Hat der Mensch eine Seele? Ist der Mensch nur eine Marionette des Gehirn?

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14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein Skyliberty, das ist keine komische Frage, sondern eine ganz fundamentale Frage, die sich Menschen immer wieder stellen. Eigentlich sind es aber drei Fragen....

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Hat der Mensch eine Seele?

Die Antwort ist davon abhängig, ob du die Frage aus religiösem oder wissenschaftlichem Standpunkt beantwortet haben willst. Beides schließt sich zwar nicht gegenseitig aus, man betrachtet das Problem aber aus unterschiedlichen Kategorien. Wenn du also an eine unsterbliche Seele glauben willst, dann kannst du das tun, aber das ist dann ein reiner Glaube, für den es keine Belege gibt. Wissenschaftlich gesehen müsste man die Seele des Menschen mit dem Geist, dem „Ich“ des Menschen gleichsetzen, und damit kommen wir zu zweiten Frage:

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Ist der Mensch nur eine Marionette des Gehirns?

Die moderne Bewusstseinsforschung betrachtet das „Ich“ eines Menschen als Effekt der Hirntätigkeit, d.h. er ist das Produkt elektrischer Aktivierungsmuster der etwa 20 Milliarden Nervenzellen der Großhirnrinde. Demnach könnte der Geist, das „Ich“ oder die Seele, wie immer Du es nennen magst, auch nicht ohne das Gehirn existieren. Krankheiten und Unfälle und Alterserscheinungen können die Funktionen unseres Gehirns und unseres Bewusstseins massiv beeinflussen. Das Gehirn konstruiert also gewissermaßen unser „Ich“, unsere Persönlichkeit.

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Wieso bin ich „ich“?

Mit der Ausreifung unseres Gehirns nach der Geburt entwickelt sich das „Ichbewusstsein“ in unseren ersten Lebensjahren. Damit formt sich langsam unter den Einflüssen von Erbgut und Umwelt der Geist, das Ich des Individuums. Deswegen kann sich auch niemand an die erste Zeit seines Lebens erinnern.

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Bei dieser wissenschaftlichen Darlegung gibt es nun noch folgendes zu beachten: da das menschliche Gehirn durch seine angeborenen Denkmuster vorgibt, in welchen Dimensionen wir ein Bewusstsein unseres Ichs und der uns umgebenden Welt entwickeln, können wir nicht davon ausgehen, die wahre Realität der Welt erkennen zu können. Ebenso ist es uns auch nicht möglich, vollständig zu erkennen, wie das Gehirn wirklich funktioniert und wie letzten Endes seine Wahrnehmungen und Empfindungen über unser Ich entstehen…hinter aller wissenschaftlichen Erkenntnis stehen also viele Fragezeichen…

Aber vielleicht sind bei dir jetzt einige Fragezeichen weniger geworden, vielleicht aber auch neue aufgetaucht....

Ach ja, noch etwas: manchmal wird mit den Nahtoderfahrungen mancher Menschen argumentiert, die ihren Körper gewissermaßen von außen erlebt haben, obwohl sie „klinisch tot“ gewesen sind. Dies dient dann als Hinweis auf eine „Seele“, die eigenständig vom Körper existieren kann. Dazu gibt es inzwischen auch ganz andere Untersuchungen, die zeigen, dass man genau solche OBE bei Menschen durch bestimmte Methoden gezielt auslösen kann und dass diese sich durch Vorgänge und Eigenschaften im Gehirn nicht nur erklären lassen sondern ein ganz neues Licht auf unser Ego=Ich als Konstruktion durch unser Gehirn werfen.

Als Quelle weise ich hier mal auf das neue Buch von Thomas Metzinger „Der Egotunnel“ hin (Kapitel 3).

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@valentin301

Eine sehr gute und interessante Antwort ( eigentlich wie immer ;-))

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So komisch oder tiefsinning finde ich die Frage gar nicht. Die Suche nach dem eigenen Ich oder wer bin Ich gibt es schon seit tausenden von Jahren. Bisher konnte sie noch nicht beantwortet werden. Warum also einfach hinnehmen und nicht noch einmal fragen. Wems nicht paßt, enthält sich der Stimme.

Der Mensch ist Seele - und hat für seinen Aufenthalt auf der Erde einen Körper (und nicht: wir haben eine Seele und sind Körper). Und somit haben wir auf der Erde auch ein Gehirn. Es funktioniert mehr wie ein Radioempfänger und -sender gleichzeitig - aber das Radio (das Gehirn) ist nicht die Inhalte, die uns bewusst werden. Unser Bewusstsein entsteht durch Aufname von uns umgebenden Energien und Bewusstseinsfeldern. Das hat man zum Beispiel auch daran festgestellt, dass Menschen, die klinisch tot waren, und bei denen keinerlei Gehirnfunktionen mehr aktiv waren - nach Rückkehr (sie hatten sog. Nahtoderfahrungen gemacht) - darüber berichten konnten, was sie dabei erlebten, und auch, wie sie sich selbst von außerhalb des Körpers dabei wahrgenommen haben. Ein sehr interessantes Buch dazu ist: "Unendliches Bewusstsein" - von Pim van Lommel.

Von dem Gesagten kannst Du ableiten, dass jemandem, der einen Unfall hatte, und danach anders ist, seine "Radiofähigkeiten" verändert wurden (durch Verletzungen in gewissen Gehirn-Bereichen).

Der Mensch kann im bewussten Kontakt mit seiner Seele leben - denn die Seele ist sein Kompass hier auf der Erde. Sie weiß genau, wozu ein Mensch hier ist. Wer das tut, erlebt auch, dass er mit sich identisch ist - jenseits aller Anpassungen, die uns die Kultur so durch Erziehung gewohnheitsmäßig aufgebrummt hat - und die wir dann automatisch (weil unser Radioapparat dann so konfiguriert ist) reproduzieren. Es ist möglich, dies alten Konfigurationen bewusst zu verändern; auch das ist wissenschaftlich erforscht. Ich habe das selbst im Alter von 40 Jahren gemacht - denn ich war als Kind als Linkshänderin auf rechts umerzogen worden - und habe das aufgelöst, um mehr ich selbst zu sein. Hat wunderbar geklappt.

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