Hat die deutsche Bahn eine Monopolstellung?

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6 Antworten

Klar, und wie.

Mit der Gründung der ersten Konkurrenz im Fernverkehr (HKX) hat die DB mal eben die Stationskosten um den Faktor 2,5 angehoben  -für die DB war das rechte Tasche --> linke Tasche, aber nicht für HKX. So ging das durch ca. 50 Prozesse, die da geführt werden mussten.

Nächstes Beispiel: Sylt-Shuttle!

Erst wurde das Verlade-Terminal "nicht freigegeben". Also hätte der private Sylt -Shuttle eine etwas längere Strecke fahren müssen zu einem neuen entlade-Terminal.

Dann kam heraus, dass die "Lizenzen" (oder wie sich das immer schimpfen mag) für die Streckenbelegung auch mit der Entfernung positiv verknüpft sind - also ein "Nachteil" für die DB.

Konsequenz der DB: der Sylt-Shuttle-plus war geboren (das Kuriosum hat seit dem schon mehr als 1 Fernsehsendung darüber bewirkt...). Man hänge einfach einen Personenzug an den Autozug, wobei nur der Personenzug dann weiter fährt, schwupps - und schon zählen diese Mehr-Kilometer nach dem "Vergaberecht" so, als würde sie der Autozug selbst zurück legen - und so hatte die DB auf einmal mehr Lizenzen.

Man muss dazu sagen,: es ist die einzige Strecke der DB, auf der sich die DB dumm und dusselig verdient - an Reisenden und Berufstätigen, die darunter sehr leiden.

Kaum ist die Strecke wieder in DB-Hand, ging natürlich auch das Terminal wieder für die anderen - gegen entsprechende Gebühren....

Zudem warten auf einmal die Anschlusszüge auch wieder, die zuvor als "Bestrafung der Reisenden", die mit der Konkurrenz fuhren, stets weg waren. Für die Streck ist die DB Netz verantwortlich, demzufolge auch für Verspätungen durch "Verzögerungen im Betriebsablauf" ... man konnte den Wettbewerb und die Kunden "herrlich" schikanieren.

Ich könnte Bücher schreiben über die "Sauereien" und Unverschämtheiten, die sich da immer noch abspielen.

Von Kunden-Lieferantenbeziehungen ganz zu schweigen. Die DB zahlt ihre Rechnungen einfach nicht - und nie pünktlich.

Es gibt sogar eine Organisation der Bauindustrie gegen die Deutsch Bahn, um die anerkannten, berechtigten offenen Forderungen von über 1,6 Milliarden Euro nur in dieser Branche einzuklagen - so weit sind wir schon. Die Firmen, die inzwischen Pleite sind, können natürlich nicht mehr klagen. Die Rechnung geht prima auf. Ich spreche nicht von offenen Rechnungen, die sind wesentlich höher, sondern von anerkannten Forderungen, die dennoch nicht beglichen werden.

Das alles ist in der Politik bekannt und es interessiert keine Sau dort.

Man sieht ja, was allein Herr Mehdorn alles toll mit seinem Können organisiert hatte... die letzte Leiche heißt Air Berlin... Seine Verwandtschaft ist auch in Amt und Würden und nicht unbedingt sehr verschieden...

Oder Herr Grube, der Loyalität der Mitarbeiter verlangte, aber selbst beleidigt die Segel strich,weil er nicht länger als 2 Jahre eine Garantie auf seinen Vorsitz bekam....bei Millionen-Honoraren...

 

Ergänzung:

bis auf den AutoZug Sylt hat sich die DB in SH alle privaten Strecken zurück geholt - und auf einmal gehen Dinge, die vorher nicht gingen. Da werden Fahrräder von der Beförderung im Nahverkehr zwischen Hamburg und Sylt zeitabhängig jetzt vollständig ausgeschlossen, Betriebs-Werke in privater Hand - trotz Bedarf - nicht mehr "bedient", Züge können plötzlich wieder fahren, die in Privatbesitz verkehrsunsicher waren.... oh Wunder, oh Wunder! Dummer Lapsus: die Züge wurden ungeheizt im Winter abgestellt und die Polster sind verschimmelt - teurer Austausch auf Kosten des Staates als Inhaber...

Als das noch in privater Hand war, gab es bei Ausfällen einen wirklich gut organisierten Schienenersatzverkehr - in Bereitschaft übrigens ständig vorgehalten. JETZT als DB habe ich bis zu 6 Stunden "warten" müssen - so löst man Probleme dort. Es "fallen" einfach die Verbindungen "aus".

Nein, in Deutschland gibt es seit der Privatisierung 1994 kein Monopol mehr im Schienenverkehr. In Deutschland herrscht innerhalb Europas neben Großbritannien und Schweden der meiste Wettbewerb auf der Schiene. In vielen anderen Länder gibt es meist noch ein staatliches Monopol. 

Nein.

Z.B. in Nordrhein-Westfalen fahren auf unterschiedlichen Linien u.a. die Nordwestbahn, die Westfalenbahn, die Eurobahn, Abellio, National Express, die Regiobahn und noch einige andere Bahnunternehmen.

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