Hat Gott die Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen oder haben die Menschen Gott nach ihrem Ebenbild erschaffen?

15 Antworten

Hallo ikarus113,

man kann sogar sagen: beides - und das mag einem zunächst paradox erscheinen.

Die Menschen haben sich - und ich gehe davon aus, zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte - über etwas Gedanken gemacht, dem sie unterworfen zu sein schienen, das für unerklärliche und Unabdingbares verantwortlich zu zeichnen hätte. So können künstliche Gottheiten und Gottesbilder entstanden sein. Wenn wir diese anschauen, werden wir sehr humanoide Wesenszüge erkennen.

Betrachtet man jedoch unabhängig von all dem Gott als etwas "jenseits" unserer natürlichen Welt im Rahmen einer philosophischen Modellbildung, lässt sich - hier ohne Herleitung - Gott nicht einmal mehr als eine Persönlichkeit und schon gar nicht als ein Schöpfer darstellen, sondern es verbleibt eine Lebenseinstellung von Menschen, die ich Göttlich (Wiederverwendung des Begriffs) nenne. Diese Göttlichkeit kann sich individuell in Form einer Persönlichkeit in der Gedankenwelt der Menschen manifestieren.

Das können wir im weitesten Sinne und in Näherung als Ebenbild Gottes ansehen: mit seinem Bewusstsein kann sich der Mensch für eine Lebenseinstellung entscheiden - z.B. für die Göttliche oder kurz Göttlichkeit, die ihm damit zugänglich ist. Ich gehe einen Schritt weiter und sage, dass Göttlichkeit die Voreinstellung ist, diese aber in Folge von z.B. Umständen und Ansichten zu Gunsten einer rein natürlichen (nicht-Göttlichen) Einstellung in den Hintergrund treten kann.

Die Freiheit der einen oder anderen Einstellung ist in meinen Augen nichtsdestoweniger wieder Göttlich. Die von mir oben angedeutete philosophische Modellbildung stellt Göttlichkeit als Fülle und Freiheitsgrade schaffend dar. Damit hätte man sogar wieder etwas Schöpferisches, was aber nicht von außen kommt, sondern aus dem Innern eines Göttlichen Menschen entstammt.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge

'Haben die Menschen' schreibst Du: Welche ethnische Gruppe - Asiaten, Afrikaner, Europäer etc. pp. - hattest Du denn da im Sinn? Welches Geschlecht: Männlich, Weiblich, Diverse?

'Nach Gottes Ebenbild' wird hier - wie vieles andere auch - missverständlich gedeutet. Da Gott weder ein anatomisches, noch ein organisches, noch ein mechanistisches, noch ein körperliches Wesen ist, müssten wir demzufolge ebenso diesen Kriterien entsprechen: Nichtanatomisch, nichtorganisch, nichtmechanistisch, nichtkörperlich...

Das Ebenbild bezieht sich jedoch auf das Bild, das Gott sich von einem Menschen machte, und nach diesem (geistigen) Abbild erschufe(n) Gott (und andere Helfershelfer) dann den Menschen...

Gruß Fantho

Gott hat die Menschen "nach seinem Bild" erschaffen.

In der MacArthur-Studienbibel findet sich dazu als Erklärung:

"nach unserem Bild. Damit ist die Bestimmung und einzigartige Beziehung des Menschen zu Gott definiert. Der Mensch ist ein lebendiges Wesen, das imstande ist, Gottes übertragbare Eigenschaften zu verkörpern (vgl. 9,6; Röm 8,29; Kol 3,10; Jak 3,9). Mit seinem Verstand war er in dem Sinne wie Gott, dass er Vernunft und Intelligenz besaß sowie einen Willen und Emotionen. Im moralischen Sinne war er wie Gott, weil er gut und sündlos war."

Der Mensch hat Gott und alle Götter vor und nach ihm erschaffen. So sehr Religionen ihren AnhängerInnen und dem Rest der Welt auch versuchen das Gegenteil zu propagieren, so klar wird es bei objektiver Beschäftigung mit Religionen und ihren Aussagen, dass es stets anders herum war.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Recherchen und Forschungen

In der Bibel hat Gott die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen, aber ob der Mensch vor allem in heutiger Zeit nicht Gott nach ihrem Ebenbild erschaffen haben, finde ich, ist schwer zusagen

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