Hat jemand ein mindestens siebzig zeilen langes gedicht?

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2 Antworten

Ein blauer Tag

Es ist eiskalt das Fenster offen, ich selbst noch von der Nacht besoffen; So stolpre ich in den Tag hinein und freu mich auf den Sonnenschein.

Doch kein Lächeln von dem Sterne, Wolken ziehen in der Ferne; Klauen mir den ersten Kuss, des Tages frühsten Hochgenuss.

So steh ich also unrasiert, im höchsten Maße deprimiert, vor einem Fenster das verdreckt und was die Angst zu Putzen weckt.

Denke mir „beschiss‘ner Start“, das gerät noch aus der Art, werde erstmal Kaffe machen und dann später drüber lachen.

Doch die Maschine unter Druck, weil Expresse, zischt und zuckt, dampft und knallt, mit einem Mal, der Kaffeesatz fliegt frei nach Wahl, landet hier und landet dort, es zischt und dampft mit einem fort.

Na so ein Scheiß und das mit Recht, die Empörung drüber wächst, da dank des Dampfs die Sicherungen, aus ihrer Position gesprungen.

So nun im Dunkeln wankend, suchend, dabei den Tag an sich verfluchend, wird manches Ding dir dann zum Feind, hast du es nicht hinweggeräumt.

Was unachtsam ward liegengelassen, beflügelt nun zum freien fassen, nach irgendwas das Helfen kann, den Fall zu bremsen, doch alsdann:

Die Pfanne mit dem Essgeschirr, klirrend, klappernd, folgt sie dir.

Zerschmettert liegt ihr drunt’ am Boden und die Tasse folgt von oben, zielt und trifft genau die Stirne und schon wieder schmerzt die Birne.

Noch mehr Pech, warum nur ich, der liebe Gott, der mag mich nicht.

Sodann ich wieder auf den Beinen, tat ich mir meinen Hintern reiben, dann sachte an die Stirne fassen und das Schicksal dafür hassen.

Doch immer noch ganz ohne Licht, mit der Befürchtung das was bricht, fällt einem leicht das Streichholz ein, gestern tat man’s in die Tasche rein. Auch heute liegt es noch dort drin, doch mit der Länge ist es hin, da es in der Mitte brach und wie der Rest dem Sturz erlag.

Mit diesem Stückchen, Zeit begrenzt, man nun langsam durch die Wohnung rennt, doch bis zum Flur man ist geschlichen, ist dann auch schon die Zeit entwischen.

Der letzte Rest, mal wieder tastend, wird man dann noch zum Phantasten, stellt sich Dinge bildlich vor, vergisst im Traum die offne Tür.

Man rennt davor und voll dagegen, wieder Kopf, der Schrei deswegen. Doch was Gutes kommt bei raus, denn mit dem Dunkel ist’s bald aus.

Denn wenn die Tür hier vor mir steht, wird sich kurz rechtsrum umgedreht, kurz getastet, hier fass dran und die Lampen gehen an.

Soviel zum Thema „Ruhiger Morgen“, nichts als Ärger, Stress und Sorgen. Soll der Tag nicht so weiter gehen, muss sofort etwas gescheh’n.

Als erstes steht da der Entschluss, mit dem Tagwerk mach ich Schluss, bevor ich’s auch erst angefangen, stattdessen wird was drangehangen;

Und zwar der Schlaf; dort ganz im Stillen, geschieht dann alles nach meinem Willen; So wie es heut hätt’ laufen sollen, im Traum muss man es ja nur wollen.

Drum deshalb: Ist der Morgen dir allzu Grau, färb ihn dir doch selber blau.

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