Hat es Nachteile nicht gestillt zu werden?

4 Antworten

Im Prinzip keine, auch wenn es mittlerweile einen schrecklichen Stilldruck gibt. In den 80ern z.B. sah das ganz anders aus, es wurde Flaschenfütterung propagiert.

Im Endeffekt wird jedes Kind groß, das ausreichend Nahrung bekommt, die Neigung Krankheiten, Übergewicht, sowie der IQ sind eher genetisch (oder auch durch das Umfeld) bedingt, da macht die Nahrung im Säuglingsalter keinen signifikanten Unterschied.

Übrigens: Mein Kind, flaschengefüttert, ist selten krank, hat keine mir bekannten Allergien, lediglich eine mir bekannte Unverträglichkeit (Kiwi) und ist gertenschlank. Das Kind einer Freundin/Bekannten, gestillt, ist dagegen extrem anfällig und hat zig Allergien, darf kaum etwas essen. Das soll nun nicht heißen, dass das eine besser oder schlechter ist, aber es macht ganz einfach keinen Unterschied und man sollte endlich aufhören Frauen, die nicht die Brust geben, fertig zu machen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich habe ein Kind.

Muttermilch ist die von der Natur für das Baby vorgesehene Nahrung. Sie enthält alle Nährstoffe, die das Baby braucht, und dazu noch Antikörper.

Industriell hergestelltes Milchpulver, egal wie gut es ist, kann nie so gut sein wie die Muttermilch.

Hinzu kommt, dass viele Eltern irgendwann von der Pre/1er auf eine sinnlose Folgemilch umsteigen, die zusätzliche Kohlenhydrate enthält, die aber eigentlich nicht notwendig sind. Manche Milchpulver sind leider auch mit Mineralöl belastet.

Pre-Nahrung im Test: Baby-Milchpulver häufig mit Mineralöl belastet - ÖKO-TEST (oekotest.de)

Das soll aber ausdrücklich nicht heißen, dass automatisch alle Flaschenbabys Nachteile haben.

Es gibt sogar eine Studie zum Thema, in der mithilfe von gestillten und nichtgestillten Geschwistern herausgearbeitet wurde, dass viele Vorteile, die dem Stillen zugeschrieben werden (seltener krank, höhere Intelligenz, bessere Schulnoten, ...) in Wirklichkeit mit dem sozioökonomischen Status der Mutter zusammenhängen. Denn tendenziell stillen wohlhabende besser gebildete Frauen häufiger, während ärmere Frauen oft Milchpulver füttern (statistisch gesehen - das heißt natürlich im Umkehrschluss nicht, dass jedes Stillbaby reiche Eltern hat und jedes Flaschenbaby arme).

Is breast truly best? Estimating the effects of breastfeeding on long-term child health and wellbeing in the United States using sibling comparisons - PubMed (nih.gov)

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das auch bestätigen. Meine Geschwister wurden gestillt, ich nicht. Wir haben aber alle drei kein Diabetes und keine Allergien.

@Elli113

"Stillen bildet eine ideale Grundlage für die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Kindes. Daher empfehlen sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Nationale Stillkommission, ein Kind in den ersten sechs Monaten ausschließlich durch Muttermilch zu ernähren. " Auszug aus meinem Link oben.

Welcher Quelle schenkst du mehr Vertrauen - oder lehnst du Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab?

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@GrandVoyager

Dein Link ist tatsächlich eher fragwürdig, aber ich lehne weder die Empfehlung der WHO und noch die der Nationalen Stillkommission ab. Ganz im Gegenteil.

Ich gebe nur zu bedenken, dass nicht alle Vorteile des Stillens, die dem Stillen zugeschrieben werden, auch tatsächlich vom Stillen abhängen.

Lies gerne in die von mir verlinkte Studie rein.

Zitat:

Results from between-family comparisons suggest that both breastfeeding status and duration are associated with beneficial long-term child outcomes. This trend was evident for 10 out of the 11 outcomes examined here. When we more fully account for unobserved heterogeneity between children who are breastfed and those who are not, we are forced to reconsider the notion that breastfeeding unequivocally results in improved childhood health and wellbeing. In fact, our findings provide preliminary evidence to the contrary. When comparing results from between- to within-family estimates, coefficients for 10 of the 11 outcomes are substantially attenuated toward zero and none reach statistical significance (p < 0.05).

Ergebnisse aus Vergleichen zwischen Familien deuten darauf hin, dass sowohl der Stillstatus als auch die Stilldauer mit vorteilhaften langfristigen Folgen für das Kind verbunden sind. Dieser Trend war für 10 der 11 hier untersuchten Endpunkte offensichtlich. Wenn wir die bisher unbeobachteten Ungleichheiten zwischen gestillten und nicht gestillten Kindern umfassender berücksichtigen, sind wir gezwungen, die Vorstellung zu überdenken, dass das Stillen eindeutig zu einer Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Kindern führt. Tatsächlich liefern unsere Ergebnisse vorläufige Beweise für das Gegenteil. Wenn man vom Vergleich zwischen Familien zu Vergleichen innerhalb der Familie kommt, werden 10 von 11 Endpunkten wesentlich gegen Null abgeschwächt und keiner erreicht statistische Signifikanz (p < 0,05).

Stillförderung ist richtig und wichtig, ich halte aber nichts davon, Müttern ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen, die nicht stillen können oder wollen.

Und nur bevor mir hier etwas unterstellt wird: ich höre selbst zur exotischen Gruppe der Langzeitstillenden.

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