Hat Gott die Dinosaurier mit den Menschen zusammen erschaffen?

36 Antworten

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Du hast viele Fragen, die ich dir der Reihe nach beantworten möchte.

Hat Gott die Dinosaurier zusammen mit dem Menschen erschaffen?

Nein. Dinosaurier und Menschen werden durch volle 66 Millionen Jahre der Erdgeschichte voneinander getrennt. Die ersten Dinosaurier traten in der mittleren Trias vor etwa 235 Millionen Jahren auf die Bühne des Lebens, die letzten von ihnen starben am Ende der Kreidezeit aus.

Bestätigt wird dies durch geochronologische und stratigraphische Untersuchungen, also gleich zwei wissenschaftlichen Teildisziplinen der Paläontologie und Geologie, die unabhängig voneinander zu den gleichen Ergebnissen kommen und dadurch empirisch belegen, dass die Erdgeschichte sich nicht in etwa 6000 Jahren ereignet haben kann, wie es die Kreationisten und Fundamentalisten bestimmter Religionen behaupten.

Stratigraphische Untersuchungen befassen sich mit der natürlichen Ablagerungsgeschwindigkeit bestimmter Sedimente und rechnen anhand der dicke von Gesteinsschichten und ihrer Lage zurück, wann sie sich gebildet haben. Noch zuverlässiger sind die geochronologischen Studien mittels radiometrischen Untersuchungen: Hier wird mithilfe eines Massenspektrometers das Verhältnis der in den Gesteinen vorhandenen Isotope Uran und Blei oder Kalium oder Argon bestimmt. Da Uran und Kalium radioaktiv sind und in einer ganz bestimmten, immer konstant bleibenden Geschwindigkeit zerfallen, lässt sich so zurückrechnen, wann das Gestein entstanden ist.

Da Menschen und Dinosaurier niemals in den gleichen, noch nicht einmal nahe beieinanderliegenden Gesteinsschichten gefunden wurden, kann man definitiv ausschließen, dass sie zeitgleich lebten.

Oder musste Gott die Dinosaurier erst auslöschen damit Menschen erst erschaffen werden konnten?

Ich finde es falsch und paradox, von einem allmächtigen Schöpfergott auszugehen, der Dinge tun "muss". Das widerspricht sich. Sicher, die Dinosaurier sind lange vor dem Auftreten des Menschen ausgestorben, aber hätten sie duchaus mit Dinosauriern zusammenleben können. Schließlich war nicht jeder Dinosaurier eine blutgierige Bestie, sondern keiner. Dinosaurier haben sich nicht anders verhalten als heutige Tiere und kaum eine größere Gefahr darstellen als Tiere, mit denen der Mensch definitiv zusammenlebte, wie Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Wollnashörner und Riesenhirsche, die kaum weniger spektakulär und gefährlich waren als Dinosaurier.

Während der Zeit der Dinosaurier besetzten diese ledigkich die ökologischen Spitzennischen, sodass die Säugetiere, zu denen der Mensch zählt, nicht über die größe eines Fuchses hinauskamen. Trotzdem waren auch die mesozoischen Säugetiere hochspezialisierte Kreaturen in einer immensen Artenvielfalt, schon damals gab es Tiere, die wie heutige Fischotter, Ameisenbären oder Flughunde lebten. Und an diesen Wundern der Evolution spiegelt sich eindeutig wieder, was Gott so alles kann.

Übrigens sind am Ende der Kreidezeit nicht nur die Dinosaurier verschwunden, sondern auch mehr als 85% der Säugetiere. Auch unsere eigenen Vorfahren hatten es damals sehr schwer und gehörten zuerst noch zu den großen Verlierern, als infolge eines katastrophalen Meteoriteneinschlags (und definitiv NICHT einer Sintflut, für die es nirgends auch nur den Hauch eines Beweises gibt!) ein gewaltiges Massenaussterben einsetzte.

Warum wussten die Bibelschreiber nichts davon?

Weil sie viele Millionen Jahre nach diesen Ereignissen lebten und es mangels einer geologischen Ausbildung auch nicht fertigbrachten, Ablagerungsprozesse zu deuten und Fossilien zu bestimmen. Erschwerend hinzu kommt auch noch die tatsache, dass im Alten Israel keine Dinosaurierfossilien gefunden wurden, denn die Levante lag im Erdmittelalter noch unter Wasser, weil der Meeresspiegel damals viel höher war als heute.

Selbst wenn man an eine göttliche Inspiration der Bibelautoren glauben möchte, spielt es für den Inhalt der Bibel keine Rolle, darin Dinosaurier auftauchen zu lassen, denn diese sind ja niemals mit Menschen in Kontakt gekommen. Da die Bibel aber nunmal ein Buch für Menschen, ein Leitwerk für Moral und Ethik mit dem Inhalt Aitiologischer Erzählungen ist und kein naturwissenschafliches Fachbuch, gehören Dinosaurier da überhaupt nicht rein.

Ist das ein Indiz gegen die Monotheistische göttlichkeit?

Nein. Wer das vermutet, hat ein verzerrtes Glaubensbild. Naturwissenschaft (Paläontologie) kann einer Geisteswissenschaft (Theologie) nicht widersprechen, da sie völlig andere Leitfragen behandeln. Das ist genauso paradox, als wollte ein Maschinenbauer einem Juristen mithilfe eines von ihm kontruierten Dieselmotors beweisen, dass irgendein Lebensmittelgesetz keine juristische Grundlage hat. Geht also nicht und versuchen nur Bekloppte.

Kann man auch sagen, je mehr geforscht bzw herausgefunden wird, desto mehr werden Beweise für einen Gott ( von Menschenhand ) verschwinden?

Hier kommt es ganz auf den Gott an, an den man glauben möchte. Ich sehe Gott durch die Erkenntnisse der Naturforschung viel mehr bestätigt als infragegestellt. Gerade die Paläontologie vermag uns immer wieder zu verblüffen, indem sie nachweist, dass das Leben schon immer mit einer ungeheuren Vielfalt aufwartete. Diese schöpferische Kraft, die ich in der Natur noch heute beobachten kann, ist für mich eine Bekräftigung des Glaubens an einen Schöpfergott. Der hat aber nicht bloß sechs Tage für alles gebraucht, das brauchte er auch gar nicht, denn er hatte es nicht eilig.

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Da hat sich einer Mühe gemacht. Vorbildlich !

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Ich bewundere deine Disziplin!

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Hat Gott die Dinosaurier mit den Menschen zusammen erschaffen?

Zwischen den letzten Sauriern und dem Menschen liegen über 60 Millonen Jahre, also nein.

Oder musste Gott die Dinosaurier erst auslöschen damit Menschen erst erschaffen werden konnten.

Es hat nichts damit zu tun, dass sie nicht hätten erschaffen werden können, sondern die Saurier waren einfach zu dominant, als dass die Menschen in Koexistenz mit den Dinosauriern eine Überlebenschance gehabt hätten.

Warum steht das nicht in der Schöpfungsgeschichte? 

Es gibt da zwei Möglichkeiten. Entweder der Schreiber erfuhr davon nichts, oder es war ihm egal. Es werden ja auch andere Tiere nicht namentlich genannt, sondern nur Wasser-, Luft- und Landtiere, die alle vor dem Menschen erschaffen worden waren. Das benennt die Saurier zwar nicht explizit, schließt sie aber auch nicht aus.

Warum wussten die Bibelschreiber nichts davon?

Das Buch Genesis gab es weit mehr als 1500 Jahre vor der Sammlung zur Bibel. Wie hätte man zur Zeit ab der Sammlung der Bibel noch wissen sollen, was Mose vermutlich durch Offenbarung in Bezug auf die Schöpfungsgeschichte mitgeteilt wurde?

Ist das ein Indiz gegen die Monotheistische göttlichkeit?

Nein. Begründung siehe weiter oben.

Kann man auch sagen, je mehr geforscht bzw herausgefunden wird, desto mehr werden Beweise für einen Gott ( von Menschenhand ) verschwinden?

Es gibt keine (naturwissenschaftlichen) Beweise für oder gegen die Existenz (eines) Gottes (oder mehrerer Götter). Deshalb nennt man es ja auch Glauben.

Hast Du Dich mal gefragt, ob Gott (wenn man annimmt, dass es ihn gibt), die Absicht hatte, in der Bibel den genauen Ablauf der Schöpfung in allen Einzelheiten zu liefern?

Wie genau hätte diese Abhandlung sein müssen?

Was hätte er alles vereinfachen müssen oder dürfen, damit die Bibel noch als göttliche Schrift anerkannt wird?

Anders ausgedrückt:

Wenn man sich die Bibel anschaut, dann hat sie an einer genauen biologischen Darstellung keinerlei Interesse. Sie will es nicht und sie macht es nicht.

Und damit gehen alle diese Fragen komplett ins Leere.

Für mich ist das Besondere am ersten Schöpfungsbericht, dass dort nur noch ein relativ abstrakt gedachter Gott übrig bleibt.

Die Gestirne gelten nicht mehr als göttlich, sondern einfach als Lampen am Himmel, durch die es hell wird. Naturgegebenheiten gelten einfach als geschaffen und nicht als göttlich. Man muss nichts mehr in der ganzen Natur fürchten, dass man da einem Gott auf die Beine tritt, wenn man einen Strauch, einen Baum oder ein Tier beeinflusst/erntet.
Und nicht der babylonische (oder wie üblich ein anderer) König der damaligen Zeit gilt als Gottes Ebenbild, sondern (und das ist die Kernaussage von 1.Mose 1), sondern jeder Mensch unabhängig von seinem Geschlecht.

Die Bibel war nie ein Biologiebuch, und sie wird nie zu einem Biologiebuch werden.

Sondern es geht immer um die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Es gibt auch keinen Gottesbeweis in der Bibel (und auch sonst gibt es keinen Gottesbeweis). Sondern: Die Existenz Gottes ist die Voraussetzung für die Bibel.

Wenn man so will: Ein Axiom, das nicht begründet und bewiesen wird.

Und wie ich nicht müde werde zu schreiben: Was sollte das für ein Gott sein, den wir beweisen könnten?

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Großartige Antwort!

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Aber Gott hätte eindeutige Beweise bringen können.Hat er ja offensichtlich leider nicht gemacht. Dann würde sich Dein letzter Satz erübrigen.

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@EXInkassoMA

Bitteschön: Angenommen, Gott liefert einen Beweis, dann müssten wir diesen Beweis entsprechend als Beweis bewerten und akzeptieren können.
Damit stünden wir über Gott. Und ein Gott, über dem wir stehen,, würden die Bezeichnung Gott nicht verdienen.

Ob es Gott gibt oder nicht: Gottesbeweise kann es nicht geben.
Wenn es Gott nicht gibt, dann ohnehin nicht.
Und wenn es ihn gibt, erst recht nicht.

Gottesbeweise sind in sich sinnlos.

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@nachdenklich30

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Wie da jemand anschliesend zu der Annahme kommen könnte dadurch über Gott zu stehen kann ich nicht nachvollziehen.

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lichterspiele

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