Hat jemand Erfahrungen mit Psychiatrien und wie es da so abläuft?

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5 Antworten

Ich habe einige Monate in einer Psychiatrie verbracht und kann eher positive Erfahrungen damit vermerken. Natürlich läuft es in jeder Klinik und auf jeder Station anders, doch ganz allgemein gesagt hatte ich schon den Eindruck, dass das Personal dort stets darauf bedacht war, zu helfen, wo es nur ging. Solange man nicht sich selbst oder andere Personen gefährdet (die genaue Einschätzung dessen hängt natürlich vom Betrachter ab), hat man recht viele Freiheiten und dementsprechende Mitsprachemöglichkeiten, was ich persönlich auch sehr gut finde. Auch die Behandlungen an sich sind für viele der Patienten hilfreich - oft bietet sich in einer Psychiatrie eben die Gelegenheit, Behandlungsoptionen wahrzunehmen, die man ambulant nicht oder nur schwer bekommen kann, wie zum Beispiel Gruppenpsychotherapien verschiedenster Art (ich habe zum Beispiel an einer kommunikativen Bewegungstherapie, einer Acceptance and Commitment-Therapie und solchen Dingen teilnehmen können - eben auch Therapien, die es ambulant eher selten gibt) oder intensivere Einzelsitzungen, Sportgruppen, Ergotherapie und so weiter. Auch das Essen ist meist gar nicht so übel und man kann auch einige Leute kennenlernen, mit denen man auch nach dem Aufenthalt noch Freundschaften pflegt. Eine meine ehemaligen Mitpatientinnen meinte mal, dass sie den Psychiatrieaufenthalt fast als Ferienlager betrachtet - scherzhaft natürlich, aber es ist definitiv nicht alles schlecht. 

Negative Erfahrungen hatte ich in sofern, dass es eben auch Menschen dort gibt, mit denen man nicht so gut klar kommt. Ob das nun ein unsympathischer Therapeut ist oder ein nerviger Mitpatient, sei mal dahingestellt. Wenn man auf eine eher allgemeine Station kommt, in der Patienten mit vielen Störungsbildern behandelt werden, kann das dann schon mal ein wenig unangenehm sein. Eine Weile verbrachte ich auf einer geschlossenen Station, da waren die Türen mit einem kleinen Fensterchen zum Durchschauen ausgestattet, wo dann auch mal andere Patienten einfach so ins Zimmer gucken konnten, das war nicht allzu angenehm, aber nervende Mitmenschen hat man ja auch überall... Hm, was noch? Man hat keine Garantie dafür, dass es einem nach dem Psychiatrieaufenthalt besser geht. Man kann Pech haben und mit einem Arzt zusammenarbeiten, der einem so gar nicht passt, mit dem man keine gute therapeutische Beziehung aufbauen kann, und dementsprechend keine Erfolge erzielt. Man kann eventuell auf Medikamente oder andere Behandlungen keine ausreichende Verbesserung der Symptomatik zeigen. Auch kann der psychische Zustand eher schlechter werden. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch reagiert anders auf bestimmte Dinge. Was ich beobachten konnte, war, dass den meisten Mitpatienten geholfen werden konnte, sodass es ihnen wieder besser ging, und das ist, finde ich, doch sehr ermutigend. Ich selbst wurde vor einigen Wochen in die ambulante Weiterbehandlung entlassen und vermisse es fast ein wenig, in der Psychiatrie zu sein, da dort eben immer jemand da war, der sich um mein Wohl gesorgt hat, während zuhause nicht alles sofort und ohne Umstände erreichbar ist.

Bei mir ging es in der Behandlung vorrangig um eine schwere depressive Episode, doch auch um eine Persönlichkeitsstörung.

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Hallo :) meine Erfahrungen sind sehr gemischt. Ich war bisher in zwei verschiedenen Kliniken. In der ersten Klinik hat es mir total geholfen, die Pfleger und Therapeuten waren total nett und haben einem wirklich geholfen. Ich hatte in der Klinik drei Bezugspfleger und es war so das ich in der ersten Klinik ziemlich lang da blieb (1,5 Jahre) da ich sehr lange auf der Kriesenstation war das mein Zustand nicht gut war und erst stabilisiert werden musste um auf die Therapiestation zu kommen, es war so das die Pfleger in der Klinik mehr machten als sie mussten, eine Pflegerin zum Beispiel hat sich oft zu mir gesetzt als ich viel am weinen war und hat mich wieder aufgebaut, es war ein recht freundliches, helfendes Team was einem stets geholfen hat. Das war allerdings eine Jugendpsychiatrie. Dann wurde ich dieses Jahr 18 und kam auf eine Psychiatriestation für Erwachsene in einem Städtischen Krankenhaus.. Da war es ganz anders! Man war einfach eine Nummer die abgefertigt wurde,so fühlte es sich an.. Es gab lediglich ein Pfleger mit dem man halbwegs reden konnte ohne das man das Gefühl hatte man stört sie gerade. Dazu war noch eine Ärztin wo man das Gefühl hatte sie möchte einem echt helfen.. Dann war es so das man eigentlich Therapiegespräche führen sollte, die nie statt fanden weil es auf der Station nur eine Therapeutin gab (für über 20 Patienten) und wenn manche laut wurden, wurden sie ruhig gestellt.. Also ich könnte noch weiter ins Detail gehen aber das würde den Rahmen sprengen.. Es ist wohl so dass wenn es auf der Erwachsenen Station mehr Personal geben würden, dass es viel besser ablaufen würde,da es an sich meistens nette Menschen waren die einfach keine guten Kapazitäten hatten um zu helfen was auf Jugendstationen ist. Ich hoffe ich konnte etwas helfen :)

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Kommentar von gutefragelucy
30.11.2015, 01:16

Ja vielen dank für die vielen Eindrücke!

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 01:16

Kein Problem. Ich wünsche dir alles Gute :-)

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Also ich kann nur, wie gewünscht, von eigenen Erfahrungen sprechen. Vor der Psychiatrie war ich unglücklich. Nach der Psychiatrie schaffe ich nun mein Leben kaum noch selber. Es zerbricht einen innerlich. Die Art und Weise wie man behandelt wird kann man nicht mer verarbeiten. Ich zucke bis heute wenn es klingelt, gehe lieber trotz Verletzungen nicht ins Krankenhaus, aus Angst. Aus Angst ich musste da wieder hin.
Für mich wäre es kein Ausweg und auch niemals nur ein Gedanke wert zu überleben dort hin zu gehen. Es hat nicht geholfen. Es hat zerstört

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psychiatrische kliniken sind sehr sehr unterschiedlich. es gibt welche die freundlich und angenehm sind und welche, die absolut aetzend sind. 

ich weiss nicht, was du dir unter "einweisen lassen" vorstellst. eingewiesen wirst du in der regel dann, wenn du akut selbst- oder fremdgefaehrdend eingestuft wirst. dabei zieht man dich aber lediglich aus dem verkehr. du wirst ruhig gestellt (falls du theater machst) und nach ein paar tagen bist du in der regel wieder draussen. da passiert auch nix mit therapie oder so.

wenn du eine stationaere therapie machen willst, lass dich beim hausarzt (besser psychiater) untersuchen und dir eine klinik empfehlen (oder such dir eine im internet). stell dich auf ein halbes jahr wartezeit ein (oder so).

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Kommentar von gutefragelucy
30.11.2015, 00:23

wenn ich aber Selbstmord gefährdet bin aufgrund der Depressionen und Borderline müsste ich dann trotzdem warten ?

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Kommentar von Mell1990
30.11.2015, 00:32

Nein dann kommst du in die Psychiatrie. Die Stationäre Therapie ist meistens in Kliniken. Das käme dann nach der Psychiatrie wenn man nicht mehr akut selbstmordgefährdet ist

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Kommentar von gutefragelucy
30.11.2015, 00:52

oh okay vielen dank. wenn die Eltern dort anrufen gilt das dann auch als selbsteinlieferung?

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Es ist komplett Mist und bringt überhaupt gar nichts. Meinen Erfahrungen nach. Kommt natürlich drauf an wieso man sich einweisen lässt/eingewiesen wird. Wegen Depressionen etc. bringt es null.

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Kommentar von gutefragelucy
30.11.2015, 00:16

bei mir wäre es Borderline

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Kommentar von gutefragelucy
30.11.2015, 00:22

Wie lang bist du denn dort gewesen?

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Kommentar von gutefragelucy
30.11.2015, 00:29

wird man generell beim duschen und auf der Toilette beobachtet?

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 00:43

Dann warst du wahrscheinlich sehr gefährdet oder? Bei mir war es nur so heftig mir der Überwachung als ich ziemlich selbstgefährdet war und als mein Zustand irgendwann besser wurde, wurde ich nicht mehr so extrem überwacht..

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