Hat der Direktor das Hausrecht?

Um diesen Pulli geht es - (Schule, Recht, Kleidung)

13 Antworten

Der Direktor hat das Hausrecht.Das Hausrecht hat aber grundsätzlich nichts damit zu tun, dass er dir deine Kleidung vorschreiben kann. Dass er das kann, ergibt sich aber u.U. aus dem Schulgesetz bzw. der Schulordnung.

PS: Ehrlich gesagt, würde ich dich mit dem T-Shirt auf dem Bild umgehend nach Hause schicken.

Ok danke darf er mir den Pulli wegnehmen? In der Schulordnung steht davon nichts.

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@Maximilian145

Er darf ihn dir nicht wegnehmen, aber er kann dich nach Hause schicken, damit du dich umziehen kannst.

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@Maximilian145

Er darf dir den Pulli nicht wegnehmen und rein theoretisch darf er dich auch nicht nach eigenem ermessen nach Hause schicken

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@Darkmalvet

rein theoretisch darf er dich auch nicht nach eigenem ermessen nach Hause schicken

Wieso sollte er das nicht dürfen? Soll er einen Schüler den ganzen Tag mit einem derartigen Shirt herum laufen lassen?

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@PatrickLassan

Nicht das mir das Shirt gefiele und mit dem Inhalt kann ich mich auch nicht anfreunden. Schon alleine deshalb, weil es so klingt, als gelte die dargelegte Auffassung für jeden Deutschen.

Ich frage mich jedoch, mit welchen Recht sollte der Direktor jemanden wegen dieses Shirts nach Hause schicken dürfen? Alleine weil es Widerspruch provoziert?

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@Kuhlmann26

Ich frage mich jedoch, mit welchen Recht sollte der Direktor jemanden wegen dieses Shirts nach Hause schicken dürfen?

Das Recht ergibt sich aus den Schulgesetz.

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@Zuko540

Was sagen denn die Schulgesetze diesbezüglich (Du musst sie nicht alle sechzehn zitieren. Ein oder zwei Beispiele genügen)? Oft sind sie so allgemein gehalten, dass nicht eindeutig klar wird, ob es gerechtfertigt ist, jemanden nach Hause zu schicken.

Wir kennen wohl alle Beispiele, wo Menschen ihre persönliche Meinung für offizelles Recht halten, wenn sie eine bestimmte Stufe der Karriereleiter erklommen haben.

Der Interpretationsspielraum von Gesetzen und Verordnungen, lässt Bedienstete im Rechtswesen vorzüglich überleben und ihnen die Arbeit nicht ausgehen.

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@Kuhlmann26

Was sagen denn die Schulgesetze diesbezüglich (Du musst sie nicht alle sechzehn zitieren. Ein oder zwei Beispiele genügen)?

In Thüringen wäre z.B. § 51 des Schulgesetzes:

(1) Pädagogische Maßnahmen liegen in der Verantwortung der Schule und gewährleisten die Entwicklung des Schülers im Sinne des Bildungs- und Erziehungsauftrages. Gefährdungen dieser Entwicklung ist zunächst mit pädagogischen Maßnahmen zu begegnen. Dazu gehören insbesondere das Gespräch mit dem Schüler, das Lob und die Ermahnung, gemeinsame Gespräche mit Eltern und Lehrern, die formlose Missbilligung des Fehlverhaltens, die Beauftragung mit Aufgaben, die geeignet sind, den Schüler sein Fehlverhalten erkennen zu lassen, sowie das Nachholen schuldhaft versäumten Unterrichts nach Benachrichtigung der Eltern. Zeigen diese Maßnahmen keinen Erfolg, soll gegenüber den Eltern eine schriftliche Mitteilung erfolgen (Hinweis); bei schweren oder häufigen Pflichtverletzungen muss ein Hinweis erfolgen.

§ 2 des o.g. Gesetzes sagt aus:

(1) Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule in Thüringen leitet sich ab von den grundlegenden Werten, wie sie im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und in der Verfassung des Freistaats Thüringen niedergelegt sind. Die Schule erzieht zur Achtung vor dem menschlichen Leben, zur Verantwortung für die Gemeinschaft und zu einem verantwortlichen Umgang mit der Umwelt und der Natur. Sie pflegt die Verbundenheit mit der Heimat in Thüringen und in Deutschland, fördert die Offenheit gegenüber Europa und weckt das Verantwortungsgefühl für alle Menschen in der Welt. Wesentliche Ziele der Schule sind die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen, die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Vorbereitung auf das Berufsleben, die Befähigung zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zur Mitgestaltung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung sowie zum bewussten, selbst bestimmten und kritischen Umgang mit Medien, die Erziehung zur Aufgeschlossenheit für Kultur und Wissenschaft sowie die Achtung vor den religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen anderer. Die Schüler lernen, ihre Beziehungen zu anderen Menschen nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Toleranz sowie der Gleichberechtigung der Geschlechter zu gestalten. Dabei werden die Schüler darauf vorbereitet, Aufgaben in Familie, Gesellschaft und Staat zu übernehmen und dazu angehalten, sich im Geiste des Humanismus und der christlichen Nächstenliebe für die Mitmenschen einzusetzen. Die Schule fördert den Entwicklungsprozess der Schüler zur Ausbildung ihrer Individualität, zu Selbstvertrauen und eigenverantwortlichem Handeln. Sie bietet Raum zur Entfaltung von Begabungen sowie für den Ausgleich von Bildungsbenachteiligungen. Die natürlichen Rechte der Eltern und die ihnen obliegenden Pflichten zur Erziehung ihrer Kinder bleiben davon unberührt.

§ 90 Schulgesetz B-W:

(1) Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen dienen der Verwirklichung des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schule, der Erfüllung der Schulbesuchspflicht, der Einhaltung der Schulordnung und dem Schutz von Personen und Sachen innerhalb der Schule.

§ 1 des o.g Gesetzes sagt:

(1) Der Auftrag der Schule bestimmt sich aus der durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Baden-Württemberg gesetzten Ordnung, insbesondere daraus, daß jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung hat und daß er zur Wahrnehmung von Verantwortung, Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft sowie in der ihn umgebenden Gemeinschaft vorbereitet werden muß.

(2) Die Schule hat den in der Landesverfassung verankerten Erziehungs- und Bildungsauftrag zu verwirklichen. Über die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe, zur Menschlichkeit und Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zur Achtung der Würde und der Überzeugung anderer, zu Leistungswillen und Eigenverantwortung sowie zu sozialer Bewährung zu erziehen und in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und Begabung zu fördern, zur Anerkennung der Wert- und Ordnungsvorstellungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erziehen, die im einzelnen eine Auseinandersetzung mit ihnen nicht ausschließt, wobei jedoch die freiheitlich-demokratische Grundordnung, wie in Grundgesetz und Landesverfassung verankert, nicht in Frage gestellt werden darf, auf die Wahrnehmung ihrer verfassungsmäßigen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten vorzubereiten und die dazu notwendige Urteils- und Entscheidungsfähigkeit zu vermitteln, auf die Mannigfaltigkeit der Lebensaufgaben und auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und Entwicklungen vorzubereiten.

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@Zuko540

Und nun stellt sich die Frage, ob gegen all das, was Du fett hervorgehoben hast, mit dem Tragen des T-Shirts verstoßen wird? Wir sind uns wohl insofern einig, dass dazu verschiedene Auffassungen existieren.

Des Weiteren darf bezweifelt werden, dass der Direktor dem von Dir zitierten Bildungs- und Erziehungsauftrag gerecht wird, wenn er dem Schüler das Tragen des Kleidungsstücks in der Schule verbietet. Was geschieht denn dann? Legt der Fragesteller mit der Kleidung gleichzeitig seine Gesinnung ab; wenn es denn seine Gesinnung und nicht einfach nur eine Provokation ist?

Ich würde als Direktor dem Aufdruck meine ganze Aufmerksamkeit schenken. Beispielsweise würde ich den Träger fragen, ob er tatsächlich glaubt, dass es Menschen, die aus dem Ausland hierher kommen, nicht passt, dass wir Deutsch sprechen? Zu vermuten ist wohl eher, dass sie gar nicht erst zu uns kämen, wenn dem so wäre.

Auf diese Weise könnte man Punkt für Punkt den Inhalt des Shirts zur Diskussion stellen. Käme der Fragesteller irgendwann nicht mehr mit dem Ding zur Schule, weil er den Wahrheitsgehalt der Aufschrift infrage stellte, DANN wäre der selbst auferlegte Bildungs- und Erziehungsauftag der Schule - den ich im Übrigen für eine Anmaßung halte - erfüllt. So aber würde ich im Schuljargon zum Direktor sagen: Bildungsauftrag nicht erfüllt! 6 setzen!

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Ok danke das sie mir weiter geholfen haben.

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Grundlage für das Verhalten des Lehrers ist nicht das Hausrecht sonder das Schulgesetz des betreffenden Bundeslandes. Die Grundrechte können nämlich durch andere Gesetze eingeschränkt werden. In deinem Fall ist es eben das Schulgesetz, welches dem Lehrer bei Entscheidungen, welche deine Erziehung betreffen, einen weit reichenden Spielraum lässt.

Selbstverständlich kann dich der Lehrer dazu auffordern, unverzüglich einen anderen Pulli anzuziehen, wenn er das aus pädagogischen Gründen für erforderlich hält. Entscheidend ist hierbei auch nur die Auffassung des Lehrers. Die wird nicht ausdiskutiert.

Selbstverständlich kannst du dich weigern, dieser Aufforderung nachzukommen, aber das würde weit reichende disziplinarische Konsequenzen nach sich ziehen, da du auch aufgrund des Schulgesetzes eine Mitwirkungspflicht in der Schule hast, und grundsätzlich die Anweisungen deiner Lehrer zu befolgen hast.

Du kannst natürlich versuchen, die Entscheidung des Lehrers im Nachhinein für unangemessen erklären zu lassen. Beispielsweise über eine Beschwerde bei der Schulleitung oder der Landesschulbehörde, ich halte das aber für wenig erfolgversprechend.

Im Übrigen möchte ich noch einen Vorschlag machen. Wenn du schon so ein harter Hund mit Balls of Steel bist, warum ziehst du den Pullie nicht mal alleine in der Fußgängerzone einer beliebigen Großstadt an, und wartest was passiert.

Inhaltlich bin ich übrigens vollkommen deiner Meinung.

Wer sagt den das ich das nicht mache😉

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Den letzten Satz hättest du dir sparen können - deine Haltung wurde auch durch den Rest schon klar.

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Entscheidend ist hierbei auch nur die Auffassung des Lehrers. Die wird nicht ausdiskutiert.

Das stimmt so nicht, auch Lehrer haben Regeln, an die sie sich halten müssen.

das würde weit reichende disziplinarische Konsequenzen nach sich ziehen

Die allerdings der Reihe nach in sich zusammenfallen würden, sobald die Grundsätzliche Entscheidung des Lehrers gekippt ist.

Bei diesem Pulli hat der Lehrer natürlich recht, aber frei sind Lehrer in solchen Entscheidungen auch nicht, ich habe schon die unmöglichsten Versuche von Lehrer gesehen Band T-Shirts zu verbieten, teils weil ihnen Rammstein nicht passte oder das Symbol von Slayer zu satanistisch war.

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@Darkmalvet

auch Lehrer haben Regeln, an die sie sich halten müssen.

Das stimmt, dazu gehört aber sicherlich nicht, diese mit einem pubertierenden Pennäler zu diskutieren.

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@Messerset

Und selbstverständlich hat ein Schüler das Recht sich zu weigern offensichtlich unzulässige Anweisungen des Lehrers auszuführen ohne das ihn bleibende Konsequenzen erwarten.

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@Darkmalvet

Das setzt natürlich immer voraus, dass ein minderjähriger Schüler besser beurteilen kann, was offensichtlich unzulässig ist, als ein erfahrener Pädagoge. Letzte sind übrigens dienstlich verpflichtet, die für sie relevanten Rechtsvorschriften genau zu kennen (was zugegeben leider nicht immer der Falls ist).

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Naja, erstmal kann der Direktor es sehr wohl verboten und das muss er auch.

Dies hat damit zu tun, dass in den Schulgesetzen und teilweise Landesverfassungen festgeschrieben ist, dass die Erziehung nach Grundsätzen der Landesverfassung und des Grundgesetzes zu erfolgen hat, dazu gehört auch definitiv Menschen anderer Nationen zu achten und mit Ihnen zusammenzuleben.

Das T-Shirt hat damit nichts mehr zu tun.

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