Hat krieg einen Nutzen?

7 Antworten

  1. es Hilft der Wirtschaft (zumindest unserer Oberklasse), da man nun wieder an, von dem Land welche diese verweigert, die Rohstoffe bekommt.
  2. Man kann seine Herrschaft über ein Land absichern
  3. . . .

Mal abseits von positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft finde ich folgende ethisch-moralische Frage durchaus interessant und diskussionswürdig: Ab wann wird Pazifismus zur indirekten Gewalt durch Nicht-Eingreifen?

Wenn man Kriege ablehnt, dann ja in der Regel, weil man Tod und Verderben ablehnt, die immer Teil eines Kriegs sind. Man möchte, dass Menschen glücklich und in Frieden leben können, dass nicht tausende Menschen sterben, dass sie nicht um ihr Leben fürchten müssen.

Was ist aber, wenn ein Land zum Beispiel von einem üblen Diktator beherrscht wird, der seine Leute misshandelt, foltert und umbringt? Da leben die Menschen ja keineswegs in Frieden und glücklich, ohne von Tod und Verderben bedroht zu sein. Und wenn man hier keinen Krieg startet, obwohl man die Möglichkeit dazu hätte und dieser Krieg die aktuelle Situation beenden und verbessern könnte - ist das dann wirklich noch Pazifismus "im Sinne des Erfinders"? Oder eher eine Art unterlassene Hilfeleistung?

Ich habe solche Diskussionen schon gefüht. Als Antwort erhielt ich, dass auch in so einem Fall niemals eingegriffen werden sollte. Man sollte bei Genoziden lieber zuschauen als einzugreifen. Diese Denkweise halte ich für pervers, zumal die UN als Ultima Ratio auch Einsätze vorsieht, wenn ein schlimmer Diktator anders nicht aufgehalten werden kann.

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Krieg ist ein Innovationstreiber und beschleunigt die Entwicklung.
Das ist ein positiver Seiteneffekt und gerade auch der Einzige, der mir einfällt.

Kurbelt die Wirtschaft an. Die vorraussetzung, damit es nicht ins leere läuft: du musst den krieg gewinnen, um die kohle vom Feind zu holen.

Er ist das wirksamste mittel, um deinen Willen als Staatsoberhaupt durchzusetzen. Ein besiegtes Land kann nicht wirklich nein sagen.

Er ist gut, um deine Position als Staatsoberhaupt zu sichern. Einen Gewinner stellt das Volk nicht so infrage.

Nicht wirklich. Kriegsgüter haben für die Gesellschaft nämlich keinen Mehrwert, ist der Krieg vorbei, verrosten sie oft oder werden für einen Spottpreis weiterverkauft.

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@J0nAs22

aber die güter müssen erst einmal produziert werden, und das Kurbelt zwangsläufig die Wirtschaft an.

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@Johannes818429

Güter die der Staat nachfragt, mit den Steuergeldern der Bürger. Das ist so, als ob du von dir selbst unnütze Güter kaufst und dich dann freust dass du einen Hohen Umsatz hast.

Mir fällt kein Land ein, dass im 2.WK durch Aufrüstung Wirtschaftswachstum vorweisen konnte.

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@J0nAs22

Nun, das dritte Reich hat sich ja mehr oder weniger aus der Massenarbeitslosigkeit damit befreit. Und die Amis sind erst mit dem Zweiten Weltkrieg so richtig die Wirtschaftskrise losgeworden

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@J0nAs22

"als ob du von dir selbst unnütze Güter kaufst und dich dann freust dass du einen Hohen Umsatz hast."

Naja, die AfD hat auch von einer ähnlichen Masche profitiert

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@Johannes818429

Falsch!! Das habe ich tatsächlich lange auch so geglaubt, aber es stimmt eben nicht.

Hitler hat Arbeitsplätze geschaffen, in dem er staatliche (Groß)projekte und Aufrüstung finanziert hat - mit Steuergeldern und Devisen.

Schon Ende 37 waren die Devisen (Gold) fast aufgebraucht, man musste sogar eine Demobilisierung/Abrüstung in Betracht ziehen. Da kam natürlich der Anschluss Österreichs gelegen. Die Enteignung der Juden fällt auch so auf diese Zeit.

Das Gleiche hat man dann bei der Zerschlagung der Rest-Tschechei wiederholt, und als der 2. WK losging wurden systematisch die eroberten Gebiete ausgeplündert (v.a. im Osten).

Das war natürlich auch ideologisch begründet, keine Frage. Aber die deutsche Wirtschaft konnte sich nicht selbst erhalten, die Ausgaben konnten nur durch "Raub" und Enteignung finanziert werden.

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@J0nAs22

es gibt zwar kein Mehrwert für die Gesellschaft, für die Oberklasse aber und die die es kaufen schon, für die die es abgeben nicht.

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@J0nAs22

"Aber die deutsche Wirtschaft konnte sich nicht selbst erhalten, die Ausgaben konnten nur durch "Raub" und Enteignung finanziert werden." So, da haben wir endlich meinen Punkt: Ich habe gesagt, man muss natürlich den Krieg gewinnen und sich die Kohle zurückholen, sonst bringt das alles nichts. Wenn 2 Staaten sich 3 jahre lang bekriegen und dann einfach einen Frieden machen, bei dem alles so bleibt, wie es ist, hat keiner was davon, das ist mir völlig klar

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@Siuto

klar einige Wenige können profitieren, insgesamt profitiert die Gesellschaft aber nicht. Künstliche Nachfrage schadet immer dem Gesamtwohlstand.

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@J0nAs22

Das ist ja gerade der Sin von Kapitalismus, er dient nur der Oberklasse.

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@Siuto

Was hat das mit kapitalismus zu tun? Es ist doch eben das krasse Gegenteil!! Staatliche Nachfrage = künstliche Nachfrage = Sozialismus.

Im Kapitalismus werden im Idealfall keine teuren Waffen hergestellt, weil sie keiner nachfragt. Keiner benötigt Panzer, Raketen oder Abfangjäger; stattdessen werden Konsumgüter hergestellt, wodurch sowohl Konsumenten als auch Produzenten profitieren.

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@Johannes818429

Ich bezweifle trotzdem, dass z.B. Frankreich durch den 1.WK profitiert hat, trotz Reparationen. Die Kosten eines Krieges sind einfach so immens hoch, dass man sie nicht einfach wieder reinholen kann.

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@J0nAs22

Im Kapitalismus ist es das Gegenteil, im Sozialismus wird geschaut was die Bürger brauchen.
Im Kapitalismus ist es nicht Angebot und Nachfrage, wie wir in der US in der Medizinabteilung sehen können: Schlechte, unwirksame, leicht produzierbare, Günstige, Teuer verkaufte, veraltete Antibiotika. Im Sozialismus würden die Bürger das bessere Antibiotika bekommen, für einen Fairen Preis.

Im Kapitalismus wird im IDEALFALL, kein Krieg geführt, das Problem ist jedoch: Nicht jede Regierung unterwirft sich der Heiligen US Regierung, so wie Syrien oder Iraq, es müssen nicht mal Kommunisten sein.
Krieg ist im Kapitalismus nötig, für den Imperialismus, Imperialismus ist nötig, damit die Wirtschaft weiter wächst, der Wachstum der Wirtschaft ist nötig damit es den Bürgern gut geht und der Kapital sich vermehrt ohne alles aus seinem eigenen Land auszubeuten, so dass die Bürger nichts mehr haben (oder sehr wenig).

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@J0nAs22

vielleicht unter dem Strich nicht direkt profitiert, aber zumindest lief nicht alles ins Leere wie bei Deutschland und Italien (ich rede immer noch vom ersten, dort litt Italien auch nach dem Krieg an einer Krise)

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@Siuto

Regierungen haben nichts mit Kapitalismus zu tun. Regierungen stehen eben mehr oder weniger über dem Gesetz, Unternehmen nicht.

Ein Unternehmen darf und kann gar keinen Krieg erklären, muss es auch gar nicht. Es profitiert von einer stabilen Nachfrage nach Konsumgütern. Sinkt die Nachfrage, wird weniger produziert, und steigt die Nachfrage, dann eben mehr. Durch Konkurrenz haben Bürger Zugang zu einer Vielzahl von Produkten, und durch Wettbewerb werden die Produkte immer billiger und effizienter hergestellt.

kapitalismus ist X-mal effizienter als es Sozialismus je sein kann, denn Kapitalismus ist die natürlichste Wirtschaftsform, fast schon wie die Natur. Gute Produkte setzen sich durch, effiziente Unternehmen haben Erfolg, und schlecht wirtschaftende scheiden aus dem Markt aus und werden durch bessere ersetzt. Wie in der Evolution, gute Eigenschaften werden weitervererbt, schlechte scheiden aus, so entsteht am Ende ein stärkerer, flexiblerer Organismus.

Natürlich gibt es auch gewisse Grenzen. Man braucht schließlich eine rechtliche Grundlage, und gewisse Regeln sollte es sicher geben (siehe Monopol).

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@J0nAs22

sagte ich das die Unternehmen Krieg führen können (auch wenn es Privat-Armeen in der US gibt)?
Nein, der Staat führt eben für die Unternehmen Krieg, wo durch diese entlohnt wird, durch die Oberklasse.

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@Siuto

Diese Privatarmeen gibt es nur, weil der Staat sie bezahlt. Hätte der Staat weniger Mittel, würde auch nicht nach Söldnern und teuren Waffensystemen nachgefragt werden.

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Um Leid zu lindern. Dazu zieht die UN auch entsprechende Einsätze vor.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Radikale*r Feminist*in 🏳️‍🌈

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