Hat der Innenminster von NRW, Herbert Reul, Missbrauchsopfer beleidigt und ihre Menschenwürde mir Füßen getreten?

Das Ergebnis basiert auf 17 Abstimmungen

Nein 41%
Ja 29%
Ich bin mir nicht sicher 24%
Andere Antwort (bitte mit Begründung) 6%

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ich bin mir nicht sicher

Das Reul Statement ""Für mich ist sexueller Missbrauch wie Mord. Damit wird das Leben von Kindern beendet - nicht physisch, aber psychisch."  ist eine pauschale Verunglimpfung in zweierlei Hinsicht:

  1. Allen Missbrauchsopfers wird undifferenziert unterstellt, sie seien sozusagen psychisch ermordet worden. Das ist natürlich eine Lüge und soll Hass gegen pauschal alle Täter schüren. Es gibt unterschiedliche Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung. Bei sogenannten "leichten" Fällen ist ein lebenslanges Trauma eher unwahrscheinlich. Man kann das Erlebte selbst oder mit Hilfe von Therapeuten verarbeiten und danach ein ganz normales Leben führen.
  2. Es gibt viele Missbrauchsopfer in der Kindheit, die sich im Erwachsenenalter nicht in der Opferrolle mehr sehen wollen. Diese sagen, dass sie Betroffene von sexuellen Missbrauch sind. Das ist ein Unterschied. Denn in der Opferrolle findet eine Art von Stigmatisierung statt. Als Missbrauchsopfer müsste man heute noch immer einer Therapie bedürfen bzw. die Tat hat das Opfer für immer krank gemacht. DAS wollen besonders die früheren Opfer nicht, die nicht mehr unter dem Erlebten leiden.

Dieser NRW-Innenminister Reul instrumentalisiert pauschal alle Missbrauchsopfer und besonders die von Missbrauch BETROFFENEN aus politischen Motiven. Er will alle Taten als Seelenmord darstellen, um damit die Mindest- und Höchststrafmaße weiter anzuheben. Im Übrigen ist der Mordvergleich zumindest eine Anspielung auf die Verjährungsfristen bei Kindesmissbrauch. Der einzige Straftatbestand, der nicht verjährt, ist Mord(§211 StGB). Reul will auch die Unverjährbarkeit des § 176 ff. StGB erreichen, obwohl die Verjährungsfristen schon jetzt erst ab dem 30. Lebensjahr des Opfer beginnen und bis einschließlich 50 Jahre andauern. Okay, das ist ein anderes Thema...

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

wo das Problem der justiziell eindeutigen Nachweisbarkeit sicher schon mit dem 30. Lebensjahr kaum noch gegeben ist.

es gibt keine DNA Spuren, kaum verlässliche Zeugen und selbst das Opfer wird nicht alles genau und minutiös erinnern können, ebensowenig der Täter.

es sei denn es existiert Bild- und Videomaterial aus den Taten, dann hätte man evtl. eine Chance eines gerichtsfest verwertbaren Nachweises.

alles andere ist nach dieser langen Zeit nur noch Hörensagen oder schwache Erinnerung und nicht 100% glaubwürdig.

was nicht heißt, dass keiner, der sich nach so langer Zeit offenbart, ein Opfer sein kann.
ich weiß sehr wohl, dass einige ihre Erlebnisse lange mit sich herumtragen und sich erst spät trauen zu offenbaren.

aber die Frage ist die der eindeutigen Beweisbarkeit, was ja vor einem Gericht eherner Grundsatz sein sollte, dass niemand nur aufgrund von vagen Aussagen und Indizien (solange diese nicht eindeutig für eine Täterschaft sprechen) für eine Tat verurteilt werden sollte (die er dann evtl. tatsächlich nicht begangen hat).

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@Phoenix2018

Kurz gesagt: Solche Missbrauchsopfer erleiden durch einen Freispruch ein Re-Trauma....

2
@DieterK13

ja, nur lässt sich das nach solch einer langen Zeit nicht mehr verhindern, wenn man auch dem mutmaßlichen Täter eine Rechtsfairness gewähren will (und muss).
sonst hat der mutmaßliche Täter ja überhaupt keine Chance, seine Unschuld zu beweisen, statt dass das Gericht ihm seine Schuld beweisen muss.

und das geht eben nicht mehr objektiv 30 und mehr Jahre nach der eigentlichen Tat.

dass Mord nicht verjährt liegt auch einfach daran, dass bei einem Mord Spuren hinterlassen werden, die jederzeit zur Lösung des Falles führen können.
bei sexuellem Missbrauch werden aber keine Spuren hinterlassen, die noch nach 30 Jahren gefunden werden können zur Auswertung.
einzig eine Sicherung von DNA Spuren von vor 30 Jahren, die heute mit besseren Mitteln erst ausgewertet werden können, hätten ein Grund sein können für späte bzw. keine Verjährung.

heutige gefundene Spuren brauchen nicht 30 Jahre liegen bis sie verwertbar sind.
und in 30 Jahren gibt es keine Spuren mehr, die man dann noch finden und verwerten könnte.

3
Andere Antwort (bitte mit Begründung)

Es kommt drauf an welcher Art von sexuellem Mißbrauch jemand ausgesetzt ist.

Es ist ein riesen Unterschied ob b.B. ein kleiner Kita-Junge/Kita-Mädchen vergewaltigt wird oder ein 13-jähriger eine zärtliche Beziehung mit einer Frau oder einem Mann hat.

Klar letzeres ist auch gesetzlich verboten;aber dennoch ein himmelweiter Unterschied.

Das große Problem im heutigen Zeitgeist besteht ja u.a. darin, dass fast alle nur über sexuelle Gewalt an Kindern/Jugendlichen diskutieren. Und damit geht es ausschließlich NUR um die Missbrauchsopfer. Es wird medial nur über die großen und "kleinen" Missbrauchsskandale bericht. Dadurch ist in der öffentlichen Wahrnehmung natürlich ein Bild entstanden, das es nur DAS gibt. Auch der NRW-Reul kennt ganz offensichtlich nur solche Fälle, zumal er in seinem Bundesland jetzt schon den 3. großen Skandal hat. Er steht also von allen Seiten massiv unter Druck. DAS ist und darf aber keine Rechtfertigung dafür sein, dass er eine solch pauschale Aussage macht. Er folgt damit einem Populismus, der seines Amtes als Innenminister unwürdig ist. Und das bildungsfremde Wahlvolk glaubt DAS und reagiert darauf ebenfalls mit Hetze. Sich zur bestehenden Rechtslage zu bekennen und diese öffentlich zu verteidigen - wie dies die Bundesjustizministerin Lambrecht bis vor ein paar Tagen ja gemacht, bevor Sie umgefallen ist -, bedeutet nicht, sich auf die Seite der Täter zu schlagen. Jeder Politiker, der sich für die Beibehaltung der bestehenden Gesetze einsetzt, kann trotzdem Kinder vor sexueller Gewalt schützen wollen. Es bedarf einer rationalen Diskussion und politischen Debatte auf der Grundlage der Verhältnismäßigkeit unterschiedlicher Sachverhalte und schwere der Schuld....

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Ja

Also von "Mord" oder "Dreck" in dem Zusammenhang zu sprechen finde ich in Bezug auf die Kinder die dort wie auch immer abgebildet sein sollen, Kopfkino sei dank, schon etwas heftig.

Wie Prof. Dr. Thomas Fischer, Rechtswissenschaftler und Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof a.D.) unlängst in einer Spiegelkolumne schrieb:

"Interessant die Bilder der Bilder. Das Publikum, auch die Presse, kennt die Dateien ja nicht, um die es geht. Es ist verboten, sie anzuschauen, und mit gutem Grund werden sie von den Ermittlungsbehörden nicht vorgezeigt. Wenn also ihr Inhalt als grauenvoll, schrecklich, furchtbar, "das Schlimmste" und so weiter beschrieben wird, sind das nur sprachliche Attribute, durch welche die Wirklichkeit beschrieben wird. Erstaunlich ist, dass die Öffentlichkeit sich damit zufriedengibt. Denn eigentlich möchte man doch fragen: Was ist denn zu sehen, was so grauenvoll ist, dass dem Polizeisprecher die Stimme bricht? Auch die Antwort hierauf wären nur Worte, nicht wirkliche Bilder, und in einer Welt, in der immerzu alle einfach alles fragen, wissen, erfahren, beurteilen möchten, erstaunt der Gleichmut sehr, mit dem praktisch 100 Prozent der Menschen, die sich über die Monstrosität von Bildern erregen, auf jede Kenntnisnahme dieser Objekte verzichten. Das gilt auch für Journalisten und Redaktionen. Sie würden sich zu Recht weigern, den Inhalt von Dokumenten, die sie gar nicht kennen, als "unvorstellbar schlimm" zu beschreiben, nur weil ihnen ein Beamter gesagt hat, so sei das.   

Direkt gefragt: Was meinen Sie denn, verehrte Leser, was auf den sichergestellten Videoaufnahmen zu sehen ist? Welche "unvorstellbaren" Verbrechen stellen Sie sich konkret vor? Und zu fragen ist auch: Wie kommen Sie eigentlich darauf? Irgendwoher müssen die Bilder ja in die Köpfe kommen, bevor sie sich in Ekel und Gewaltfantasie nach außen und gegen die mutmaßlichen Täter kehren."

Ob man die Worte die Herr Reul nutzt kritisieren muss weiß ich nicht. Aber zumindest nicht unkommentiert lassen. Auffällig ist nur, dass sich Politiker in der Regel nur bei Themen zu solch einem Vabular hinreißen lassen, von dem sich das Volk eben nicht selbst ein eigenes Bild machen darf.

Man könnte solche Attribute auch auf völlig legale Horrorspielfilme anwenden, in denen den Protagonisten irgendwo in der Wüste bei lebendigen Leibe die Köpfe abgeschnitten werden. Achne, sind ja keine "Spielfilme", sind ja echt.

Wieso ist der Besitz solcher Filme eigentlich nicht schon längst verboten? Wo ist der mediale Aufschrei? Frage ich mich. Immerhin handelt es sich ja auch um Mord und um einen sehr grausamen noch dazu.

Herr Dr. Fischer hat mal wieder sowas von recht.
Diese Frage stelle ich mir auch schon sehr lange, woher weiß die Bevölkerung denn wie diese Bilder aussehen, dass sie sooooo grausam und ungeheuerlich sind?
Woher weiß die Bevölkerung dass Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern immer böse, schmerzhaft, grausam, schädlich und erzwungen ist? Woher nehmen die ihre Fantasien, wie Sex zwischen Erwachsenen und Kindern abläuft? Was Sex zwischen Erwachsenen und Kindern eigentlich ist?

Sex ist schließlich auch lustvolles gegenseitiges Streicheln der Genitalien und des ganzen Körpers bis zum Orgasmus, Sex ist auch Oralverkehr, auch Oralverkehr nur vom Erwachsenen zum Kind. Sex ist aber auch, das ist richtig, Penetration von Hintern oder Vagina, sowohl vom Kind zum Erwachsenen als auch vom Erwachsenen zum Kind.

Es gibt also soviele Spielarten von Sex, was zwischen Erwachsenen ja auch völlig anerkannt und praktiziert ist.
Aber wenn es um Sex zwischen Erwachsenen und Kindern geht, wird Sex nur auf rein-raus Penetration und Vergewaltigung reduziert. Warum??

Ich habe den Jungen damals niemals penetriert, habe "nur" mit Mund / Hand IHN zum Orgasmus gebracht und mich dabei selbst befriedigt.

Dafür wurde ich dann auch verurteilt, da es aufgeflogen ist (nicht durch ihn selbst sondern durch Fremdeinwirkung).
In meiner Verurteilung stehen ein paar Fälle sexuellen Missbrauchs eines Kindes und ein Fall schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes.

Was stellt ihr euch unter schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes vor?
- Vergewaltigung?
- anale Penetration?
- orale Befriedigung durch das Kind bis zum Würgreiz?

Nein, es ist lt. deutschem Recht jedes Eindringen in einen Körper, egal welche Betrachtungsrichtung.
Bei mir wurde ein Fall von oraler Befriedigung des Jungen darunter verurteilt (§176a), dort aber dann abgemildert als minderschwerer Fall.

Sogar die StA hat festgestellt, dass ich keine Gewalt ausgeübt habe und es dem Jungen psychisch gut geht nach der Tat (ca. halbes Jahr nach der Tat war die Verhandlung).

Aber jeder, der mein Führungszeugnis liest, hat damit automatisch schwerste sexuelle Gewalt im Kopf, Bilder von gefesselten Kindern die anal und sonstwie penetriert werden.

WARUM? Das sind EURE Fantasien, nicht unsere!

2
@Phoenix2018

Tja, das liegt insbesondere daran, dass die meisten bei solchen Kontakten zum einen immer nur an Kleinkinder denken, zum anderen eben öffentlich nur Aussagen, die eine schwere traumatische Erfahrung beschreiben existieren. Es gehen nur Menschen an die Öffentlichkeit, die solche Kontakte als belastend wahrgenommen haben.

Kindern oder Jugendliche, die diese Kontakte undramatisch oder auch selbst genussvoll erlebt haben, werden, sobald sie sich positiv dazu äußern, als schwer traumatisiert und unzurechnungsfähig erklärt. Dess Weiteren bringen sie unter Umständen sich und ihre ehemaligen Partner in eine juristische Bredouille.

Es gilt eben als unvorstellbar und nicht real, dass solche Kontakte auch einvernehmlich sein können. Die Wahrheit interessiert niemanden und wer sie beweisen möchte, macht sich automatisch strafbar.

1
@Frooopy

ja, das stimmt, selbsterfüllende Prophezeiung.

und mit Heraufsetzen bzw. Abschaffen einer Verjährungsfrist wird auch die Möglichkeit genommen, Jahre später sich positiv dazu zu äußern und damit jede Möglichkeit, das Gegenteil zu beweisen zu etwas, was nicht sein darf.

wie soll so die Forschung jemals eine Chance haben, objektiv einen Beweis zu führen für oder wider einer Schädlichkeit von sexuellen Kontakten zwischen Kindern und Erwachsenen.
Es ist automatisch verboten und unmöglich, seriöse empirische Forschung durch ergebnisoffene Befragung von Betroffenen durchzuführen.

Es ist auch verboten, dass die Bevölkerung, und sei es nur durch unabhängige (?!) Journalisten, sich ein reales Bild von Bildmaterial machen kann.
Stattdessen werden immer mehr Bilderarten in die Strafbarkeit einbezogen statt nur die wirklichen Missbrauchsbilder unter Strafe zu stellen.

Wodurch wird zB ein Kind geschädigt, indem man es an einem FKK Strand oder auf einem Balkon nackt fotografiert? Oder noch extremer, nicht einmal nackt sondern nur mit Badehose bekleidet und in den Augen des Betrachters evtl. aufreizend dasitzend (was vom Kind gar nicht so gesehen und beabsichtigt wurde). Auch das steht unter Strafe über den Paragraf Kinderpornografie!! (seit der Causa Edathy).

die schöne Formulierung lautet: in unnatürlich geschlechtsbetonter Weise.

Was ist unnatürlich? Was ist geschlechtsbetont? Wer beurteilt das?
Ist es nur strafbar, wenn es bei einem offen bekannten Pädophilen gefunden wird oder auch, wenn es bei einem Familienvater während einer Drogenrazzia gefunden wird?

dieses Gesetz führt das Recht langsam ad absurdum, hin zu einem Recht von Gefühl und Auslegbarkeit, hin zu einem Recht wo nicht alle vor dem Gesetz gleich sind. und das ist seeeeehr gefährlich!

ich warte eigentlich nur darauf, dass die Gesetze so weit gefasst sind, dass es viele unschuldige und völlig harmlose "Normalbürger" erwischt, die dann die unwürdige Behandlung vor Polizei und Gericht über sich ergehen lassen müssen, eine Hausdurchsuchung erleben, das Gerede der Nachbarschaft erleben und dann die Gesamtbevölkerung endlich aufwacht und erkennt, dass es mit Verschärfung nicht so weitergehen kann, dass es damit jeden treffen kann, zufällig, eine Bemerkung eines missliebigen Mitbürgers kann schon ausreichen.

So weit sind wir derzeit natürlich noch nicht, aber wir steuern darauf hin.

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@Phoenix2018

Man kann nur hoffen, dass es dann eben diejenigen erwischt, die sich heute noch laut kreischend über die zu laschen Gesetze empören und sich im Schulterschluss mit der Boulevardjournallie die Münder darüber zerreissen.

Es wäre nicht das erste mal, dass es diese undifferenzierten Hysteriker und Volksverhetzer selbst erwischt. Auch das wird passieren.

2
Ich bin mir nicht sicher

Die Behauptung er habe diesen Kindern die Menschenwürde aberkannt scheint mir auf den ersten Blick absurd und nach längerer Betrauchtung zumindest sehr weit hergeholt. Trotzdem glaube ich dass diese Formulierung unheimlich problematisch ist.

Er hat zwar nicht gesagt dass Kinder durch Missbrauch physisch getötet werden (das wäre absoluter Unsinn), aber er hat ganz klar gesagt dass Missbrauch mit Mord gleichzusetzen ist. Deswegen finde ich die Behautpung deren Leben sei psychisch beendet sehr Problematisch. Zwar glauch ich nicht dass Reul dadurch die Menschenwürde dieser Kinder in Frage stellen wollte, aber diese Formulierung stempelt alle Missbrauchsofer kategorisch als "beschädigt" ab und und spricht ihnen jegliche Aussicht auf eine gesunde Zukunft ab. Dass kann durchaus reale Konsequenzen haben wenn Missbrauchsopfer aufgrund dieser oder ähnlichen Einstellungen die Hoffung auf eine normale Zukunft verlieren.

Ich bin mir nicht sicher

Also bei dem meisten Missbrauchsopfern ist die Kindheit vorbei. Aber das Leben noch nicht. Es gibt auch Therapieangebote die auch helfen könnten. Also stimme ich jein.

Nicht bei jedem hilft eine Therapie aber eine Therapie kann helfen.

Er hat ja nicht gesagt, dass die Kinder gleich getötet werden können. Etwas wahres ist an der Aussage dran nur nicht bei allen.

Bei juristisch aufgedeckten Kindesmissbrauch gemäß §176 Abs 1 StGB erleidet das Kind in der Regel kein lebenslängliches Trauma und braucht deshalb eher keine Therapie. Bei § 176b StGB könnten die Fallzahlen höher liegen. Leider schlüsselt die jährliche Kriminalstatistik nicht bis ins Detail auf. Ein Trauma tritt in jedem Fall ein, wenn es um die Vergewaltigung eines Kindes geht. Daran besteht kein Zweifel. Die Frage, wie hoch dieser prozentuale Anteil an der Gesamtzahl ist, kann nicht beantwortet werden, weil es dazu keine belastbaren Zahlen gibt.

Darüber hinaus gibt es bekanntlich auch noch die sogenannte Dunkelziffer, die nicht Justiz bekannt ist. Es werden hohe Zahlen aus der Fantasie verbreitet, die nicht seriös belegt werden können. Diese Dunkelziffer gibt es ab. Dabei stellt sich auch die Frage, wie sich die Prozentzahlen beim gesamten §176 ff StGB verteilen. Und man muss besonders die Frage stellen, warum das Dunkelfeld nicht öffentlich und damit nicht Justiz bekannt wird. Aus meiner Sicht gibt dafür nicht nur einen Grund, sondern mehrere Gründe. Ein Grund ist sicherlich, dass die Kinder vom Täter massiv unter Druck gesetzt werden, nichts zu sagen. Andererseits gibt aber sicherlich auch Fälle, wo auch die Kinder nicht wollen, dass die Sache auffliegt. Die Kids von heute sind nicht blöd und wissen, was dann alles passiert. Was ich damit sagen will: Man darf nicht alles in einen Topf schmeißen.

Aber genau DAS hat der Innenminister Reul gemacht und DAS machen auch noch weitere Politiker etc... ! Und bekommen dafür auch noch Beifall aus dem Wahlvolk. Die Medien unterstützen dies auch noch mit ihrer unseriösen Berichterstattung. Wer da nicht mit schwimmt, wird als Verharmloser oder sogar als Kinderschänder-Sympathisant beschimpft. Mit diesem Totschlag-"Argument" wird schon im Ansatz jede sachliche Diskussion verhindert. Ich trete dem entgegen....

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