Hat ein Planer Anspruch auf eine Geldleistung, wenn die Leistung noch nicht korrekt erbracht ist?

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4 Antworten

Bei den Schilderungen bin ich sehr skeptisch was ich glauben soll.

Ausgangsbasis ist einmal, daß dein Architekt dir also die LPH 1-2 in Rechnung stellt. Solange er die Grundlagenermittlung und die Vorplanung bereits erbracht und dokumentiert hat, wäre das nicht zu beanstanden.

Die Honorarhöhe richtet sich i.d.R. nach der Kostenschätzung, die der Architekt wohl völlig korrekt in der LPH2 aufgestellt hat. Bei einem großzügigen Bauvorhaben mit schätzungsweise gut 360.000 € oder mehr anrechenbaren Baukosten gäbe es an der Höhe nichts auszusetzen.

Was definitiv nicht klar ist welche Art von Vertrag ihr geschlossen habt.

Du sprichst einmal von einem Pauschalvertrag, dann wieder von Abrechnung nach HOAI Leistungsphasen und dann wieder von geleisteten Stunden. Ja, was haben denn beide Parteien nun unterschrieben ? Sofern diese Vereinbarung nicht rechtswidrig ist (was gut sein kann), gilt genau das.

Handelt es sich wirklich um einem Pauschalvertrag (dessen Berechnungsgrundlage nach HOAI nachvollziehbar sein muß), dann habt ihr für die LPH 1-4 anhand der damaligen Aufgabenstellung eine pauschale Vergütung definiert.

Entsteht durch die Änderung der Aufgabenstellung ein Mehraufwand, darf selbstverständlich der Auftragnehmer den Mehraufwand geltend machen. Du kann ja auch keinen smart bestellen und ohne Aufpreis eine S-Klasse erwarten.

Für eine angemessene Abschlagszahlung aus diesem Vertrag kann man die Honorarverteilung nach HOAI zugrunde legen. Danach wären für die LPH1-2 ca. 37 % der Pauschalsumme fällig.

Inwieweit du mit den Vorentwürfen nicht zufrieden bist, ist ein anderes Thema. Mit Abschluss der LPH2 kannst du jedenfalls noch keine fehlerfreie Entwurfsplanung erwarten. Die wäre nämlich mit LPH3 zu vergüten und kostet mehr als LPH1+2 zusammen.

Wenn die Erwartunghaltung und die Erfüllung soweit auseinander liegen, sollte man mal die Gründe analysieren und nicht versäumen sich an die eigene Nase zu fassen.

Wenn du genau weißt was du willst, mußt du es dem Architekten erklären. Dann sollte er es auch versuchen umzusetzen. Aber eben nur wenn es auch möglich ist. An der Quadratur des Kreises sind schon Andere gescheitert.

Gehörst du zur Sorte, die immer nur weiß was sie nicht will, solltet ihr euch im gegeseitigen Interesse über eine vorzeitige Beendigung des Vertrags unterhalten.

Annamuster 02.12.2013, 15:50

Wie müsste denn eine Kostenschätzung im Detail aussehen? Ist hier ein Pauschalwert pro Kubikmeter ausreichend oder gibt es ein Formular o.ä. in dem z.B. Ausstattungskriterien/Heizung etc. zu Grunde gelegt werden?

Danke nochmal

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Annamuster 02.12.2013, 15:50

Wie müsste denn eine Kostenschätzung im Detail aussehen? Ist hier ein Pauschalwert pro Kubikmeter ausreichend oder gibt es ein Formular o.ä. in dem z.B. Ausstattungskriterien/Heizung etc. zu Grunde gelegt werden?

Danke nochmal

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Kommt auf den Vertrag an. Grundsätzlich gilt, dass ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser eine genehmigungsfähige Planung abzuliefern hat. Es kann aber auch vereinbart sein, dass er nur versuchen soll, eine solche Genehmigung zu erreichen.

Erkundige dich, welche Referenzen dieser Planer hat. Alles andere wird teurer. Wenn er keine Referenzen hat, vergiss es. Dann muss er klagen. Wenn er Geld will. Und beweisen, dass er was Vernünftiges gemacht hat. Vermutlich kennt er sich in diesem Vorgehen aus. Die Frage für dich ist, ob du genügend Vertrauen in diesen Planer hast, weiter mit ihm vorwärts zu gehen. Falls nicht: ABBRECHEN. Zahle oder auch nicht und sei ein freier Mensch, danach kannst du einen suchen, der das macht, was du willst. Das ist jedenfalls kreativer und letztendlich (Glaube mir) billiger... Das ist hier keine Rechtsauskunft, nur "normaler Menschenverstand".

janfred1401 29.11.2013, 08:41

die Referenzen holt man sich vorher ein. Ich würde doch keinen Planer beauftragen, der mir gänzlich unbekannt ist.

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Wenn ihr einen schriftlichen Architektenvertrag habt, dann muss daraus hervorgehen ob dieser nach den entsprechenden Prozentzahlen der Leistungsphasen abgerechnet werden soll, oder auf Stundenbasis.

Du hast ja jetzt schon viele Male mit Schwierigkeiten bezüglich eurem Planer berichtet. In dem Fall würde ich dem Planer vergleichsweise einen Betrag vorschlagen, damit man diese Zusammenarbeit beenden kann. Unter den Umständen bringt das nix mehr. Ich denke, das Vertrauensverhältnis ist zerstört und keine gute Zusammenarbeit mehr möglich. Schlagt einen Betrag vor, mit dem beide Parteien leben können. Nix zahlen geht allerdings nicht - er hat ja Arbeit geleistet.

Seehausen 29.11.2013, 10:00

Es kommt auf den Vertrag an. Grundsätzlich gilt, dass ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser eine genehmigungsfähige Planung abzuliefern hat. Es kann aber auch vereinbart sein, dass er nur versuchen soll, eine solche Genehmigung zu erreichen.

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pharao1961 29.11.2013, 10:20
@Seehausen

Bei dem vorhandenen Sachverhalt kann man glaube ich ausschließen, dass der Planer nur den Auftrag hatte, einen "Versuch" zu unternehmen.

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Annamuster 02.12.2013, 03:48

Was wäre den in so einem Fall angemessen?

Ich habe auch schon über Schadensersatz nachgedacht, da wir ein dreiviertel Jahr verloren haben und weiterhin noch Miete zahlen müssen. Mit einem kleinen Kind wird die Wohnung halt langsam etwas knapp, deswegen wollten wir ja möglichst bald bauen.

Aber Rechtsanwalt einschalten kommt wahrscheinlich viel teuerer, als seine unberechtigte Forderung. Ist halt dummerweise dann noch der künftige Nachbarr, falls wir das Grundstück nicht wieder veräußern.

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