Hat jemand Erfahrung mit dem Antideppresiva Venlafaxin?

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4 Antworten

Ja, ich nahm Venlafaxin relativ lange. Venlafaxin ist ein SSNRI, also ein selektiver Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer. Das Problem ist, dass das Noradrenalin erst ab einer Dosis von ca. 225mg beeinflusst wird. 

Ich persönlich hatte vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen, vor allem Schwitzen, Übelkeit und Schlafstörungen. Die Übelkeit und die Schlafstörungen wurden mit der Zeit besser, auch das Schwitzen wurde ein wenig besser, letzteres verschwand jedoch nicht gänzlich.

Eine Nebenwirkung die mich total nervte und während der ganzen Einnahmedauer bestehen blieb war der Libidoverlust.

Mir persönlich brachte Venlafaxin nicht viel, es unterdückte zwar meine Panikattacken, doch die Depression wurde dadruch nicht besser (obwohl ich bis auf 375mg hoch ging).

Heute nehme ich Duloxetin, auch ein SSNRI, welches jedoch bereits zu Beginn der Therapie eine Wirkung auf das Noradrenalin hat. Duloxetin hilft mir einiges besser als Venlafaxin, obwohl beide der selben Medikamentengruppe angehören.

Wie gesagt, dass sind einfach meine persönlichen Erfahrungen, jeder reagiert auf diese Medikamente anders.

Hier alle Infos zu Venlafaxin: http://deprimed.de/venlafaxin/

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Zu meiner LeidensGeschichte...

Ich bin 28 Jahre alt, habe mit 20 angefangen Antidepressiva zu nehmen, wegen Angststörungen und Panikattacken.

Vor drei Jahren hat meine Psychiaterin von Citalopram auf Venlafaxin 75 mg gewechselt, aufgrund meiner Beschwerde von unruhigen Füßen und den daraus resultierenden EinschlafProblemen.

Letztes Jahr im Sommer habe ich beschlossen abzusetzen, in der Hoffnung meine Angst über die Jahre bewältigt zu haben. Innerhalb von einem Monat erst auf 37,5 mg, danach auf null, alles unter ärztlicher Beobachtung. Die Reduzierung war praktisch ohne eine Veränderung, doch nach zwei Tagen auf null ging es los. Schwindel, Kopfschmerzen, Kribbeln im ganzen Körper, Übelkeit, das Übliche eben. Ich wusste das dies Absetzsymptome sind und habe Diese ausgehalten. Nach zwei Wochen war alles traumhaft. Ich habe mich großartig gefühlt, mit Sport angefangen, wieder Elan gehabt und plötzlich Emotionen erlebt wie seit Jahren nicht. Da ist mir erst einmal bewusst geworden was Antidepressiva mit mir gemacht haben. Ständig müde und antriebslos, keine Tränen, keine Wut, keine Freude, Nichts in den letzten Jahren. Ich habe mich endlich wieder richtig lebendig gefühlt. Innerhalb eines Monats habe ich geheiratet, war in den Flitterwochen in Paris, habe meinen Job gekündigt und mir neue, bessere Arbeit gesucht. Es hätte mein persönliches Happy End werden können...

Doch nach diesem traumhaften Monat kamen sie wieder: Die Angststörungen und die Panikattacken... Ich war wieder gefangen in meiner ganz persönlichen Hölle aus meiner Jugend. Gerade erst mit meinem neuen Job angefangen, habe ich wieder begonnen zu zittern, in Schweiß auszubrechen, am ganzen Körper zu kribbeln, körperlich vollkommen ruhelos zu sein. Nach zwei Tagen Hölle war es mir klar: Ich brauche meine Tabletten wieder, oder ich fahre gegen den nächsten Baum. Also wieder hin zur Psychiaterin, wieder angefangen. Sozialerweise kam die Wirkung schnell wieder, die Ängste waren wieder verschwunden. Alles auf Anfang.

Und jetzt, ein dreiviertel Jahr später, stehe ich wieder an diesem Punkt. Diesmal ohne das meine Ärzte es wissen. Die helfen mir ja doch nicht. Diesmal schaff ich's. Jetzt weiß ich was auf mich zukommt. Ich weiß, Dank den vielen Foren im Internet, das diese angeblichen Angstzustände nur verspätete Entzugserscheinungen waren. Ich nehme jetzt seit vier Tagen nichts mehr. Mir ist schwindlig, schlecht, ich schwitze permanent, habe bösartige Träume und kribble am ganzen Körper. Das wird noch ein paar Tage oder Wochen so gehen, danach kommen sicher wieder die körperlichen Angstsymptome. Aber ich bin vorbereitet. Ich werde es durchstehen, egal wie lange es dauert. Und dann bin ich frei!

Egal was Ärzte sagen, Antidepressiva verändern die Persönlichkeit, machen abhängig, süchtig, bringen Entzugserscheinungen mit sich. Ich werde sie nie wieder nehmen, komme was wolle. Ich werde stark sein, ohne Tabletten.

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Nehme es schon 10 Jahre lang und es wirkt. Habe dadurch kaum noch Einschränkungen im täglichen Leben. Meine persönliche Erfahrung damit. 

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Ich nehme 150mg ein. Vor kurzem bekam ich eine Erhöhung von 37,5mg. Dadurch bekam ich Herzrasen und einen erhöhten Ruhepuls. Durch das Medikament habe ich einen sehr trockenen Mund und fast durchgehend ein schlimmes Durstgefühl. Mir geht es bzgl. Panikattacken besser. Auf die Depression und die Angstzustände hat es (zumindest bei mir) keine große Wirkung.

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