Hat Lenin richtig gehandelt?

6 Antworten

Für das Ende der Zarenherrschaft ist Lenin nicht verantwortlich (nur für das Ende der Zarenfamilie), als Freiheitskämpfer kann man ihn deshalb beim besten Willen nicht bezeichnen. Stattdessen hat er die vom russischen Parlament gewählte provisorische Regierung gewaltsam in einem als Oktoberrevolution verklärten Militärputsch abgesetzt und mit seiner Partei die Regierung übernommen. Die geplante verfassungsgebende Versammlung hat er zwar stattfinden lassen, sie jedoch kurzerhand gewaltsam aufgelöst, als man festgestellt hat, dass es für die Bolschewiki nicht besonders gut aussieht. 

Der folgende Bürgerkrieg in Russland stärkte Lenins straff und zentralistisch organisierte Kommunistische Partei insofern, als die Sowjets – die basisdemokratischen Arbeiter- und Soldatenräte, die im Laufe der Februarrevolution eingerichtet wurden und die der UdSSR ihren Namen geben – in Kriegszeiten, wo es nach straffer Organisation und Zentralismus verlangte, an Macht einbüßten. Diese Entmachtung wurde von der Kommunistischen Partei niemals rückgängig gemacht. 

Lenin hat zwar viel von der Freiheit von Religion gehalten, die Religionsgemeinschaften selbst wurden jedoch Opfer von politischer Verfolgung. Lenin ließ durch seine Geheimpolizei (die Tscheka) natürlich auch andere politische Gegner und ihm nicht positiv gesinnte Teile der Bevölkerung verfolgen und töten. Lenin hat sich im Gegensatz zur Sozialdemokratie nie Illusionen darüber gemacht, dass ein sozialistisches System nur unter der Führung einer diktatorisch agierenden Elite möglich ist und dass man in diesem System entweder ein Rädchen in der staatlichen Maschinerie werden musste oder von ihr überrollt werden würde. Aus diesem Grund nimmt es nicht wunder, dass er den politischen Terror im Strafgesetzbuch verankern hat lassen. 

Lenin als großen, aber gescheiterten Sozialisten zu bezeichnen, der nur das Gemeinwohl des Volkes im Sinn hatte, weil er ein paar Industrien und sämtlichen Grund und Boden unter die Kontrolle seiner Partei stellte, verkennt den schnurgeraden Pfad, der von Lenin zu Stalin führt. Es mag sein, dass Lenin am Ende seines Lebens vor Stalin warnte, die Bürokratisierung seiner Partei bedauerte und die aufkommenden Apparatschiks verabscheute. Aber wie heißt es so schön? Die Geister, die ich rief … 

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. 

Lenin war ein Kind seiner Zeit. Als solches hat er zunächst den Zarismus mit seiner feudalen Unterdrückung und Bevormundung der Bevölkerung bekämpft.

Das ist gut und nicht schlecht.

Weiter hat er dann etwas versucht, was den eigenen theoretischen Grundlagen zuwiderlief - den Sozialismus in einem Land aufzubauen. Aber die notwendigen Voraussetzungen dafür existierten gar nicht. Deshalb ist dieser Versuch wie auch seine nachahmerversuche kläglich gescheitert.

Und nicht nur das. Immer, wenn versucht wird, etwas gegen die Realität und die objektiven Bedingungen durchzusetzen, mündet es unweigerlich in eine despotische Katastrophe. Und so mutierte dann auch dieser fehlgeschlagene Sozialismusversuch in eine blutrünstige und unterdrückerische Orgie, die zig Millionen Menschen weltweit unnütz das Leben gekostet hat. 

Hätte Lenin länger leben können, wäre uns vermutlich Stalin und mit ihm all die ungheuren Grausamkeiten des Kommunismus erspart geblieben - das finale Scheitern wäre aber auch so unweigerlich gewesen.

Kein menschlicher Herrscher ist perfekt. Doch ist auch nicht alles falsch, was sie sagen oder tun.

Wladimir Iljitsch Lenin sagte:

"Jeder muss die volle Freiheit haben, sich nicht nur zu jedem beliebigen Glauben zu bekennen, sondern auch jeden beliebigen Glauben zu verbreiten und den Glauben zu wechseln. Kein Beamter darf auch nur das Recht haben, irgendwen nach seinem Glauben zu fragen: das ist Sache des Gewissens, und niemand darf sich da einmischen."

Solange Lenin die Sowjetunion regierte, konnten sich Gläubige einer relativen Freiheit erfreuen.

Als dann Stalin an der Macht war, war es vorbei mit dieser Freiheit.

1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion.

Stalin versuchte, die Bevölkerung Mobil zu machen. Er holte die orthodoxe Kirche ins Boot. Die Gläubigen wurden in den Krieg geschickt.

Wer aus Glaubensgründen nicht mitmachte, wurde für 25 Jahre nach Sibirien in die Verbannung deportiert. Viele überlebten das nicht.

Also war Lenin in dieser Beziehung der bessere Mann.

ich möchte dich darauf hinweisen, dass bereits Lenin die Orthodoxe Kirche als Befürworter des Zarismus bezeichnete und immer wieder die Worte zitierte:"Das Hause der Romanov (Ein derzeitiger Führer des Klerus) muss getötet werden". Dies warwn zwar nicht die Worte Lenins, jedoch Befürwortete er diese.

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