hat jemand von euch eine ahnung von sokrates?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich denke, dass Sokrates eine schwierigere Gestalt ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Von ihm direkt wissen wir ja nichts. Man hat ihn - vor allem im vorgeblich idealistisch gestimmten Deutschland - zum "Jesus" der Philosophie gemacht. Das Opfer der Weisheit und Liebe zur reinen Wahrheit. Ein Hauch dieser Legende schwebt immer noch durch den Raum genauso wie die Legende, dass der Empirist Epikur nur ein hinter vergänglichem Glück herjagender Hädonist der leiblichen Genüsse gewesen sei.

Der Historiker und Schriftsteller Dieter Kuhn hat in seinem Roman PARZIVAL geschrieben, dass die in der Parzival-Dichtung anzutreffende Verklärung des edlen Ritters die erfundene Himmelserscheinung der tatsächlich höllischen Erdenrealität des Ritterstandes sei. Ein Volk der Dichter und Denker, das mit dem Oberphilosophen Heidegger an der Spitze ohne nennenswerten Widerstand der Nazibarbarei zu Füßen gefallen ist, braucht erfundene Lichtgestalten, um die harte Realität vergessen zu können.

Der Sokrates, den Platon vor seinen idealistischen Karren seiner Dialogliteratur spannt, hat so nie existiert. Andere Quellen, soweit sie unter der Herrschaft der christlichen Ideologie überhaupt tradiert und nicht ausgelöscht wurden, zeigen Sokrates als einen der Besten in der Reihe der Sophisten (die Platon bekanntlich nicht ausstehen konnte), einen Mitbegründer der Rhetorik, von dem es in DIE WOLKEN des Aristophanes heißt, dass er mit seiner Redekunst "die schlechtere Sache zur besseren mache". Eindeutig scheint zu sein, dass Sokrates ein umtriebiger, manchmal auch sehr nerviger Mensch war. Dass er - immerhin mit 70 Jahren, was damals ein extrem hohes Alter war - den Schierlingsbecher gewählt hat, ist verständlich. Sollte er durch Flucht in seinen eh letzten Lebensjahren seinen Gegnern Recht geben und den Ruf seines Lebenswerks ruinieren um irgendwo auf einem Landgut eines Freundes eingesperrt dem Ende zuzuvegitieren? Das klingt bei Platon natürlich anders, aber das ist Platon, nicht Sokrates.

Was geblieben ist, ist hier nicht beliebt. Ein Schüler des Sokrates, Aristipp, Begründer des (meist entstellt dargestellten) Hädonismus wird gern verschwiegen. Dass bereits kurz nach Platons Tod in seiner Akademie die kritische Frucht des Sokrates aufgegangen ist und diese mit ihrem scharfen Skeptizismus wieder die Tradition der Sophisten fortgeführt hat, wird übersprungen und so getan, als ob der Neoplatonismus der römischen Zeit (immerhin 300 Jahre später) nahtlos an Platon angeknüpft habe. In Wirklichkeit war der Neoplatonismus eine heidnisch-idealistische Gegenbewegung zum erstarkenden Christentum, die dann geschickt von Augustinus in die christliche Theologie integriert wurde. Der wirkliche Sokrates war eine sehr schillernde, hochinteressante Figur der Philosophiegeschichte, doch so nicht für Heiligenbildchen geeignet, wie sie die deutsche Philologie und Philosophie gern kitschig ausmalt. Seine Bedeutung verliert sich wie die anderer Heiliger, das jetzt das Zeitalter der STARS angebrochen ist. Madonna war gestern, Sokrates vorvorvovorgestern!

In der Apologia Sokratous wird uns vom Todesurteil gegen Sokrates berichtet. Weil er umherzog und den Menschen zeigte, dass sie entgegen ihrer eigenen Behauptung nicht weise waren, erlag er am Ende der üblen Nachrede und Verleumdungen, die zu seinem Todesurteil führten. Aufrecht weigerte er sich im Dialog Kriton aus seiner Zelle zu fliehen und verbrachte seine letzten Stunden im Kreise seiner Freunde und Gefährten bevor er den Schierlingsbecher trinken musste, wie wir aus dem Dialog Phaidon erfahren. Dies geschah im Jahr 399 vor Christus.Heute, in einer Zeit, in der an Universitäten Fächer wie Philosophie als Balastfächer deklariert werden, sehen sich die Philosophen und Philosophieverständigen erneut einer Anklage gegenüber.http://www.dunkelraum.de/item/20

Was bedeutet: Aller Güter höchstes sei Besonnenheit

Zitat von sokrates

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