Hat man früher im Mittelalter die Bibelverse anders als heute abgekürzt geschrieben?

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2 Antworten

Niedliche Idee, aber das funktioniert so leider nicht. Die Verszählung, wie wir sie heute kennen, ist erst seit dem 16. Jahrhundert üblich. Da ist das Mittelalter schon längst vorbei ...

Wenn man vorher eine Stelle aus der Bibel angeben wollte, sagte man etwa sowas wie "im zweiten Buch der Makkabäer" oder "im 140. Psalm". Wo genau in welchem Vers das dann zu finden war, wusste man einfach, oder eben auch nicht. Na ja, Psalm 140 ist ja sooo lang nun auch nicht.


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Deine Idee ist leider anachronistisch. Die Verseinteilung der Bibel kannte man im Mittelalter noch nicht, sie wurde erst 1551 von dem franzsichen Theologen und Calvinisten Robert Estienne eingeführt. Das mittelalterliche Rätsel kann sich also nur auf das Bibelkapitel beziehen, denn die Kapiteleinteilung stammt bereits aus dem Jahr 1206 und wurde von dem Engländer Stephen Langton vorgenommen.

So ein Bibelrätsel ist schon spannend, gerade für einen Roman - muss denn dieses Rätsel aus dem Mittelalter stammen? Wenn es aus dem dreißigjährigen Krieg stammt oder sogar noch etwas später, tut das der Handlung dann sehr weh? Denn dann könnte der Twist mit dem Minus vielleicht funktionieren - so genau war man da nämlich noch nicht mit Punkt, Komma und Strichen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

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Kommentar von annacristina
10.08.2017, 18:38

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Und ja, die Handlung muss im Mittelalter spielen, weil es ein zweiter Teil des Buches ist, eine Fortsetzung der Geschehnisse also aus dem ersten Teil. Vielleicht handelt mein nächster Roman ja aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Da hast du mich auf eine gute Idee gebracht. Liebe Grüße

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