Hat die dritte Generation der Türken in Deutschland den Islam verlassen?

8 Antworten

Nein. Man hat nicht nur das Gefühl das sich die von Dir angefragten Türken fundamentalistischer zeigen, es ist einfach so.

Dies resultiert auch aus den von DITIB organisierten Islamunterrichten, sowie den Veranstaltungen in den Moscheen.

Wenn schon das Religionsministerium der Türkei Kinder-Comics zum schönen Märtyrertum veröffentlicht, was kann denn dann bei DITIB, die dem Minsterium unterstehen, rauskommen ?

Glaub' ich nicht.
Und was heisst das überhaupt "den Islam verlassen"?
Wie könnte man "messen" ob jemand gläubig ist, und ab wann sagst Du, dass er es nicht mehr ist?

Ich glaube eher es wird eine Art "raisin picking" geben, dass immer dann, wenn einem eine religiös begründete Regel gefällt, sie angewendet wird, und wenn nicht, dann wird sie eben nicht beachtet, oder "gedehnt".

Ganz sicher nicht. Alle Untersuchungen und Umfragen zeigen, dass die erste Generation meist säkular, wenig moslemisch, oft linksorientiert war. Kopftuchtragende Türkinnen gab es in den 70er Jahren so gut wie nicht.

Die nächsten Generationen sind konservativer bis reaktionärer, ihr Islam ist fundamentalistischer, die Kopftuchträgerinnen nehmen zu und der Integrationswille ab. Eine Parallelgesellschaft bildet sich heraus. Deutlich zeigt sich dies auch an der Zustimmung zu Erdogan. 

Konkrete Belege: 

Aktuelle Daten zeigen, dass sich das ohnehin schon stark ausgeprägte
reaktionäre Einstellungsbild der Türken in Deutschland (TiD) noch
einmal verschärft hat. Das Meinungsforschungsinstitut Liljeberg
Research International hat den Ergebnisbericht zu einer
repräsentativen Befragung von Türken in Deutschland mit dem Titel
„Deutsch-Türkische Lebens- und Wertewelten 2012“ veröffentlicht.

Ausgewählte Ergebnisse: 2010 stimmten „nur“ 33% der TiD der folgenden
Aussage zu: „Ich wünsche mir, dass in Deutschland irgendwann mehr
Muslime als Christen wohnen.“ 2012 waren es nun 46%.

„Atheisten empfinde ich als minderwertige Menschen“ Zustimmungsrate 2012: 25%;
2010: 22%. „Juden empfinde ich als minderwertige Menschen“.
Zustimmungsrate 2012: 18%; 2010: 14%.

45% befürworten die Koranverteilungsaktion der Salafisten in deutschen
Fußgängerzonen. Unter den 15- bis 29-Jährigen TiD sind es sogar
63%. (S. 94). 36% dieser jungen Türken würden die Aktion sogar
finanziell unterstützen. (S. 96).

Eine britische Studie zeigt ähnliche Ergebnisse (ZEIT, 2. Februar 2007): 37 % der jungen Muslime, 28 % der älteren würden lieber unter der Scharia leben als unter dem britischen Recht. 36 % der 16-24-Jährigen glauben, der Übertritt eines Muslims zu einer anderen Religion solle mit dem Tode bestraft werden, gegenüber 19 Prozent der über 55jährigen.

Der Psychologe Professor Bernd Simon von der Uni Kiel kam in einer Studie von 2007 zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der türkischstämmigen Jugendlichen schwule Nachbarn ablehnten, bei den Deutschstämmigen sind es dagegen nur 16 Prozent. 



Nur sagen damit haben wir nichts zu tun, das reicht nicht, noch nicht einmal hat ein Islamgläubiger vom Islam distanziert, dann sollen sich nicht aufregen, wenn sie unter Generalverdacht stehen.

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