die Lebensstandards Ost/West vergleichbar.
Das änderte sich als die Russen begannen für ihre Öllieferungen Devisen von der DDR zu fordern, statt der bis dahin geltenden Transferrubel.

Immer schon galt zu DDR-Zeiten, wer Zugang zu DM hatte konnte sich mehr leisten, als andere.

Ab Mitte der 1980er Jahre war Schluß mit lustig, die DDR konnte zunehmend die Bevölkerung nicht mehr versorgen.

Viele haben die mangelnde Freizügigkeit bedauert, weil so Auslandsreisen nur in bestimmte ("befreundete") Länder möglich war. Auch der Mangel an Konsumgütern war kein Anlass für Glückseligkeit. Na ja, und das Wissen um die Stasi und ihre Machtbefugnisse war auch nicht der Gipfel des Wohlbefindens.

Es kam darauf an, was du vom Leben erwartest hast. War es das Häuschen mit Garten, Familie und Sonntagsausflug, so kamst du durchaus auf deine Kosten, wenn du fleißig warst (auch wenn der Hausbau oder -ausbau wegen ständiger Materialengpässe und fehlender bzw. teurer Handwerker - letzteres bei Feierabendarbeit auf eigene Rechnung -  recht mühsam war). Und um von A nach B zu kommen, tat´s auch der Trabi oder Bahn und Bus - damals war die Bahn noch bezahlbar, und es gab viele Sonderangebote, z. B. die Sonntagsrückfahrkarte. Für dieses Leben brauchtest du dich nicht einmal irgendeiner Parteidokrin zu fügen.

Was soll diese provokante Frage? Sie impliziert, dass man zwar gegen das System war, aber sich fügen musste, um "gut zu leben". Oh, heilige Dummheit dieser Nach-DDR-Generationen!

Geh doch einfach mal davon aus, dass viele Menschen mit dem System zufrieden waren, und genau deshalb gut leben konnten. Heutzutage hast Du mehr Menschen, die mit diesem System hier angeblich zufrieden sind und trotzdem bis Oberkante Unterlippe in der Sch.ße stehen! Geht es denen nun  besser?

Man konnte gut leben solange man sich nicht offen und öffentlich gegen die Belange des Staates gestellt hat - auch mit wenig Bananen.

Du hattest immer eine Grundversorgung. Du bekamst genug zu essen , zu trinken , zu wohnen , eine medinische Versorgung , Arbeit hattest du auch immer , egal ob du wolltest oder auch nicht. Wenn du dich an deine Lebensverhältnisse angepasst hast , hattest auch immer Sicherheit. Insofern wäre dein Leben schon gut , aber nicht luxuriös gewesen.

Huckebein3 12.09.2016, 09:59

Grundversorgung? Stimmt! Medizinische Versorgung kostenlos? Stimmt auch. Arbeit? - Immer.
Wenn du mit Luxus das meinst, was man sich über die Grundversorgung hinaus leisten wollte und auch konnte, dann gab es davon auch genügend, allerdings nicht in dem Umfang, wie das heute der Fall ist.
Eines gab es nicht: Tafeln und Suppenküchen für die ganz Armen, weil es die ganz Armen nicht gab. Es gab keine Obdachlosen und keine Bettler an jeder Ecke.


Insofern wäre dein Leben schon gut , aber nicht luxuriös gewesen.

Im Gegensatz zu jetzt, wo jeder luxuriös lebt und sich Luxus auch leisten kann.:):):)
Davon kann ich mich jeden Tag überzeugen, wenn ich durch die Straßen meiner Stadt gehe und die Riesenanzahl von Menschen sehe, die sich ihren Luxus bei KIK gönnen.
Ja, die anderen gibt es auch, aber weniger sichtbar und weit ab vom Prekariat, das es in der DDR auch nicht gab.

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Niemand mußte hungern oder frieren. Alle hatten Arbeit. 

Furino 23.09.2016, 10:08

Manche mußten sogar zur Arbeit anstatt jahrelang zu Hause rumzulungern und sich vom Nachbarn ernähren zu lassen.

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AntwortMarkus 23.09.2016, 12:37
@Furino

Ja es wurde alles subventioniert.  Man hatte Arbeit.  Diese wurde dann einfach so weit aufgeteilt, das alle beschäftigt waren. Ob sie nun auf der Arbeit nur herumgelungert sind und Däumchen gedreht hatten oder nicht.

Offiziell waren alle am arbeiten.

Nicht zuletzt wegen der ganzen Subventionen ist die DDR Pleite gegangen. Mieten für 25 Mark Ost waren keine Seltenheit und zeigen die Perversion.

Hier in der BRD bekommen manche den Hals nicht voll und kloppen Überstunden ohne Ende und meckern dann über die Arbeitslosen.

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Wer sich angepasst hat, konnte in der DDR zumindest sorglos leben. Auch ich wäre gern gen Westen gefahren, aber mit Ostmark wohl nicht so gut möglich.

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