Hat ein Enkelsohn einen Anspruch auf den Erbpflichtteil seines verstorbenen Vaters, wenn dieser in der Erbfolge zu Lebzeiten übergangen wurde?

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4 Antworten

Nein. Seinen Pflichtteil hätte der Sohn, dein Vater, lebzeitig gegen die eingesetzten Erben geltend machen müssen. Da er das offenbar nicht tat, hat er die in nicht begünstigende Erbeinsetzung offensichtlich akzeptiert. Im Gegensatz zu einem Erbe ist der Pflichtteil ein Anspruch, den man ausdrücklich fordern muss, damit er überhaupt besteht.

Oder er hat freiwillig und in bester Absicht auf das ihm zustehenden Erbe verzichtet, etwa zugunsten der Witwe, womit ihm auch kein Pflichtteilsrecht blieb. Im Gegensatz zu einem gegenüber dem künftigen Erblasser lebzeitig erklärtem Erb- und damit Pflichtteilsverzicht kann der nach dem Erbfall formlos, sogar mündlich erklärt werden: Ich bin mir sicher, die begünstigten Erben werden genau das behaupten und gegenseitig bezeugen :-(.

Dir als Enkel stünde im Übrigen nur dann ein auf dich übergegangenes Pflichtteilsrecht am Nachlass des Großvaters bzw. Großmutter väterlichseits zu, wenn dein Vater vor dem Erbfall des Großvaters/der Großmutter verstarb und deswegen testamentarisch nicht mehr berücksichtigt wurde.

G imager761

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Kommentar von lindasmama
08.02.2017, 13:34

Hm, ok, es wusste niemand, dass der Großvater gestorben war. Der erbberechtigte Sohn wurde nicht vom Nachlassgericht oder der Familie informiert. Der Enkel hat also jetzt erst 2 Jahre nach dem Tod seines Vaters davon erfahren.

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http://www.sueddeutsche.de/geld/erbschaft-wer-hat-anrecht-auf-einen-pflichtteil-1.2400249

Pflichtteilsansprüche muss man innerhalb von drei Jahren ab dem
Zeitpunkt anmelden, an dem man von der Enterbung erfahren hat, ansonsten verjähren sie",.......

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Kommentar von lindasmama
07.02.2017, 12:50

also von der Tatsache dass er im Erbe übergangen wurde hat der verstorbene Vater meines Vaters gar nichts erfahren. Das haben wir erst jetzt erfahren. Daher ist nun die Frage eher ob mein Vater als Enkel nun von seinem Onkel den Pflichtteil des Vaters einfordern kann. Vielen Dank.

 

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Soweit kein Verzicht erfolgte und der Anspruch noch nicht verjährt ist, ja, denn ein Pflichtteilanspruch ist nach der Entstehung vererblich §2317 BGB.

Hm, ok, es wusste niemand, dass der Großvater gestorben war. Der
erbberechtigte Sohn wurde nicht vom Nachlassgericht oder der Familie
informiert. Der Enkel hat also jetzt erst 2 Jahre nach dem Tod seines
Vaters davon erfahren.

Die Verjährung des Anspruchs gegen den Erben beträgt 3 Jahre ab Kenntnis des Erbfalls und des Testaments bzw 30 Jahre ohne Rücksicht auf die Kenntnis. Die Verjährungsfrist kann dabei aber schon durch die Kenntnis des Sohnes in Gang gesetz werden.

Anders sieht es beim eien etwaigen Anspruch gegen einen Beschenkten aus, hier beginnt die Verjährung mit den Erbfall.

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noch mal in deutsch und verständlich. Enkel - Grosseltern - da wurde der Vater irgendwie übergangen Pflichtteil

Vater ist gestorben, alles was dem Vater gehört - erbt die Frau zu 50% und bei einem Sohn/Tochter die anderen 50%

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