Hat Lese-Leidenschaft Suchteigenschaften? Ist Eskapismus eine Sucht?

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2 Antworten

Natürliche kann es auch hier eine Art Mediensucht geben. Es gab sogar eine ganze Zeit in der Literatur, in der die Lektüre (abgesehen von Lehrbüchern) als verwerflich und gefährlich galt, weil sie den Verstand fesseln und der Realität entziehen kann. Von dem Bildungsfaktor eines guten Buches abgesehen, kann das Lesen aber ebenfalls zu einem (gesellschaftlich gut angesehenem) Suchtverhalten führen.

Eskapismus ist für mich nochmal ein anderes Kapitel, das zwar oft in Verbindung mit Suchtverhalten steht, aber trotzdem gesondert zu betrachten bleibt. Während man sich ja beispielsweise durch überhöhten Alkoholkonsum zu Hause ja schon vor dem Treiben vor der Tür abwendet, ist Lektüre ja eher etwas Gesellschaftstaugliches. Davon abgesehen finde ich ein wenig Eskapismus nur sympathisch und sinnvoll. Jeder sollte auch alleine und in Ruhe mit sich auskommen und nicht dauernd den Gesellschaftsrummel brauchen, hinter dem man sich genauso gut verstecken kann.

Ich lese ebenfalls sehr, sehr viel und finde, dass wir uns zu viele Gedanken darum machen. Jeder sollte das tun, was er gerne in seinem Leben haben will. Der eine macht sich Sorgen, ob er nicht zu viel arbeitet, der andere, ob er nicht zu viel Sex hat, wieder ein anderer heult plötzlich lost, weil er nur noch Computer spielt und keine Freunde hat. Wir sind nur Menschen, niemand kann alles 100%ig genau auswiegen und das perfekte Leben führen. Wenn du Bücher liebst, dann lies sie, aus - Ende!

Eskapismus ist notwendig, um mit der Welt fertig zu werden. Der Spannungsbogen lässt den Körper erschlaffen und hält nur die Endorphinbewegungen im Hirn in Gang.

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