Hat jemand Erfahrung mit Elektrokrampftherapie (EKT) bei Depressionen?

22 Antworten

Es ist in der Medizin und der Wissenschaft völlig unstreitig, dass der bei einer Elektrokonvulsionstherapie erzeugte Heilkrampf antidepressiv wirkt und die Probleme mit dem Gedächtnis in fast allen Fällen sich vollständig zurückbilden. Sicher hilft die EKT nicht bei 100% der Fälle. Aber eine Erfolgsquote von über 50% bei Fällen, bei denen schon viele andere Therapieversuche fehlgeschlagen sind, ist schon außergewöhnlich. Es gibt keine einzige medizinische Untersuchung, die die hier aufgeführten negativen Ergebnisse validiert hat. Es gibt leider eine sehr starke Anti-Psychiatrie-Bewegung, die ursprünglich von Scientologen mal begonnen wurde, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen alle möglichen psychiatrischen Therapie-Verfahren vorzugehen.

Was aber die ganzen Anti-EKT-Agitatoren, die die strominduzierte EKT für Teufelszeug halten, offenbar gar nicht wissen; ist der Umstand, dass der "Heilkrampf" früher gar nicht mittels Elektroimpulsen ausgelöst wurde, sondern medikamentös. Nur war der mittels Kampfer und Penetrazol erwirkte (epileptische) Heilkrampf viel gefährlicher und nebenwirkungsreicher. Aus diesem Grund wurde in den 1930er Jahren angefangen den Heilkrampf mittels Stromimpulsen auszulösen. Der Stromimpuls bewirkt überhaupt nichts in der Psyche. Es ist der ausgelöste Heilkrampf, der die antidepressiven Veränderungen herbeiführt. Wer also behauptet, dass der Strom ja das Übel bei der EKT ist, hat gar nicht verstanden, wie die EKT funktioniert.

Die EKT müsste eigentlich "Epilepsie-Anfalls-Therapie" heißen. Denn der ausgelöste epileptische Anfall ist es, der antidepressiv wirkt und der auch für die vorübergehende Amnesie verantwortlich ist.

Wer sich darüber echaufiert, dass es ja unerhört sei, wenn man dem Körper einen Stromschlag verpassen würde, der müsste konsequenterweise jede chirugischen Eingriff ablehnen. Denn dabei wird ja schließlich mit einem scharfen Messer die Haut eines Menschen - bei lebendigem Leibe - aufgeschlitzt (!). Die Narkose ist das einzige was einen heilenden medizinischen Eingriff von einer brutalen Folter trennt. Und seltsamerweise geistern keine selbsternannten Besserwisser und Trolle durchs Internet und behaupten, dass alle Chirugen tagtäglich arme Patienten aufschlitzen und böses tun.....

Wer wirklich wissen will, wie gefährlich die EKT ist, der muss sie mit Psychopharmaka vergleichen. Die meisten Psychopharmaka dürfen nicht von schwangeren Frauen benutzt werden, da eine Schädigung des Fötus nicht ausgeschlossen werden kann. Die EKT hingegen kann bei schwangeren Frauen bedenkenlos angewendet werden, weil es ausgeschlossen ist, dass das ungeborene Kind davon geschädigt wird. Die EKT ist kein Allheilmittel. Es gibt leider immer noch eine Reihe von Patienten, bei denen auch die EKT eine lebensgefährliche Depression nicht beseitigen kann. Aber bei vielen anderen Fällen kann sie helfen und sollte deshalb auch durchgeführt werden.

Hallo zusammen,

auch wenn dieser Thread schon ein paar Jahre alt ist, möchte ich mich als Betroffener dwe Depression aufgrund meiner aktuellen Situation nun gerne zu dem Thema EKT äußern. Die Aktualität kommt daher, dass ich wieder in einer schweren depressiven Episode bin und mich wieder für die EKT habe anmelden lassen durch meinen Psychiater.

Ich selbst leider unter einer wiederkehrenden Depression, die sich beinahe beängstigend konstant immer im Abstand von 4 Jahren wiederholt. Wie es scheint, kommt diese Depression ohne Grund von innen heraus (endogene Depression), ohne dass ich irgendwelche Konflikte, Traumata, ungesunde Lebensbedingungen habe. In guten Zeiten bin ich voller Lebensfreude und Selbstbewußtsein. Dann kommt - so wie vor ca. 5 Wochen - die Übergangsphase in die Depression, wo ich merke, wie aus unerfindlichen Gründen ich immer gestresster mich fühle, die Arbeit mir nicht mehr von der Hand geht, ich nicht mehr abschalten kann, dann nicht mehr schlafen kann, bis die Depression dann vollends ausbricht. Ich kann mich dann nicht mehr konzentrieren, bin voller Panik, Angst, Insuffizienzgefühl, ziehe mich zurück, bekomme keine Ruhe mehr, kann nicht mehr schlafen und selbst die einfachsten Dinge wie Spülmaschine ein-/ausräumen werden zu unüberwindlichen Hindernissen. Das Leben ist dann der reinste Albtraum, jeder Tag ist mörderisch, permanenter Psychoterror, ich will dann nur noch weg sein, von mir aus auch tot.

Diese Symptome waren in den vorangegangen Depression immer dieselben. Die Behandlungsmaßnahmen waren zunächst die traditionellen: Antidepressiva, Einzeltherapie, Gruppentherapie, Klinikaufenthalte (psychosomatisch und psychiatrisch). Ergebnis: Diese haben alle nichts geholfen! Ich scheine resistent gegen Antidepressiva zu sein, therapeutisch bin "austherapiert", ich kenne die ganzen Zusammenhänge und Behandlungsformen wie Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, integrative Therapie, Psychodrama, Kreativtherapie "in und auswendig". Aber sie ändern nichts bei mir!

Dann habe ich in letzter Not zur EKT gegriffen, die ich vorher nicht kannte. Und dieser war ein voller Erfolg! Letztes Mal war ich vorher 7 Monate lang in verschiedenen Anstalten gewesen, mit einem Cocktail an Medikamenten, ohne dass sich meine Depression auch nur einen Deut minimiert hätte! Als ich dann mich der EKT unterzog, hatte ich schon irgendwie mit meinem Leben abgeschlossen, so dass es mir egal war, ob hier Elektrostöße angewendet werden, ob ich überleben würde oder nicht. Ich habe 6 mal die EKT unter Vollnarkose bekommen und bereits nach der 1 Anwendung - nachdem ich aus der Narkose erwacht und vorübergehend etwas raum- und zeitorientierungslos war - habe ich mich abends deutlich besser gefühlt. Ein Lebensgefühl, welches ich fast vergessen hatte! Kein Grübeln mehr, keine Panik! SENSATIONELL!

Die restlichen 5 Anwendungen haben diese Besserung dann weiter begünstigt und ich konnte danach wieder in das normale Leben zurückkehren und ca. 4 Wochen später wieder meine Arbeit aufnehmen. Dort war ich dann leistungsfähig wie immer, habe keinerlei "Verdummungseffekte" oder Gedächtnisverluste der EKT bemerkt.

Dieser Zustand hat ca. 3,5 Jahre gehalten, bis ich nun leider wieder abgestürzt bin und wohl auch noch periodisch immer wieder abstürzen werde in Zukunft. Das ist zwar erschreckend, aber ich erhoffe mir nun in dieser Situation und in Zukunft von der EKT ein wirksames Gegenmittel.

Mein Credo: In Fall einer schweren Depression, wo Medikamente und Psychotherapie nicht ansprechen, kann ich die EKT als ultima ratio wirklich nur empfehlen!

Liebe Grüße Bernd

Dieser Thread ist zwar schon etliche Jahre alt, aber da ich nun mal als Betroffener, schwer Depressiver mit schizoiden Symptomen darauf gestoßen bin möchte ich einige Worte zu diesem Thema hinterlassen. Meine erste EKT-Serie fand 2006 statt, zuvor wurde ich nach einem Suizidversuch drei Jahre lang erfolglos mit einer Reihe an Medikamenten (SSRIs, SNRIs, etc) begleitend von Psychotherapie behandelt. Stationäre Langzeittherapie über sechs Monate brachte nicht den geringsten Erfolg. Als mir mein Psychiater dann eine EKT vorschlug, war ich nicht sehr zuversichtlich und zugleich über eine derartige Methode fast schon schockiert. Umso überrascht war ich vom Erfolg, der nach der fünften Behandlung eintrat. Da dieser Erfolg leider nur kurzfristig (ca. sechs Wochen) anhielt, versuchte ich es nochmals mit andere Medikamenten. (Habe mittlerweile schon sag und schreibe 16 verschiedene, in den verschiedensten Dosierungen und Kombinationen versucht.) Eine weitere Serie war nötig. Nach weiteren zwölf EKTs ging es mir (ohne unterstützende Medikamente) ausgezeichnet, dieser Erfolg hielt für ungefähr sieben Monate. Als nun mein psychischer Zustand nun abermals rapide ohne ersichtlichen Grund bergab ging, erfolgte die dritte EKT-Serie. Leider hielt der gute Erfolg nur drei Wochen an. Da an der Psychiatrie in meiner Stadt (aus welchen Gründen auch immer) keine Erhaltungs-EKTs durchgeführt werden, bemühte ich mich um eine Aufnahme an der Biopsychologischen-Universität. Aufnahmetermin ist noch nicht fixiert, aber im Aufnahmegespräch wurde bereits eine weitere EKT-Serie + ErhaltungsEKTs vereinbart. Es gibt bezüglich EKTs immer weitere Belege und Beweise auf Wirkmechanismen. Meine einzige Nebenwirkung war bislang eine kurzfristige, minimale retrograde Gedächtnisstörung, wobei ich denke, dass dies eigentlich genaugenommen gar keine ist. Da die Vergesslichkeit mit der schwere der psychischen Symptome steigt, könnte dies letztendlich nur ein Trugschluss (war da nicht etwas…) im Rahmen der Verbesserung sein.

Die auch unter anderem hier geschilderten „massiven“ Nebenwirkungen kann ich nicht bestätigen. Habe dazu auch einige renommierte Studien (US, EU) die sich mit den Nebenwirkungen der EKT befassen gelesen und fand keinen einzigen Hinweis darauf. Vermutlich werden diese Postings nur von (ahnungslosen) EKT-Gegnern verfasst um psychisch Erkrankten (EKT Unerfahrenen) noch mehr die Hoffnung auf Linderung zu nehmen. Wobei Nebenwirkungsstärke natürlich wie bei auch fast allem Anderem vom Alter abhängt. Postings von eindeutigen Amateurelektrikern im Bezug auf die EKT und geringe Sicherheit (Volt, Watt, Ampere, Ohm, Impedanz, Stimulationsdauer…) darf man ebenfalls getrost ignorieren. Ich persönlich hoffe auf vielversprechende neue Medikamente die sich momentan wie GLYX 13 in Studien befinden. Ein effektives Medikament ist natürlich um einiges leichter handzuhaben.

Mein gesamt Fazit: EKTs sind hochwirksam im Vergleich zu den derzeitigen Psychopharmaka, die noch dazu schädlicher (Langzeitschäden, nicht nur auf neurologischer Ebene,…) als EKTs sind. Psychotherapie (trotz weit über 100 Einzelsitzungen und aller Anstrengungen) meiner Erfahrung nach mehr als überschätzt.

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Schon mal vielen Dank für jede Antwort!!

Lg :)

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