Hat man in Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern überhaupt einen gesetzlichen Kündigungsschutz?

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4 Antworten

Man hat nur einen "Mindestkündigungsschutz"

z. B. bei:

Diskriminierung, Verstoß gegen Treu und Glauben, Verstoß gegen die guten Sitten, zur Unzeit ausgesprochene Kündigung oder Verstoß gegen das Maßregelungsverbot etc.

Der Mindestkündigungsschutz greift nur dort, wo faktisch die
Entscheidung des Arbeitgebers für die Rechtsordnung „unerträglich“ ist.

Dies kann dann der Fall sein, wenn die Kündigung des Arbeitgeber völlig sachfremd und willkürlich ist. Der Arbeitgeber muss ein gewisses Maß an sozialer Verträglichkeit aufweisen.


Das Kündigungsschutzgesetz findet bis auf §§ 4 ff. KSchG keine Anwendung. Jedoch besteht ein besonderer Schutz gegenüber Schwangeren (auch schon während der Probezeit!!), Schwerbehinderten ab einem Grad der Behinderung von 50 sowie Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 30, die diesen gleichgestellt sind. Hier müssen einige Regeln beachtet werden, dass eine Kündigung wirksam ausgesprochen werden kann.

Außerdem kann ein Arbeitgeber sehr viele formale Fehler machen bei einer Kündigung, oder auch beim Verfassen einer Abmahnung, auf die er sich dann bei einer Kündigung berufen möchte. Dadurch kann es sein, dass eine Kündigung nichtig, also unwirksam wird, sofern der Arbeitnehmer innerhalb von drei Wochen ab Zugang der Kündigung Klage beim Arbeitsgericht einreicht. 

Um auch für die Zeit einer nicht wirksamen Kündigung (nachträglich) Gehalt zu erhalten ist es notwendig, dass der Arbeitnehmer nach Erhalt der Kündigung seine Arbeitskraft anbietet, wodurch der Arbeitgeber in Annahmeverzug gerät.


Das Kündigungsschutzgesetz gilt erst ab 10 Mitarbeitern. Hierbei muss jedoch auch die Teilzeitbeschäftigung berücktigt werden.

<20Std/Woche   0,5

<30Std/Woche   0,75

>30Std/Woche     1

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