HAT GEORG FRIEDRICH PRINZ VON PREUSSEN DAS RECHT, VOM LAND BRANDENBURG DAS FRÜHERE EIGENTUM DER HOHENZOLLERN ZURÜCKZUFORDERN?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Sofern seine Familie den Nationalsozialisten nicht erheblich Vorschub geleistet haben, hat er dieses Recht.

Darüber müssen deutsche Gerichte entscheiden. Denn die historischen Gutachter sind sich hier nicht einig und kommen zu verschiedenen Ergebnissen.

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Nun, die erste Frage ist, OB ER DAS RECHT HAT.

Ich würde erst einmal meinen >ja<, ohne die realen Hintergründe vollumfänglich zu kennen.

Die zweite Frage ist nicht gestellt, aber wesentlich wichtiger :

HAT DIE FAMILIE SOVIEL GELD, EIN EVENTUELLES RECHT DURCHZUSETZEN ? Ich denke NEIN, denn soviel Kohle gibt es nicht um so >ein Recht< umzusetzen - auch nicht in unserer "Demokratie" !

Alle Könige, Kaiser und auch die Kirche haben ihr "Eigentum" in früheren Jahrhunderten auf rücksichtsloseste Weise den einfachen Leuten abgenommen. Auf ehrliche Weise ist da keiner zu Reichtum gekommen! Die sollten alle komplett bis aufs Unterhemd enteignet werden!!! Die sollen Schaufel und Hacke in die Hand nehmen und arbeiten!!!

Beharrt lediglich auf geltende Rechtspositionen. In Preußen kam die gewünschte Einigung wegen der Enteignung des Hohenzollern-Vermögens am 6. Oktober 1926 zustande – ein entsprechender Vertragsentwurf wurde vom Land Preußen und vom Generalbevollmächtigten der Hohenzollern, Friedrich von Berg, unterzeichnet. Aus dem beschlagnahmten Gesamtvermögen fielen ca. 250.000 Morgen Land an Preußen, beim Fürstenhaus mitsamt allen Nebenlinien verblieben ca. 383.000 Morgen. Preußen übernahm ebenfalls das Eigentum an einer Vielzahl von Schlössern sowie an einigen weiteren Vermögensgegenständen. Dies wird auf Seiten des Landes Brandenburg ein gewichtiges Argument darstellen.

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Nein - siehe die Unterstützung der Nazis. Genauer gesagt: Fordern darf er, aber...

Warum schreist du?

Gruß, earnest

Gerade die Unterstützung der Nazis ist nicht eindeutig. Kontakte zu den Nazis wurden zwar eingeräumt. Nur streitet man sich heute über die Tragweite der Kontakte. Historisch gesehen ergeben sich aber andere Hinweise. Mit dem Wachstum der Städte, des Handels und der Industrie wuchs auch die Bedeutung des deutschen Elements in den slawischen Grenzgebieten. Aus Deutschland wurden alle Güter eingeführt, die zur geistigen Kultur gehörten. Die deutschen Kolonisten erwarben ihr Land aus früheren Staatsdomänen. Auch wurden deutsche Kapitalisten bei der Errichtung von Fabriken usw. in jenen Landstrichen unterstützt. Nicht selten wurden äußerst despotische Maßnahmen gegen die polnischen Bewohner des Landes ergriffen (Friedrich Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland. VIII, Februar 1852).

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@Sektenforscher

Warum erzählst du mir das alles? Was hat der Engels-Text mit der Unterstützung der Nazis durch die Hohenzollern zu tun? Und damit mit meinem Kommentar?

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@earnest

Vor einem deutschen Gericht muss bewiesen werden, dass die Preußen die Nazis unterstützten. Das geschieht durch eine Beweisaufnahme. Hier werden Zeugen gehört, soweit diese noch leben. Vom letzten Kronprinz ist nur gesichert, dass man ihn als Integrationsfigur für die preußischen Offiziere gewinnen wollte. Eine konkrete Schuld wäre ihm nur dann nachzuweisen, wenn er Kriegsanleihen zu Gunsten Nazideutschlands gezeichnet oder an Unternehmen der Rüstungsindustrie beteiligt war. Hier gibt es nur einen engen Spielraum. Mit politischen Resentiments gegen Nazis kommt man nicht weiter. Eine andere Sache wäre, wenn man beweisen könnte, dass die Preußen, also das Kaiserhaus, äußerst despotisch war, dass es Minderheiten, wie Polen, im eigenen Land verfolgt hat. Nur dann müssen polnische Zeugen gehört werden. Sie müssen als Anwalt klar beweisen können, dass jemand schuldig ist. Pauschale Verurteilungen helfen da nicht weiter. Leuten, wie Thierse und Kipping, muss ich hier vorwerfen, dass sie zu sehr sich von ihrem Gefühl leiten lassen. Doch dies reicht vor einem Gericht nicht aus.

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@earnest

Ich bin auch gegen Geheimverhandlungen. Der sauberste Weg wäre über die Gerichte. Auch möchte ich daran erinnern, dass der letzte Ministerpräsident der DDR Lothar de Maiziere Michael Gorbatschow versprechen musste, die Enteignungen im Rahmen der Bodenreform unangetastet zu lassen. Bis heute vertritt dieser diese Meinung. Nur dadurch wären die 4 + 2 - Verhandlungen möglich gewesen.

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Hat er weniger Recht als ich. Mein Deutschland zurückzufordern, wie es einmal war

Was vielfach vergessen wird, ist die Rechtsposition der sowjetischen Militärverwaltung. Denn das Bild Preußens ist geteilt. Im Westen Deutschlands steht Preußen für eine liberale Wirtschaftspolitik (starke Investitionen im Ruhrgebiet, im Saarkohlenrevier und in Oberschlesien). Dadurch entstanden viele neue Arbeitsplätze im Bergbau und im Hüttenwesen. In Polen dagegen steht Preußen für Neokolonialismus, für die Unterdrückung der polnischen Bevölkerung. Dies hatte J. W. Stalin bewogen, eine Enteignung des Hohenzollern-Vermögens in der SBZ durchzusetzen.

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Ich hatte vor über 40 Jahren Kontakte zum Polnischen Rundfunk. Meinen Erinnerungen zur Folge gab es eine starke Reserviertheit zum Preußentum. Preußen war mehrfach an der Teilung Polens beteiligt. In den preußischen Teilungsgebieten strebte man nach einer vollständigen Germanisierung der polnischen Bevölkerung. Die Preußen stellten die Oberschicht und bauten nach dem Vorbild Schlesiens viele herrschaftliche Gebäude. Nur in russischen Teilungsgebieten ging man einen ähnlichen Weg. So wurden hier die Verwaltung und das Schulwesen russifiziert (Quelle: Fakten über Polen, Agentur Interpress, Warschau 1977). Damals wurde dieser Standpunkt nur leise vertreten. Denn die damalige Sowjetunion propagierte die Losung, dass die Befreiung aus dem Osten kam. Demnach war zu laute Kritik am großen Bruder tabu.

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