Hat Deutschland seine Vergangenheit bewältigt?

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18 Antworten

Die Vergangenheit kann nie völlig bewältigt sein. Es gibt ja keinen objektiven Punkt, an dem das festmachen könnte. Ganz im Gegenteil: Wer sagt, die Vergangenheit ist bewältigt, der sagt ja mehr oder weniger: Hört auf euch mit der Vergangenheit zu beschäftigen, hört auf, in die Quellen zu schauen und in letzter Konsequenz: Hört auf, nachzudenken. 

Man kann aber in meinen Augen durchaus sagen, dass in Deutschland im Umgang mit der Vergangenheit mehr richtig als falsch gemacht wird. Denn es ist natürlich einfacher, Geschichte um "Siege" und große Taten von großen Männern herum zu erzählen, als dunkle Kapitel auszuleuchten und sich offen mit diesen zu beschäftigen.

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 Weltmeister in Vergangenheitsbewältigung

Mir ist gerade nicht in Erinnerung wann die offiziellen Meisterschaften ausgetragen wurden und wer der Veranstalter war.

Ich bin mir aber absolut sicher, dass es im TV keine Liveübertragung gab.

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Kommentar von earnest
28.06.2017, 17:09

Vielleicht war das irgendwann bei RTL oder im Bezahlfernsehen?

Bei DSDWMVBW?

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Bewältigen bedeutet, daraus zu lernen. Die politische Elite hat dies seit mehreren Dekaden gelebt, jedoch ist dass bei einigen Einwohnern nicht angekommen und verstehen es als Unterwerfung nach dem Motto "Was habe ich mit den Morden meinen Vorgenerationen zu tun, hierfür bin ich nicht verantwortlich.".


Selbstverständlich sind wir (fast) alle die heute in Deutschland leben nicht für die Vergangenheit verantwortlich, jedoch besitzen wir die Verantwortung unsere und die künftigen Generation daran zu erinnern dass unsere Vorfahren diese Vergangenheit hatten.

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Kommentar von Jack98765
28.06.2017, 08:09

Dass niemand vergisst was damals war, sorgen schon diverse Gruppierungen die Deutschland, aber auch Österreich immerwieder mit der Nazikeule kommen

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Zunächst mal gibt es dafür keinerlei Maßeinheit...

Dann müsstest du mal erläutern, was du unter Vergangenheitsbewältigung meinst...

Für mich hat der Begriff 2 Aspekte: 

1. DIe Bewältigung der historischen Vergangenheit durch Individuen, die in sie verstrickt waren, als selbstkritische Aufarbeitung.

Unter diesem Aspekt ist die Vergangenheitsbewältigung des Hitlerfaschismus sowohl in der BRD als auch in der DDR auf eine ausgesprochen deprimierende Art und Weise zumeist gescheitert. Da wurde von eher wenigen wirklich etwas "bewältigt" und von den meisten mehr verdrängt.

2. Die Übernahme von Verantwortung im Sinne einer kritisch-begreifenden Auseinandersetzung mit der Geschichte, um aus ihr zu lernen und die Wiederholung von negativen Aspekten tunlichst zu vermeiden.

Das ist initiiert durch die 68er-Generation vergleichsweise hervorragend gelungen.

Abschreckendes gegenbeispiel wäre die Aufarbeitung des Stalinismus in Russland und die Anerkenntnis dessen verbrecherischen Charakters.

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Da Deutschland weltweit der einzige Staat ist, der versucht hat, seine Vergangenheit zu bewältigen, ist der Weltmeistertitel durchaus berechtigt. Man war eben Einzelstarter.

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Ich denke schon, dass Deutschland seine Vergangenheit gut bewältigt hat. Dafür wird es sogar im Ausland als Vorbild gesehen. Deutschland gilt heutzutage als Friedensmacht. Trotzdem ist es wichtig, dass die Vergangenheit nicht vergessen wird. Auch junge Menschen sollten nicht vergessen, was der Nationalsozialismus war. 

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Kommentar von ArjunasPfeil
28.06.2017, 14:52

Die "Friedensmacht" ist aber viel zu aggressiv und kriegstreibend um den Titel auch zu verdienen.

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Würde ich nicht so sehen. Eher mittendrin statt nur dabei.....

Aus der Vergangenheit lernen ist ja völlig ok, aber jeder gerade geschlüpften Generation einen fetten Rucksack mit Schuldgefühlen umzuschnallen, finde ich falsch.

Immer und immer wird suggeriert "Du bist ein Deutscher und wenn gewisse Vokabeln fallen, hast Du Dir betroffen auf die Schuhspitzen zu starren!" - egal welche Medien, stets der erhobene Zeigefinger.

So bewältigt man keine Vergangenheit.

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Kommentar von Jersinia
28.06.2017, 07:21

"Du bist ein Deutscher und wenn gewisse Vokabeln fallen, hast Du Dir betroffen auf die Schuhspitzen zu starren!"

Kannst Du mal eine Quelle bringen? Mir ist das noch nie passiert.

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Es ist ein echtes Phänomen, wenn es um deutsche Vergangenheit geht bleiben wir mit traumwandlerischer Sicherheit sofort in den Jahren 1933 - 1945 hängen und das wird zu unserem Denkzentrum. 

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Kommentar von earnest
28.06.2017, 10:09

Wer ist "wir"?

Woher kennst du mein Denkzentrum?

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Bei diversen Aufenthalten im Ausland wurde mir genau das schon mehrfach bestätigt mit dem Unterton des Respekts und des Verzeihens.

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Seit wann kann man Massenorde bewältigen? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wicghtig ist hingegen eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und da hapert es noch immer.

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Meinst du jetzt wegen der Nazi-Zeit?

Ich glaube, die Verbrechen der Nazi-Zeit sind so schlimm, dass man sie nicht "bewältigen" kann.

Und auch der Ausdruck "Wiedergutmachung" für die Entschädigungszahlungen ist völlig unangemessen, weil man mit Geld Mord nicht "wieder gut machen" kann.

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Kommentar von HansH41
28.06.2017, 17:21

"weil man mit Geld Mord nicht "wieder gut machen" kann."

Nach deiner perversen Logik hätte man das auch sein lassen können. Da hätten wir (die deutschen Steuerzahler, nicht du) uns viel Geld sparen können-

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Nein, Deutschland hat seine Vergangenheit nicht aufgearbeitet, was man schon sieht

am Duckmäusertum all unserer Regierungen gegenüber Israel

an der ständig auf der Schuldwelle reitenden Gesellschaft

an der leichten Verbreitung von Neonazis gerade im Nordosten unseres Landes (nichts aus der Geschichte gelernt)

an der erneuten Verbreitung rechten Gedankenguts in der letzten Zeit #AfD (immer noch nichts aus der Geschichte gelernt)

an der Gutheißung/Akzeptanz von fragwürdigen Kriegseinsätzen und deren Kriegstreibern (z.B. die Leugnung der Beteiligung Rammsteins am Drohnenkrieg)

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Stimmt, in der Verdrängung.

Geschichte lässt sich nicht ignorieren, wenn ist sie so gelaufen wie sie gelaufen ist.
Der Verweis auf die nächste Generation ist untauglich, die Geschichte wiederholt sich.
So ist die Natur angelegt.

"Wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen sie wiederholen". Alterkanzler Dr. Helmut Kohl (CDU), Historiker.

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Kommentar von earnest
28.06.2017, 08:01

Wer - außer den Ewig-Gestrigen - verdrängt denn heute die Tatsache, dass der Tod ein Meister aus Deutschland war?

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Kommentar von Yoss313
28.06.2017, 09:05
Wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen sie wiederholen". 

Ich glaube erstens nicht, dass das so stimmt, und zweitens: warum redet man jetzt schon wiederholen?

Der Holocaust und auch andere Kriegsverbrechen des 2. Weltkrieges waren Ereignisse die herausstechen, die in der Geschichte einmalig waren.

Wie kommt darauf, dass sich das jetzt gleich wiederholen wird? Das wäre ja noch schöner!

Aber wenn man jetzt die "Vergangenheitsbewältigung" darauf reduziert, dass man "Verantwortung" dafür übernehmen will, dass "so etwas in der Zukunft nicht wieder geschieht", dann greift das in verschiedener Hinsicht zu kurz.

Ich habe den Eindruck, dass man sich bei dieser "Vergangenheitsbewältigung" zu sehr auf diesen Zukunfts-Aspekt konzentriert, und dabei den eigentlich Schaden aus der Vergangenheit, der noch in die Gegenwart hineinwirkt, auch im Jahr 2017, aus den Augen verliert.

Kommt hinzu, dass dieses "nie wieder" vielleicht so eingedrillt wird, dass oft gerade Deutsche sich dann über alle mögliche Sachen moralisch empören, und da kommt dann doch etwas heraus, was lächerlich oder paradox wirkt, nämlich dass die Deutschen, gerade weil ihre Väter die grössten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen haben, allen anderen darüber Lektionen erteilen, was moralisch ist und was nicht.

d.h. es entsteht dann ein ganz schneller Sprung dass man sich - innerhalb von 70 Jahren - von den schwärzesten Verbrechen der Menschheit zum "Gewissen der Menschheit" erhebt.

Und das kann es ja auch nicht sein.

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"Deutschland" ja. Politik und Presse
nutzen sie noch zu Propaganda- und Kommerzzwecken.

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Ist wie in der Schule. Ja und zwar immer wieder, nur manche kommen da nicht mit und bleiben immer an gleicher Stelle hängen. Und ausbaden müssen es dann die anderen.

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Titelfrage: Ja.

Zweite Frage: Nein.

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Kommentar von earnest
28.06.2017, 07:56

Was sollen solche undifferenzierten suggestiv angelegten Fragen?

Die deutsche Nationalmannschaft wurde Weltmeister im Fußball.

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Hat Deutschland seine Vergangenheit bewältigt?

Deutschland hat seine Vergangenheit überwältigt.

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Wit tragen es immer noch mit uns herum, das wir den ersten und 2, Weltkrieg angefangen haben.

Außerdem haben wir Millonen von Juden getötet.

Das habe ich zwar nicht zu verantwaorten, aber stloz ein deutscher zu sein fällt da echt schwer.

Mario

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Kommentar von earnest
28.06.2017, 08:00

Tut mir leid, techniker, aber bei deinem "WIR" bin ich nicht dabei. Ich habe  niemanden getötetet.

Das hat auch wahrhaftig nichts mit Stolz zu tun, auch nicht mit der Verantwortung für Taten, die wir Heutigen nicht begangen haben, wohl aber mit der Verantwortung dafür, dass sich solch Schreckliches nicht wieder ereignet.

Es gibt keine "Erbschuld".

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Kommentar von 666Phoenix
28.06.2017, 08:05

Nichts darf vergessen werden! Und die krassen Dinger dürfen sich keinesfalls wiederholen!

Aber wieso sollen ich und meine Nachfahren einen ewigen Kotau vor allen Juden machen? Zumal die im Staat Israel bestimmenden Juden inzwischen auch soviel "Ballast" mit sich rumschleppen, dass sie erstmal vor der eigenen Türe kehren sollten!

Hat irgendjemand schon mal die Mongolen aufgefordert, sich bis in alle Ewigkeit vor den von Dshinghis Kahn ermordeten Mittelasiaten schuldig zu bekennen?

Hat jemand die Spanier mal daran erinnert, wie viele Tote es in S-Amerika durch ihre Conquistadores gegeben hat?

Haben sich die Engländer mal bei den Indianern entschuldigt, dass sei bei der Besiedlung Amerikas ganze Völkerstämme ausgerottet haben?

Haben sich die Italiener heute dafür zu verantworten, was ihre Cäsaren in Europa und anderen Ländern so alles angestellt haben? Und dass sie den Gottessohn so einfach mal ans Kreuz tackerten?

Hat sich die katholische Kirche für die vielen Toten und Verbrechen im Zuge ihrer Hexenverbrennungen, Ketzerverfolgungen, Zwangsmissionierungen und Kreuzzüge schon mal ernsthaft rechtfertigen müssen?

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