Hat man als langjähriger Mieter auch mehr Rechte?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, nicht zwingend. Das kommt auf Dein Verhalten als Mieter an. Wenn Du zum Beispiel entweder 2 Monate lang keine Miete gezahlt hast, oder eine Monatsmiete schon seit längerem schuldig bist, dann kann Dich Dein Vermieter nach Abmahnung auch fristlos kündigen, da Du ihn Geld kostest und er den Schaden in Grenzen halten will, demnach wird er dann auch Deine Kaution einbehalten, wenn Du die Rückstände nicht begleichst. Wenn man den Rückstand schnell einzahlt, kann man der fristlosen Kündigung noch entgehen, aber dennoch hat der Vermieter dann das Recht, Dich noch mal fristgerecht zu kündigen. Was die regulären Kündigungsfristen anbelangt, so wurden sie vor ein paar Jahren generell auf 3 Monate gesetzt, unabhängig davon, wie lange oder wie kurz man in der Wohnung gewohnt hat.

Was die regulären Kündigungsfristen anbelangt, so wurden sie vor ein paar Jahren generell auf 3 Monate gesetzt, unabhängig davon, wie lange oder wie kurz man in der Wohnung gewohnt hat

Nein, von Vermieterseite beträgt diese bei einer solchen Mietdauer neun Monate...

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@XtraDry

Lies mal meinen Beirag weiter unten. Das habe ich schon gesagt. Im Falle eines vorbelasteten Mieterverhältnisses kann der Vermieter allerdings mit 3 monatiger Kündigungsfrist kündigen.

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@konstanze85

Im Falle eines vorbelasteten Mieterverhältnisses kann der Vermieter allerdings mit 3 monatiger Kündigungsfrist kündigen.

Nein, dafür gibt es keine rechtliche Grundlage. Er kann nur entweder mit der gesetzlichen Frist kündigen (hier: 9 Monate) oder in entsprechenden Fällen fristlos, eine besondere 3-Monats-Frist gibt es nicht...

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@XtraDry

In dem Fall bist Du besser informiert, als die Dame vom Mieterschutzbund, ok.

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@konstanze85

Naja, ist halt mein Beruf. Die Anwälte beim Mieterbund o.ä. sind eh oft nur Ausschuss, ein guter Anwalt würde sich damit kaum abgeben. Eine gute Kanzlei mit Fachanwalt für Mietrecht würde ich als Mieter immer vorziehen, wenn man im Recht ist, hat man mit den Kosten ja keine Probleme, für Finanzschwache gibt's noch Beratungsgutscheine und PKH...

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@XtraDry

Ach so. Gut zu wissen, dass man beim Mieterbund falsche Aussagen bekommt.

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Bei einer fristlosen (außerordentlichen) Kündigung, wenn ein berechtigter Grund vorliegt, spielt die Wohndauer, für den Vermieter, keine Rolle.

Wenn kein schriftlicher Mietvertrag vorliegt, gilt immer die gesetzliche Kündigungsfrist:

http://www.immobilienscout24.de/de/umzug/mietertipps/mieterlexikon/ratgdmbmhkuendigungsfristen.jsp

Sofern der Vermieter einen gesetzlich anerkannten Kündigungsgrund, wie z. B. „Eigenbedarf“ oder „wirtschaftliche Verwertung“ hat (§ 573 BGB), ist es ihm dennoch nicht gestattet, von „heute auf morgen“ zu kündigen. Vermieter und auch Mieter müssen die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten:

3 Monate bei einer Wohndauer bis zu 5 Jahren
6 Monate bei einer Wohndauer von mehr als 5 Jahren
9 Monate bei einer Wohndauer von mehr als 8 Jahren
Ausnahmen bilden hier die fristlose Kündigung und die Sonderkündigungsrechte, die es dem Mieter und dem Vermieter unter bestimmten Bedingungen erlauben, unabhängig von den gesetzlichen Kündigungsfristen, das Mietverhältnis zu beenden.

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