Hat er trotzdem noch Chancen da eine Stelle zu bekommen? Was kann er tun um seine Chancen zu erhöhen

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3 Antworten

Unsinkabel2 hat es eigentlich perfekt auf den Punkt gebracht. Auch, wenn man die Wahrheit oft nicht so gerne hört. Es ist einfach so, wie der Antwortgeber geschrieben hat!

Ich persönlich würde dir und deinem Freund raten - bitte NICHTS umschreiben oder ähnliches. Jeder halbwegs normale Chef kann sich trotz Umschreibung seinen Reim auf alles machen. Zumal - wie willst du diese Vergangenheit umschreiben? Das würde wie eine Ausrede wirken - und das ist falsch! Dein Freund soll ehrlich sein! Das beeindruckt viel mehr als wegleugnen oder alles schön zu reden. Wie wäre es, in seiner Bewerbung offen zu seinen Fehlern zu stehen? Gleichzeitig würde ich an seiner Stelle anbieten, ein Praktikum zu machen um zu beweisen, dass er sich geändert hat! Das würde mich als Chef mehr beeindrucken und aufhorchen lassen, als wenn alles schön geredet wird! Die schlechten Noten könnt ihr nicht wegdiskutieren - die bleiben! Jetzt liegt es an deinem Freund zu beweisen, dass er MEHR drauf hat. Aldi und Lidl zahlen übertariflich gut - so heisst es, ja. Ich kenne genug Beispiele, da ist dem anders. Aber gut. :-) Ich finde auch, dass dein Freund nicht danach wählen sollte. Hand aufs Herz - ich gebe als Chef niemanden eine "übertariflich bezahlte" Stelle, wenn er mit solchen Noten und dieser Vorgeschichte ums Eck kommt. Eine Chance - warum nicht? Aber ich würd ihn erst mal ganz unten ansetzen, damit er sich beweisen kann. Was weiss ich - Regale auffüllen?? Wenn er bereit ist, zu zeigen was er kann - dann bekommt er irgendwann vielleicht die Chance aufzusteigen. Schraubt bitte eure Ansprüche zurück! Das könnte der Stolperstein auf ewig werden. Dein Freund muss sich klar sein, dass er vieles verkorkst hat. Jetzt heisst es - Ärmel hochkrempeln und neu beginnen!

Prüfungszeugnis mehr schlecht als recht (alles voll mit 4ern) ... seit etwa 8 Monaten arbeitslos ... denn dort wird übertariflich gezahlt

Wer das Eine will, muss das Andere mögen, sagt der Volksmund.

Hand aufs Herz: Würdest DU jemanden einstellen, der mit diesem Hintergrund ankommt, wenn du gleichzeitig jede Menge Bewerbungen von Leuten hast, die keine schlechten Zeugnisse und keine lange Arbeitslosigkeit nachweisen?

Und wie kann er die Noten in der Bewerbung "umschreiben" oder erklären?

Gar nicht.

WÄRE er nicht auch noch 8 Monate arbeitslos gewesen, wäre das letzte Arbeitszeugnis deutlich interessanter. Nun muss man "wieder unten anfangen", also auch die Abschlusszeugnisse berücksichtigen. Damit wäre jedes "Schönreden" nur fatal, denn es würde als "Realitätsverweigerung" ausgelegt.

Was soll er machen damit ihm diese Noten nicht zum Verhängnis werden?

Er hat den schwierigen Weg gewählt. Nun wird er ihn wohl auch gehen müssen.

Mein Rat: Natürlich Bewerbung dort abgeben! Natürlich versuchen! Aber ehrlich bleiben. Es sind nun einmal schlechte Zeugnisse; und es sind nun einmal noch dazu 8 Monate Faulheit gewesen. (Lager und Transport suchen IMMER mindestens Aushilfen.)

Allerdings nicht fest darauf setzen, sondern schleunigst einen Job suchen. Ganz egal, wie der bezahlt wird. Und von dort aus - also "aus ungekündigter Stellung" - immer wieder bei besseren Firmen anklopfen und um bessere Jobs bewerben. Manchmal dauert es zwei, drei Monate: manchmal eben auch sechs oder mehr Monate. Aber das ist der sichere Weg, von schlechten Zeugnissen abzulenken und mit Hilfe von guten(!) Arbeitszeugnissen zu belegen, dass die Zeugnisse Geschichte sind und heute nichts mehr bedeuten...

Gewitterhexe89 22.01.2013, 15:19

Er ist NICHT faul! Er hat keinen Führerschein und wir wohnen in einem kleinen Dorf. Das schreckt die Chefs einfach ab. Ein Aushilfsjob nützt ihm gar nichts. Er braucht mindestens eine Teilzeitstelle.

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Unsinkable2 22.01.2013, 16:01
@Gewitterhexe89

Er ist NICHT faul! Er hat keinen Führerschein und wir wohnen in einem kleinen Dorf.

Nochmals, Gewitterhexe89: Das ist eine Sache, die IHR euch SELBST zuzuschreiben habt. Oder wollt ihr andere für euren SELBST GEWÄHLTEN Wohnort verantwortlich machen? Nichts und niemand hindert euch hoffentlich an einem Umzug.

Das schreckt die Chefs einfach ab.

Natürlich macht es das. Zum Einen ist es nicht ihr Problem, zum Anderen zeigt ihr damit fehlende Bereitschaft zur Flexibilität. Noch dazu in Zeiten, in denen Flexibilität eines der obersten Gebote geworden ist und euch - nicht nur, aber vor allem - aus politischer Richtung allenthalben entgegen geschleudert wird.

Ein Aushilfsjob nützt ihm gar nichts. Er braucht mindestens eine Teilzeitstelle.

... weil? Weil er sonst nicht "übertariflich Kohle scheffeln" kann?

Nochmals, Gewitterhexe89: Er hat diesen Weg selbst gewählt. Niemand hat ihm die schlechten Zeugnisse boshaft verpasst. Es war SEINE ENTSCHEIDUNG.

Und natürlich kann ich jetzt bunte Farben nehmen und euren Weg in schillernden Phrasen ausmalen. Ich kann aber auch einfach bei den Fakten bleiben. Und die sind - so bedauerlich es sein mag - ernüchternd:

  • Miese Zeugnisse
  • Lange Arbeitslosigkeit
  • Wenig bzw. keine Berufserfahrung
  • Keine Bereitschaft, umzuziehen

= ziemlich uninteressant; vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass es Hunderte, nein, Zehntausende Menschen gibt, die mehr zu leisten bereit sind...

Er kann also Glück haben und auf das Glück hoffen; er kann aber auch den sicheren Weg des "Hocharbeitens" wählen... Auch das liegt EINZIG BEI EUCH.

Jeder ist seines Glückes Schmied - aber nicht jeder Schmied hat Glück...

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Gewitterhexe89 22.01.2013, 17:58
@Unsinkable2

Nichts hindert uns an einem Umzug?? Schön wärs! Wir dürfen nicht umziehen! Bzw. bekommen keinerlei Unterstützung beim Umzug (Kaution,Umzugskosten und Co). Selbst können wir das wohl kaum zahlen. Allein der Möbeltransport würde uns finanziell das Rückgrad brechen.

Für eine Aushilfsstelle darf er vom Jobcenter aus NICHT umziehen! Bei einer Teilzeitstelle schon(vorausgesetzt diese ist unbefristet).

Wir würden LIEBEND GERNE SOFORT umziehen! Aber ohne unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen wir dafür nicht das ok vom Amt! Wir bieten es in Bewerbungen grundsätzlich an,im Fall einer Zusage SOFORT umzuziehen! Aber den Chefs dauert die Kündigungsfrist zu lange. Keiner wartet 3 Monate auf einen Mitarbeiter. Und pendeln ist nicht machbar.

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Geh zu den Aldi Filialen und red mit der Leitung, ob ein Job frei ist, oder geh rein, vielleicht fällt dir auf, was da zu tun ist. Mach einen Vorschlag im Gespräch, zeige Interesse und Tatkraft. Nimm Deine Papiere mit. Mancher hat schon mit dem Besen angefangen......Entscheidend war der Anfang, egal wie.....

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