Hat eine Zwangsversteigerung Einfluß auf Wohnrecht?

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4 Antworten

Wer den Zuschlag erhält, übernimmt demzufolge dieses "Erbe" auf ewig? 

Nicht auf ewig. Es endet mit dem Tod der eingetragenen Person, oder anderweitig vertraglich geregelten Bedingungen.

Könnte irgend wann Eigenbedarf angemeldet werden? 

Anmelden kann man immer. Ist aber definitiv unwirksam.

Kann der neue Eigentümer Miete verlangen? 

Nein kann er nicht. Aber anteilige Betriebskosten können verlangt werden.

Kann der neue Eigentümer irgendwann seinen Garten selber nutzen?

Ja, nach dem Tod der eingetragenen Person.

  • Natürlich kann man sich beiderseitig einigen, wenn die Person willens ist und eine akzeptable Lösung angeboten wird.
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Kommentar von DietmarBakel
09.04.2016, 19:18

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Ob das Recht bei der Zwangsversteigerung bestehen bleibt, kommt auf den Rang des Rechtes an, aus dem die Zwangsversteigerung betrieben wird. Meist ist das eine erstrangige Grundschuld einer Bank. In diesem Fall würde das Wohnrecht erlöschen, da es Nachrang hat. Die Rangverhältnisse sind aus dem Grundbuch ersichtlich.
Bleibt das Recht aber bestehen, muss es vom Ersteher gemäß der damaligen Bewilligung übernommen werden. Für den Berechtigten ändert sich also nichts. Das Wohnrecht erlischt mit dem Tode des Berechtigten oder wenn es tatsächlich nicht mehr ausgeübt werden kann.

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Kommentar von Amtsschimmel25
07.04.2016, 14:26

Das ist nicht ganz korrekt. Ein solches Recht (auch dingliches Recht genannt) ist nicht in der Abt. III des Grundbuches in dem die Grundschulden und Hypotheken eingetragen werden, sondern in der Abt. II eingetragen. Wenn also ein Gläubiger aus der Abt. III die ZVG betreibt kann er der erstrangige Gläubiger dieser Abteilung sein, aus der in 90 % aller Versteigerungen eine solche betrieben wird. Die dinglichen Rechte bleiben bestehen und werden bei der Berechnung des Verkehrswertes Wertminderns berücksichtigt (gilt auch für Wege und Leitungsrechte usw.) Nur wenn aus der Abt. II aus einem vorrangigem dinglichen Recht die ZVG betrieben wird, kann das Wohnrecht z.B. in Gefahr geraten, da dieses im Zweifel erlöschen würde. Es ist daher Sinnvoll zu beantragen, dass dieses Recht bestehen bleiben soll, was die Chancen der erfolgreichen Versteigerung verringert, oder man tritt mit seinem Recht dem Verfahren bei und kommt damit mit ins geringste Gebot. man verliert zwar sein Recht, wird aber finanziell abgefunden.

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Kommentar von Ronox
07.04.2016, 19:41

Unsinn. Natürlich besteht nicht nur ein Rangverhältnis innerhalb von Abteilungen, sondern abteilungsübergreifemd. Das ergibt sich schon daraus, dass die Eintragung von Rechten in verschiedene Abteilungen nur eine Ordnungsborschrift ist. Andernfalls bräuchte man zudem auch nicht das Tempusprinzip zur Rangvestimmung. Weiter könnte dadurch jedee Eigentümer eine Zwangsversteigerung zunichte machen, indem er dutzende Rechte un Abteilung II eintragen liese. Abschließend sei gesagt, dass es sich auch bei Grundpfandrechten um dingliche Rechte handelt.

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Das kommt auf den Rang im Grundbuch an. Ist das Wohnrecht vorrangig zur Grundschuld auf der die Versteigerung betrieben wird, dann bleibt es bestehen mit allem drum und dran. Ist es nachrangig, dann geht es sehr wahrscheinlich verloren. Man kann ggf. auch auf das Haus mit Wohnrecht bieten. Dann wird das Wohnrecht angerechnet und bleibt ebenfalls bestehen. Am besten mal beim Rechtspfleger nachfragen. Der kann sahen wie das RangVerhältnis ist.

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Wenn das Wohnrecht eingetragen ist, kannst du es nicht wegen Eigenbedarf streichen lassen. Du kannst höchstens mit dem Berechtigten reden und im Geld bieten, damit es gestrichen wird.

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