Hat ein sich nicht im Dienst befindlicher Arzt trotzdem eine Garantenstellung, wenn sein Patient aufgrund seiner Krankheit zu Ertrinken droht?

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2 Antworten

Natürlich, sobald er über einen Notfall Bescheid weiß muss er auch helfen. Das ist nicht nur bei Ärzten sondern auch bei nichtärztlichem medizinischem Fachpersonal so. Ärzte und nichtärztliches medizinisches Fachpersonal haben eine Garantenstellung, Ärzten droht zusätzlich der Entzung der Approbation. Hinzu kommt die allgemeine unterlassene Hilfeleistung, die mit Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft wird. 

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Kommentar von abcjc
16.02.2016, 21:18

Wo finde ich Quellen, die das belegen?:)

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Kommentar von JuraErstie
17.02.2016, 00:01

In jedem Strafrechts-AT Lehrbuch sollte sowas stehen, kannst direkt zu den unechten Unterlassungsdelikten durchblättern.

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Kommentar von garfield262
18.02.2016, 17:23

Wieso sollte der Arzt in diesem Fall eine Garantenstellung innehaben?? Gut, Feuerwehrmann, Rettungsschwimmer, Einsatztaucher etc., da sähe die Welt wieder anders aus - aber was hat ein Arzt mit der unmittelbaren Wasserrettung zu tun? Er sollte nicht grad wegschauen und sich damit der unterlassenen Hilfeleistung strafbar machen, das war's dann aber auch schon mit seinen Pflichten (wie bei nahezu jedem anderen Bürger auch). Die Rettung eines Ertrinkenden kann gleichzeitig ein unmittelbares Risiko für den Retter bedeuten (ich spreche aus Erfahrung). Wer es sich zutraut, sollte selbstredend auch aktiv werden; wer jedoch berechtigte Sorge um sein eigenes Wohlergehen hat, wird i.d.R. auch nicht belangt (solange z.B. ein Notruf o.ä. abgesetzt wird) und ggf. andere Mittel wie Rettungsringe, Leinen, Boote o.ä. genutzt werden.

Selbst wenn der Betroffene sich noch an Land befindet, in unmittelbarer Reichweite des Arztes und kurz davor ist, ins Wasser zu gehen, dürfte der Arzt allenfalls versuchen, die Person verbal von seinem Vorhaben abzuhalten; körperlicher Zwang bzw. dessen Androhung könnte sogar eine Nötigung darstellen (vorausgesetzt, der Betroffene ist sich über die Tragweite seines Handelns im Klaren, leidet also nicht an einer psychischen Störung etc.).

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Der Arzt, egal welcher, muß von diesem akutem Zustand auch wissen. Weiß er es, aber er unternimmt nichts, dann rappelts aber.

Vorausgesetzt, es ist medizinisch noch eine Behandlung möglich.

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Kommentar von abcjc
16.02.2016, 21:11

Der Arzt weiß von der Krankheit des Patienten, er befindet sich nur zum Unglückszeitpunkt nicht im Dienst und sieht nur zufällig wie der Patient im Wasser ist. Dem Patienten sind die Gefahren bewusst, als dieser sich ins Wasser begibt, er nimmt sie jedoch nicht ernst.

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