Hat Erdogan den Putsch selber inszeniert?

15 Antworten

Hat Erdogan den Putsch selber inszeniert?

Es gibt eine ganze Reihe von Indizien, die darauf hinweisen. Doch es gibt (derzeit) keinen Beweis.

Eines der m. E. stärksten Indizien ist die Tatsache, dass der türkische Geheimdienst fünf Stunden vor dem Beginn des Putsches eine Sondersitzung abhielt, aber Erdogan von seinem Schwager gewarnt worden sein will.

Trotz dieser überaus schwachen Informationslage ist er um Mitternacht in Richtung Istanbul aufgebrochen. 

Er ist also eine Stunde nach Beginn des Putsches, als noch niemand wusste, wer da eigentlich die Oberhand gewinnen wird, in die Stadt aufgebrochen, in der man ihm - seinem eigenen Bekunden nach - nach dem Leben trachtete.

Und das, obwohl er an seinem Aufenthaltsort von den Putschisten bombardiert worden war ( http://goo.gl/WziL6F ); er also davon ausgehen musste, dass man ihm wirklich nach dem Leben trachtete.

Doch trotzdem flog er mit seinem eigenen Flugzeug samt eingeschalteten Transponder (also quasi mit großer Rundumleuchte auf dem Flugzeug, die allen signalisierte: "Seht her! Hier bin ich!"), obwohl angeblich haufenweise Jets und Hubschrauber der Putschisten in der Luft waren und die Zivilmaschine mit Leichtigkeit aus dem Himmel pusten können würden...

Und auch Reuters berichtete unter Berufung auf türkische Militärkreise, dass das Flugzeug Erdogans von zwei F16 der Putschisten anvisiert aber nicht unter Feuer genommen worden war. Es war also nicht nur "wahrscheinlich", dass man ihm nach dem Leben trachtete (s. Bombardierung seines Hotels), sondern auch möglich, ihn zu töten. ... Trotzdem landete er unbeschadet und ohne einen Kratzer in der Hauptstadt des Putsches ... mitten im Putsch.


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Entweder ist er also sehr, sehr todesmutig und hatte wahnsinniges Glück; oder er wusste bereits, dass ihm nichts geschehen würde.

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... und auch die Tatsache, dass direkt am Tag nach dem Putschversuch nicht etwa im (beteiligten) Militär, sondern im ((noch?) nicht beteiligten) Justizapparat aufzuräumen und dabei sehr gezielt knapp 3.000 Richter und Staatsanwälte herauszupicken. Von den nachfolgenden Aktionen, die die gesamte gesellschaftliche Bandbreite (Staatsapparat, Fernsehen, Zeitungen, Schulen, Polizei, ...) betreffen, ganz zu schweigen.

Es MUSS also vorbereitete Listen gegeben haben, die nur auf einen Anlass warteten. 

... und da kam der Putsch - natürlich rein zufällig ;) - wohl ziemlich gelegen...

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Doch ob er den Putsch selbst inszeniert hat oder nicht, kann (zur Zeit) niemand mit Sicherheit sagen. Es kann auch einfach sein, dass ihm "dumme Putschisten" in die Hände spielten, weil sie vielleicht sogar von diesen Listen wussten und verhindern wollten, dass er diesen letzten Schritt des Umbaus der Demokratie zur Diktatur geht.

In diesem Kontext ist für mich die Reaktion der Bundesrepublik sehr viel interessanter: Man verurteilte den Putsch und stellte sich auf die Seite von Erdogan; noch bevor man überhaupt wusste, welche Hintergründe der Putsch haben könnte. Und das, nachdem Erdogan bereits vor dem Putsch die Demokratie im Land massiv demontiert hatte; also alles andere als "demokratische Absichten" hatte ... und bis heute hat.  

Die Möglichkeit besteht nicht nur, die Hinweise deuten geradezu auf eine Inszenierung hin.

Bei einem Putsch werden immer Schlüsselpositionen besetzt. Dazu gehören:

  • Regierungsbereiche
  • Polizeistationen
  • Medien
  • Kontrolle der verkehrstechnischen Infrastruktur

Diesen Schlüsselpositionen, sozusagen das kleine 1 mal 1 eines jeden Putsches, wurden nicht einmal halbherzig besetzt.

Setzt man dann noch die Anzahl der Festnahmen ins Verhältnis zur derzeitigen türkischen Armeestärke, dann muss man sich abmühen um hier überhaupt einen Promillebereich zu errechnen. Von auch nur einem Prozent der Armee kann man nicht reden.

Möglich ist das schon, aber ich glaube es nicht wirklich. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Erdogan es hat drauf ankommen lassen, um die Situation für seine Zwecke zu nutzen.

Dass es in der Armee diese Trendenzen gegen ihn gab, hat er ja offensichtlich gewusst. Da lässt er die doch nicht unbeobachtet machen was sie wollen. Blödheit kann man Herr Erdogan nun (leider) nicht vorwerfen. Statt den Putsch von vornherein zu verhindern, hat er also Gegenmaßnahmen geplant, Listen mit unliebsamen Leuten erstellt und sich gefreut, dass seine Gegner ihm indirekt dabei helfen seine Macht zu festigen und auszuweiten.

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