Hat der Käufer bei Privat- /Gebrauchtwaren Käufen eine Garantie?

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7 Antworten

Hier haben dir schon viele geschrieben, dass ein Privatverkäufer die Gewährleistung ausschließen kann. Und hier liegt die "Falle": Wenn du sie nicht ausdrücklich ausschließt, dann hast du dem Käufer automatisch eine 24 monatige Gewährleistung gegeben. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie hoch der Wert der Ware ist.

Achtung: Wenn du regelmäßig in Kleinanzeigen oder über eBay verkaufst und in jeder Anzeige den selben Text nimmst (z.B. Verkauf ohne Gewährleistung), dann kann das irgendwann als eine AGB angesehen werden und die Gewährleistung kann nicht per AGB ausgeschlossen werden.

Schau dich mal bei eBay um. So viele Verkäufer schließen die Gewährleistung nicht oder nicht wirksam aus, gerne liest man "Verkauf ohne Garantie" - damit ist die Gewährleistung ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Wenn man es also drauf anlegt, könnte man einige Verkäufer "wunderbar" in die Pflicht nehmen.

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Eine Garantie ist immer eine Leistung. Wenn keine vereinbart wurde, gibts auch keine. Von daher muss man sie auch nicht ausschliessen.

Gewährleistung kannst du solltest du ausschliessen.

Davon unabhängig gilt: Der Artikel muss der Beschreibung entsprechen. Wenn du falsche Angaben machst, oder wesentliche Artikelmerkmale verschweigst, kann der Käufer sich zu Recht beschweren, Nachbesserung verlangen und nach bei Fehlschlagen den Kauf rückabwickeln.

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Kommentar von Interesierter
08.05.2016, 12:38

Zum letzten Absatz wäre noch zu erwähnen, dass bei falschen Angaben des Verkäufers auch Schadensersatzansprüche im Raum stehen können.

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Garantie ist keine gesetzliche sondern eine freiwillige Leistung, zu der der Verkäufer nur verpflichtet ist, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurde.

Die gesetzliche Sachmängelhaftung, auch Gewährleistung genannt, ist eine gesetzlich geregelte Leistung, die von Privatverkäufern bei gebrauchten Sachen ausgeschlossen werden kann 

Nicht ausgeschlossen werden kann die Haftung für dem Verkäufer bekannte und arglistig verschwiegene Mängel

Die Gewährleistung bezieht sich ausschließlich auf den Zustand der Kaufsache zum Zeitpunkt der Übergabe. Sie ist keine Funktionsgarantie sondern ausschließlich eine Verjährungsfrist zur Geltendmachung von Ansprüchen.

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jein, als privatverkäufer gebrauchter waren hast du eigendlich keine garantiepflichten. jedoch ist es so, dass wenn du den käufer arglistig täuschst, dieser den kauf trotzdem anfechten kann. im falle eines autos z.b. wenn unfallschäden verschwiegen wurden oder der tacho manipuliert wurde... im falle eines telefones z.b. wenn es einen defekt aufweist, der nachweislich schon vor dem verkauf aufgetreten war und vom verkäufer hätte bemerkt werden müssen. den nachweis zu führen ist hier aber ggf. nicht ganz einfach.

lg, Anna

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Kommentar von Interesierter
08.05.2016, 14:13

Der private Verkäufer steht, sofern kein Gewährleistungsausschluss vereinbart wird, in der Gewährleistung.

Ansprüche des Käufers setzen damit nur den Mangel bei Übergabe, nicht jedoch eine arglistige Täuschung voraus.

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Garantie ist immer freiwillig, Gewährleistung kann man als privater Verkäufer ausschließen. Bekannte Mängel muss man allerdings dem Erwerber offenbaren. 

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Es gibt keine gesetzliche Gewährleistung an die du verpflichtet bist und alles andere müsste der Käufer dann Zivilrechtilch anfechten. -Juristisch gesehen.

Es ist mehr eine Frage der Ethik ob du ein defektes Produkt als funktionierend verkaufst und darauf hoffst dass der Käufer es vor der Kaufabwicklung nicht merkt. 

Das macht man einfach nicht.. du willst doch auch nicht zb. auf Ebay ein Handy kaufen und dann bekommst du ein kaputtes handy oder gar die leere Verpackung. Es ist mühselig da auf Reklamation zu kommen und man ist voll auf Ebay angewiesen dass sie einen unterstützen...

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Kommentar von ETecDani
08.05.2016, 12:28

Es gibt aber auch den ungekehrten Fall.

Mein Bruder hat mal seine PS3 auf einer online Plattform verkauft und der Verkäufer behauptete einfach eine defekte bekommen zu haben. Da hatte er mächtig Probleme von der Online Plattform bekommen aber es ging dann gut aus.

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Kommentar von Interesierter
08.05.2016, 12:43

Das stimmt so nicht. Selbstverständlich steht auch der Privatverkäufer in der gesetzlichen Sachmängelhaftung, die allerdings vertraglich ausgeschlossen werden kann. Dazu ist aber eine entsprechende Vereinbarung notwendig.

Der wissentliche Verkauf eines defekten Artikels ohne entsprechenden Hinweis ist eine arglistige Täuschung und dürfte sogar in den meisten Fällen den Straftatbestand des Betruges erfüllen.

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Kommentar von ronnyarmin
08.05.2016, 12:49

Es gibt keine gesetzliche Gewährleistung...

Oh doch, die gibt es, sofern sie nicht ausgeschlossen wurde. Hat aber nichts mit der Frage zu tun, bei der es um eine falsche Beschreibung geht.

...und alles andere müsste der Käufer dann Zivilrechtilch anfechten

Damit widersprichst du deiner ersten Aussage. Die Möglichkeit der zivilrechtlichen Auseinandersetzung setzt voraus, dass  es sehr wohl eine gesetzliche Regelung gibt.

Es ist mehr eine Frage der Ethik

Es ist löblich, dass du den moralischen Aspekt anspricht. Der hat vor dem Gesetzt allerdings keine Relevanz.

Es ist mühselig da auf Reklamation zu kommen und man ist voll auf Ebay angewiesen dass sie einen unterstützen

ebay hat mit dem Kaufvetrag nichts zu tun. Von daher können die sich nicht einmischen und auch keine Unterstützung geben. Zumal ebay kein Gericht ist, das feststellen könnte, wer im Recht ist.

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Wenn Du Fehler und Defekte verschwiegen hast, ja.

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