Hat jemand Erfahrungen bei Demenzkranken mit diesen automatischen Pillendosen?

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3 Antworten

Guten Morgen, Peter.

Medikamentendi spenser (es gibt sie ja in den verschiedensten Formen und Systemen) sind m. E. für Demenzkranke ungegeignet.da sie zeitlich, situativ und örtlich oft nicht mehr orientiert sind. Das heisst: sie werfen die Wochentage, Tageszeiten,und letztlich die Medikamente selbst durcheinander. Es sei denn, Jemand kümmert sich darum....... Mein Tipp: Es gibt eine "sogenannte Behandlungspflege", die vom Hausarzt verordnet werden kann. Sie hat auch nichts mit der Pflegestufe zu tun; d.h. man braucht keinen Antrag bei der Pflegekasse zu stellen. Diese Leistungen werden auch direkt mit der KRANKENKASSE abgerechnet. Ich habe eine Freundin (50 Jahre), die seit Jahren unter einer manisch-depressiven Erkrankung leidet.Sie ist auch auf Psychopharmaka und andere Medikamente angewiesen und die Caritas kommt 3 mal täglich, um ihr die fertig gestellten Medikamente (unter Aufsicht) zu verabreichen. Also nix mit "horten, sammeln, schummeln", wie es psychisch Kranke gerne machen. Es ist auch wichtig, dass die Betroffenen die Medis zur einigermaßen gleichen Zeit bekommen. Also: lebt Deine Großmutter noch alleine, solltest Du mit dem Hausarzt sprechen, ihm die Sachlage erklären und ihn bitten, diese Leistung (ich glaube, sie heisst "Krankenhausvermeidugspflege") zu verordnen. Ein weiterer - sehr positiver Effekt ist- dass die Mitarbeiter der Sozialstation 3 mal am Tag bei der Oma vorbei kommen, sich von ihrem Allgemeinzustand überzeugen können und sie regelmäßig menschliche Zuwendung bekommt.

Hoffe, ich konnte Dir helfen. FrauLinde

Ich habe mir bei Ebay diese Medikamentendose angeguckt. Das hört sich zuerst recht gut an.

Es kommt aber sehr darauf an, wie weit die Demenz bei deiner Oma fortgeschritten ist.

In welchem Raum deponierst du das Döschen? Wenn die Oma vom Schlafzimmer in die Küche geht, piepst der Melder fröhlich vor sich, während die Oma frühstückt und den Rest des Tages im Wohnzimmer verbringt. Wenn sie mehrmals am Tag Medikamente nehmen muss, wäre das ein richtiges Problem.

Kann sie sich mit „technischen“ Neuerungen noch anfreunden? Wird sie die Dose auch wieder schließen, damit es beim nächsten Mal wieder funktioniert mit dem Piepsen? Behält sie es im Gedächtnis, wenn ihr sagt: „hier ist dein neues Pillendöschen“ und wird sie nicht ihr altes Döschen suchen?

Wenn es ihr schon schlechter geht, nimmt sie möglicherweise das Piepzeichen nicht als Aufforderung zum Tablettennehmen wahr.

Ich pflege selbst einen dementiell veränderten Ehemann und meine, dass nur im allerersten Stadium, wo der Kranke noch weiß, dass er viel vergisst und selbst Hilfe sucht wie Merkzettel etc., ein solches Döschen eine Hilfe wäre.

Zur Lösung des Problems halte ich den Beitrag hier von FrauLinde sehr hilfreich.

Alles Gute! Oma1009

Hallo Peter,

das tut mir Leid mit deiner Oma. Meine Großmutter hatte ebenfalls Demenz und man musste ihr die 3 "Pillenrationen" täglich persönlich geben und darauf achten, dass sie sie auch schluckt. Diese automatische Pillendose halte ich nicht für sinnvoll und unnötig, wenn die Oma die Einnahmen der Medikamente eh vergessen sollte. Es sollte jemand aus der Familie darauf aufpassen, dass die Pillen dreimal täglich eingenommen werden.

Alles Gute!

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