Hat jemand Erfahrung mit Abtreibung und an wen wendet man sich?

7 Antworten

In einer Schwangerschaftkonfliktsituation ist in jedem Alter keine Option leicht und jede Entscheidung schwer zu treffen. Gut, dass deine Freundin durch dich erstmal moralische Unterstützung erfährt. Je nachdem wie alt sie ist, wäre es vielleicht besser, auch ihre Eltern mit ins Boot zu holen. Meist ist die Reaktion gar nicht so "schrecklich" wie befürchtet.

Viele junge Frauen haben Angst davor, ihrer Mutter oder ihren Eltern zu erzählen, dass sie schwanger sind. Die meisten, die sich ihrer Mutter oder ihrem Vater anvertrauen, erfahren Unterstützung – oft viel mehr, als sie zunächst gedacht haben.

Ist die Schwangerschaft durch einen Frauenarzt bestätigt, vereinbart deine Freundin am besten einen Termin z.B. bei der

http://www.profamilia.de/fachpersonal/beraterinnen/schwangerschafts-konfliktberatung.html

für eine Schwangerschaftskonfliktberatung. Dieses Gespräch kann und sollte sie selbstverständlich auch ohne den erklärten Wunsch um einen Schwangerschaftsabbruch nutzen. Zudem benötigt sie den Beratungsschein für einen etwaigen Schwangerschaftsabbruch. Dort erhält sie nützlichen,
individuellen und unparteiischen Rat und Hilfe bei ihrer Entscheidung, wie es denn nun weiter gehen soll.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist das Gespräch ergebnisoffen zu führen. Natürlich dient die Beratung dem Schutz des ungeborenen Lebens, der jedoch nur mit und nicht gegen den Willen der Schwangeren möglich ist.

Eine Schwangerschaftskonfliktberatung umfasst die Konfliktklärung hinsichtlich der emotionalen, seelischen, partnerschaftlichen und lebensplanerischen Aspekten von Elternschaft bzw. eines Schwangerschaftsabbruchs.

Sie gibt Informationen über staatliche und andere Sozialleistungen und Unterstützungen – Elterngeld, Kindergeld, Unterhalt, Wohngeld, existenzielle Leistungen.

Sie erhält dort eine medizinische Aufklärung hinsichtlich eines operativen oder medikamentösen Eingriffs, eine Erläuterung der Rechtsgrundlage und bekommt die Kosten und Finanzierung eines Schwangerschaftsabbruchs erklärt.

In der Beratung kann auch der Kindsvater, ihre Eltern oder eine andere Vertrauensperson anwesend sein, wenn sie das möchte.

In der Beratung müssen keine "Gründe" genannt werden, warum man eine Schwangerschaft nicht austragen möchte. Es gibt niemanden, der diese Gründe gewichtet oder darüber entscheidet, ob die Gründe "gerechtfertigt" sind und ob sie "ausreichend" sind für einen Schwangerschaftsabbruch.

Wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, hat sie das Recht auf umfassende Beratung, angemessene ärztliche Versorgung und respektvolle Behandlung.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist für viele Frauen eine schwierige Entscheidung und in jedem Fall eine schmerzliche Erfahrung. Er kann für eine Minderheit von Frauen - wie viele andere schwierige Entscheidungen im Leben - mit Traurigkeit, Reue, Schuld- oder Verlustgefühlen verbunden sein.

Jedoch kann man aus den besten verfügbaren Studien folgern, dass der Schwangerschaftsabbruch, wenn er unter guten Bedingungen durchgeführt wurde, weniger negative psychische Folgen hat, als die Geburt eines ungewollten Kindes.

Kein Eingriff ist ohne Risiko. Aber aus zahlreichen Studien, die auf Nachuntersuchungen von Tausenden von Frauen beruhen, geht eindeutig hervor: Das Risiko ernsthafter Komplikationen beim Schwangerschaftsabbruch ist gering, sogar um ein Mehrfaches geringer als bei einer Geburt.

Es ist belegt, dass ein Schwangerschaftsabbruch kein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit birgt, lediglich schließen einige Studien in bezug auf Frühgeburten bei einer nachfolgenden Schwangerschaft auf ein leicht erhöhtes Risiko.

Ich wünsche ihr die Kraft, ihre Entscheidung zu treffen, die für ihre jetzige Lebenslage und Lebensplanung richtig ist und von Herzen ihr und dir alles Gute!

Hallo

Ich habe gelesen, dass es nicht um Dich geht sondern um eine Freundin.

Zuallerst muss mal die Schwangerschaft durch einen Frauenarzt bestätigt werden. Danach vereinbart sie einen Beratungstermin z. B. bei Pro Familia. Eine Abtreibung ist mit einer Bedenkfrist von 3 Tagen danach möglich.

Die Beratungsstelle wird eine Liste abgeben mit Ärzten, welche Abtreibungen durchführen. Nicht jede Praxis und nicht jedes Spital bietet Abtreibungen an. Ich empfehle eine Praxis.

Bei den Kosten ist die Frage, ob sie selber bezahlen muss. Ist das Einkommen unter einer bestimmten Schwelle, kann ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden.

Die Dauer hängt von der gewählten Methode ab. Sobald etwas mehr Informationen vorhanden sind (verdient sie mehr als z. B. 1'100.-- EUR netto monatlich, welche Methode möchte sie), können die zwei letzten Fragen noch beantwortet werden.

Ich wünsche ihr alles Gute.

Freundlichen Gruss

tm

Ja, ich hab Erfahrungen damit, und man sollte all den Horrorstorys die man hört zunächst keinen Glauben schenken, das meiste ist von Abtreibungsgegnern übertrieben dargestellt. Da wird gern ein Ultraschallbild der 22 SSW als 8 SSW ausgegeben usw. Oder es werden ganze Krankheiten wie das "Post-Abortion-Syndrom" einfach erfunden, obwohl bewiesen ist, das Frauen die (in der Frist) abtreiben nicht häufiger unter Psychischen Störungen leiden, als Frauen die nicht abtreiben.

Da wird von "Kleinem Wesen mit Armen und Beinen" gesprochen, obwohl es bis dahin nicht mehr als ein Fruchtsack ist (http://abtreibung.at/wp-content/uploads/2009/04/fruchtsack1.jpg)

Bei mir war es die Absaugmethode, ich bekam eine Tablette die mich benommen machte, hab mich auf den Stuhl gesetzt, die Narkose bekommen, bin 15 min später wieder wach geworden, hatte 1 Woche sowas wie etwas stärkere Tage, und das wars. 

Einzige Einschränkung in der Zeit war, das ich 6 Wochen keine OBs benutzen , und keinen Geschlechtsverkehr haben durfte, das war alles. 

Das ganze ist nun schon weit über 10 Jahre her, und immer noch keine Psychischen Folgen ;) (obwohl mich damals sogar einer regelrecht anflehte das Kind zu bekommen und ihm und seiner Frau zu geben) Probleme kommen überhaupt nur auf, wenn man eigentlich gar nicht abtreiben will, und dazu genötigt wird, oder wenn das Umfeld einen danach schlecht behandelt. 

Deswegen reden auch so wenige, die keine Probleme mit ihrer Abtreibung hatten darüber: Es nervt einfach tierisch (und manche macht es auch fertig) als Mörder oder schlimmeres bezeichnet zu werden, weil man eine ganz normale Entscheidung für sich getroffen hat. 

Zu den Kosten kann ich nichts sagen, da ich damals unter der Verdienstgrenze war. 

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Wenn man über kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen verfügt (derzeit 1.121 €), kann man einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.

Die Kosten werden von dem Bundesland, in dem man lebt, übernommen. Den Antrag muss man jedoch bei einer Krankenkasse stellen.

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Schwangerschaftsabbruch-346.html

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@isebise50

Danke für den Link, für mich aber uninteressant. 

Den Kommentar verstehe ich allerdings nicht, warum erklärst du Sachen die ich in meiner Antwort beschrieben habe nochmals? ;) 

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@Deamonia

Was habe ich erklärt, was du schon beschrieben hast?

Zu den Kosten kann ich nichts sagen, da ich damals unter der Verdienstgrenze war.

Ich habe lediglich - nicht für dich, sondern für die Fragestellerin - den Rahmen der "Verdienstgrenze" ergänzt.

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@isebise50

Hatte mich nur irritiert, das du nochmal wiederholst, das es eine Einkommensgrenze gibt, das er schien mir doppelt gemoppelt ;) 

Hättest du nur geschrieben "Die Verdienstgrenze ist..." hätt ich mich nicht gewundert.

Aber die Fragestellerin kann es sicher brauchen, da hast du natürlich recht. 

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Also das Kind wurde abgetrieben wir hatten keine Kosten Übernahme und es hat 270€ gekostet

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