Hat Deutschland aus seiner Nazi-Vergangenheit gelernt?


11.03.2020, 04:22

Rassismus gegen Minderheiten...

25 Antworten

"Aus der Vergangenheit nichts gelernt" ist natürlich so ein Kampfslogan, irgendwas wird man schon gelernt haben, aber das lernen ist begrenzt, vor allem wenn man sich auf der Welt umsehen kann und merkt, dass andere Länder ganze Völker ausgelöscht haben.

Wenn man die Art wie es passiert ist bewertet, dann ist der Holocaust tatsächlich der schlimmste Völkermord der passiert ist, das ist unvergleichbar pervers, auch der Einsatz den man erbracht hat, die ganze Motivation und gepaart auch noch mit der deutschen Effizienz. Doch schaut man sich das Resultat an, dann steht dieses Verbrechen nicht alleine in der Geschichte und man erkennt die heuchelei der Siegermächte, die als sie Deutschland befreiten genügend Dreck selber am kleben hatten, viele Stämme nativer Ureinwohner gab es nicht, ganze Völker wurden ausgerottet und traumatisiert und Mitglieder der Siegermächte würden auch nach dem Holocaust immernoch auf die Idee kommen Menschenversuche zu machen ...

Was möchte ich sagen? Für eine wirklich, wirklich nachhaltige Veränderung darf keine Tür für das eigene Ego bestehen, aber Auswege für das eigene Ego gibt es eben genug, andere zivilisierte Länder haben eben auch Menschen gejagt, ihnen Nasen, Ohren und Geschlechtsteile abgeschnitten, Menschen gehäutet und Versuche an ihnen gemacht, sie angezündet und ganze Völker ausgelöscht und das ist eben das Schlupfloch.

Ich denke, allein das Vergangenheit zu nennen ist falsch. Nazis sind Gegenwart.

und knapp 100 Jahre in der Geschichte sind nicht mehr als ein Wimpernschlag.

pogrome haben in deutschland eine lange und niemals gebrochene tradition. Das was aktuell passiert... ist für mich aber weitaus dramatischer einzustufen, als die 90er Jahre, denn was soll noch schlimmeres passieren, als die quasi abschaffung des grundrechtes auf asyl?

erinnerungskultur negiert täterschaft von großeltern und urgroßeltern.

ich sehe keinen lerneffekt, sondernd as von adorno beschworene fortbestehen des nationalsozialismus in der demokratie

Die Frage ist aber hoch komplex. Adorno arbeitet ihr ein wenig nach in einem seiner berühmtesten (und verständlichsten) Aufsätze.
http://aawe.blogsport.de/images/Theodor20W20Adorno2020Was20heisst.pdf
Theodor W. Adorno: Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit.

Selbstverständlich hat Deutschland aus der Vergangenheit gelernt.

Aber Rassismus kann man nicht generell ausmerzen, denn er hat etwas mit der Veranlagung eines Teils der Menschen z.B. zu autoritärem Verhalten und Denken tun.

Aber kaum vorstellbar war, dass R. sich wieder so unverhohlen Raum in der Öffentlichkeit verschaffen kann.

R. gibt es weltweit in fast allen Ländern mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Herkunftsländer des Nationalsozialismus sind aber Deutschland und mit Einschränkung Österreich .

Ja, Deutschland hat daraus gelernt, du pauschalisierst hier nach mutmaßlichen Erfahrungen alle Bürger eines Landes, was in der Summe nicht zutreffend ist.

Mal zur Info, Reserviertheit oder gar Unfreundlichkeit ist noch kein Rassismus.

Die BRD, wie sie nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut und gestaltet wurde, ist keine Nazi-Diktatur mehr. Das kann man mit Sicherheit sagen.

Ich finde es auch gut, dass die Deutschen von heute sich vornehmen, so etwas wie den NS-Staat in ihrem Land nicht mehr zuzulassen. (Ob sich das bewahrheiten wird, ist eine andere Frage, die nur die Zukunft uns beantworten kann.)

Was mir weniger gefällt, ist dass die Deutschen heute in Sachen Demokratie gerne als Oberlehrer auftreten, gerade mit dem Argument der Nazizeit in ihrem Land. Das ist kein valides Argument. Es wäre eher ein Argument dafür, dass man in gewissen Situationen den Mund weniger voll nimmt und einfach betreten schweigt....

Mir missfällt es grundsätzlich, wenn aus "nie wieder" "na wenigstens haben wir daraus gelernt, dass wir so etwas nie wieder machen dürfen" wird...

Denn es sind nicht primär die Deutschen, die den Preis für die Verbrechen ihrer Väter gezahlt haben... Und da ist dieses "wenigstens haben wir daraus gelernt" in meinen Augen zu salopp.

Was mich auch stört, ist der Ton in dem manche Deutsche, schon seit Adenauer (er selbst hat es gemacht) Versöhnung fordern.

Ebenfalls stört mich der Ton, in dem manche Deutsche sich empören, wenn man z.B. die Dinge beim Namen nennt und eben ausspricht, dass die Deutschen 1933-45 zahlreiche Kriegsverbrechen begingen, ca. 6 Millionen Menschen ermordeten, nur weil sie jüdisch waren, über 13 Millionen Sklaven hielten, etc.

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