Hat jemand Erfahrungen mit einer Inhaftierung?

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1 Antwort

Hat jemand Erfahrungen mit einer Inhaftierung?

Ein paar Monate war ich mal drin. Von daher habe ich eine Erfahrung mit einer Inhaftierung.

Kann man früher entlassen werden?

Ja kann man, wenn man eine Ersatzfreiheitsstrafe absitzt, so wie ich damals.

Wie lange?

Ich hatte eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Monaten bekommen, habe im Gefängnis eine Arbeit bekommen und konnte dadurch meine Haftzeit verkürzen. Jeder Arbeitstag hat die Haftzeit um einen Tag verkürzt und wenn man zwei Wochen gearbeitet hat, kam ein zusätzlicher Tag Haftverkürzung dazu. Zusätzlich hat man dann entsprechend Geld transferiert bekommen, mit welchem man einmal in der Woche einkaufen im Gefängnisshop konnte. Schlussendlich wurden durch diese Arbeit aus 4 Monaten drei Monate.

Wie sieht das Leben danach aus?

Es waren für mich ein paar Monate. Man wird um eine eigentlich unnötige Erfahrung reicher. Wenn man keinen Mist baut, kann man diese Erfahrung vermeiden. Dieser Mist ist nicht, dass man vermeidet, ertappt zu werden, sondern dass man das vermeidet, wobei man eventuell ertappt werden könnte. Wer meint, dass der einzige Fehler war, ertappt worden zu sein, denkt definitiv falsch, denn der einzige Fehler war die eigene Tat oder vielleicht schon Gewohnheit, bei der man ertappt wurde. Manche sehen dies nicht ein und landen schlussendlich immer wieder im Gefängnis.

Ist es sehr schlimm?

Man wird in seiner Freiheit eingeschränkt, was eigentlich ein Grundbedürfnis ist. Wenn man frei ist, scheint es nicht schlimm zu sein, wenn man Stunden an einem Ort verbringt, aber wenn man weiß, dass man einen Ort für mehrere Stunden, insgesamt sogar Wochen, Monate oder Jahre, im schlimmsten Fall sogar sein Leben lang (wenn man etwas so schlimmes getan hat, dass man nach seiner Haftstrafe in Sicherungsverwahrung bleiben muss), dann sieht es schon ganz anders aus. Man kann dann a besten einfach nur lernen, es zu ertragen und gelassen zu bleiben. Denn je gelassener man es hinnimmt, desto besser übersteht man die Haftzeit. Je unruhiger man selbst ist, je schwerer macht man es sich sowohl emotional als auch dahingehend, dass man potentiell eine Unruhequelle ist und daher unnötig eingeschränkt werden müsste.

Wenn du es erwähnen MÖCHTEST, würde mich auch der Grund interessieren.

Ich habe damit eigentlich abgeschlossen, eigentlich mit allem davon seit mehr als 10 Jahren. Von daher sei froh, dass ich so viel erwähnt hatte. Es war keine Tat, mit der ich andere Personen benachteiligt hatte. So viel muss genügen.

Natürlich darf jeder antworten. Nicht nur die, die mal saßen. Sondern auch welche, die sich auskennen. Dankee!

Jene die sich auskennen, die nicht inhaftiert waren, würden nur in Frage kommen, wenn sie im Gefängnis in der Form arbeiten, dass sie auf Gefangene aufpassen, als Sozialarbeiter, oder sonst mit der Organisation eines Gefängnisses tätig sind.

XLiWiX 13.10.2017, 09:56

Super Antwort! Danke!

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