Hat jemand Erfahrungen gemacht, sich Hilfe zu holen, um aus einer Sekte auszutreten, wie z.B. bei jw.help?

Das Ergebnis basiert auf 7 Abstimmungen

ich habe es allein geschafft 85%
ich habe mich an Beratungsstellen o.ä. gewandt 14%
ich habe Hilfe über das Internet bekommen 0%
mir haben Leute in meiner Umgebung geholfen 0%

3 Antworten

ich habe es allein geschafft

Zunächst möchte ich Dxmklvw beipflichten. Desweiteren sollte man sich klar vor Augen führen, dass Sektenmitglieder normalerweise aus freien Stücken, aus eigener Selbstbestimmung in der Sekte sind. „Hilfe“ von außen beim Ausstieg wird vom Sektenmitglied nicht als Hilfe gesehen, sondern als feindliche Handlung gegen sie selbst – etwa so wie wenn ein Jugendlicher den Wunsch hat Ingenieur zu werden, die Eltern ihn jedoch zwingen, Medizin oder Jura zu studieren. Es wird nicht gut ausgehen.

Als Thema zur Frage hast du auch Schuld und Schuldgefühle angegeben. Ich meine, dies ist völlig ungerechtfertigt. Leider gibt es in Deutschland und weiten Teilen Europas erhebliche Probleme in Sachen religiöser Toleranz. Ich hatte das Vergnügen zu erleben, was in den USA unter Religionsfreiheit verstanden wird. Dort kräht kein Hahn danach, ob jemand Zeuge Jehovas, Mormone, Scientologe oder sonst was ist. Es sind einfach andere Anschauungen, eventuell andere Lebensweisen und andere Verhaltensnormen – ganz bestimmt nicht schlechter, verrückter, durchgeknallter oder verbrecherischer als das, was in der Katholischen Kirche (Taufe, ausufernder Kindesmissbrauch), im Islam (Gehirnwäsche, Unterdrückung der Rechte von Frauen) oder im Judentum (Beschneidung/Genitalverstümmelung) praktiziert wird.

Und umgekehrt: So wie die großen Weltreligionen Vertreter vorweisen können, die Großes geleistet haben, haben auch viele kleinere Religionen namhafte Anhänger, auf die sie sehr stolz sein können.

Alles in allem finde ich es schon anmaßend und arrogant, religiöse Minderheiten mit dem heute gewöhnlich abwertend verwendeten Begriff „Sekte“ zu bezeichnen.

34

"religiöse Minderheiten"

es geht nicht darum, dass sie Minderheiten sind, sondern wie mit deren Mitgliedern umgegangen sind

"dass Sektenmitglieder normalerweise aus freien Stücken, aus eigener Selbstbestimmung in der Sekte sind"

und wo lebst du, dass du nicht weißt, dass die meisten als Kind mit ihren Eltern dort reingeraten?

2
24
@anonymos987654

Punkt 1: Die Mitglieder unterwerfen sich freiwillig den Regeln der „Sekte“ und dem Umgang mit ihnen selbst.

Punkt 2: Ich bezweifele das und möchte behaupten, dass sich mindestens ebenso viele mündige Bürger Sekten anschließen wie Kinder in sie hineingeboren werden. Wie sonst hätten die religiösen Minderheiten überhaupt entstehen können? Selbst wenn ich falsch liege: Wie viele Kinder werden in das Christentum oder den Islam hineingeboren und müssen ohne ihre Zustimmung Dinge wie Taufe, Beschneidung, Kirchen/Moscheen-Besuche, Zwang zu beten usw. über sich ergehen lassen?

1
34
@DetlefRuchatz

"Wie viele Kinder werden in das Christentum oder den Islam hineingeboren"

die Frage ist aber, wie werden Leute unter Druck gesetzt, die sich später entscheiden, einen anderen Weg zu gehen

bei den ZJ und anderen Sekten bekommen sie massive Schwierigkeiten unterschiedlichster Art

bei den Christen kann man dagegen einfach seinen Glauben einschlafen lassen und es kräht kein Hahn danach

1
24
@anonymos987654

„Massiv unter Druck gesetzt?“ Zeugen Jehovas werden angehalten, Kontakt mit Aussteigern abzubrechen, nachdem Aussteiger bereits erklärt hatten, dass sie ohnehin nichts mit Zeugen Jehovas zu tun haben wollen. Das ist alles.

Das bringt mich zur nächsten Frage: Warum willst du Leute zum Ausstieg bewegen, wo sie doch dann genau dem „massiven Druck“ ausgesetzt werden, welchen du hier anprangerst?

1
31
@anonymos987654
die Frage ist aber, wie werden Leute unter Druck gesetzt, die sich später entscheiden, einen anderen Weg zu gehen

Drohungen mit der Hölle? Nennt sich auch Indoktrination. Kennt sich besonders der Katholizismus mit aus.

bei den Christen kann man dagegen einfach seinen Glauben einschlafen lassen und es kräht kein Hahn danach

Du tust gerade so, als hätte das keine "Konsequenzen". Noch nie ein Video auf YouTube gesehen, wo eine Person darüber berichtet hat, wie und dass sie das Christentum verlassen hat? Die Kommentare darunter sind nicht gerade... freundlicher Natur - und das Seitens der "Christen".

3
32
@DetlefRuchatz

Man wird immer hineingeboren. In welche Zeit, bei welchen Eltern , welches Land. Es ist alles leider nur Zufall.

Selbst ein Hitler wäre ein anderer Mensch geworden wenn er irgendwann in den 60 ern in Frankfurt geboren worden wäre.

Diese Zufälligkeit ist eigentlich ein Indiz für die Nichtexistenz eines biblischen Gottes.

0
34
@DetlefRuchatz

"Zeugen Jehovas werden angehalten, Kontakt mit Aussteigern abzubrechen, nachdem Aussteiger bereits erklärt hatten, dass sie ohnehin nichts mit Zeugen Jehovas zu tun haben wollen. Das ist alles."

Das hört sich nur vordergründig gut an. Besonders schlimm ist es, wenn Familien dadurch gespalten werden. Eltern und Kinder dürfen dann nicht mehr miteinander reden, Ehepaare auch nicht. Und der Aussteiger selber ist zunächst mal völlig sozial isoliert, weil er bisher seinen Freundeskreis ausschließlich in der Sekte haben durfte. Liebesentzug nennt man das.

"Warum willst du Leute zum Ausstieg bewegen"

Wo schreibe ich, dass ich Leute zum Ausstieg bewegen will? Mir ist lediglich wichtig: Derjenige, der aussteigen will, soll die nötige Hilfe dabei finden, die er am Anfang braucht.

0
24
@anonymos987654

… soll die nötige Hilfe finden …. Wie rührend. Mir kommen fast die Tränen.

Ist es dir genauso wichtig, dass jemand die nötige Hilfe erhält, wenn er sich den Zeugen Jehovas, Scientology, Mormonen oder ähnlichen Gruppierungen anschließen will? Oder gilt dein Hilfewunsch nur, wenn knallharte persönliche Interessen dahinter stehen?

0
38

Sehr ausgewogener Kommentar.

Du schaust über den "Tellerrand" - sehr gut!

1

Ich meine, die einzige wirksame Hilfe ist die, wieder mit dem eigenen Kopf zu denken und den Verstand eingeschaltet zu halten.

Leider klappt das in sehr vielen Fällen nicht, weil die Indoktrination durch eine Sekte gerade diese Fähigkeit dauerhaft beschädigt. Fremdhilfe versagt dann in solchen Fällen auch.

ich habe es allein geschafft

Ich war mal Christ und war mal Muslim, beide Ausstiege habe ich alleine geschafft. Der Ausstieg vom Islam war aber schwierig und zog sich hin.

27

Wie?du warst mal christ?also gläubiger christ?

2
40
@Rb3082

Ich bin sogar konfirmiert! Und war einer der besten im Unterricht. Damals glaubte ich noch, dass Jesus für die Sünden gekreuzigt wurde und fand das schrecklich.

1
27
@joerosac

Ich meine ob du überzeugter christ warst?

0
40
@Rb3082

So wie du und andere hier bestimmt nicht, ich habs eben geglaubt.

1

Was möchtest Du wissen?