Hat der biologische Vater ein Mitspracherecht?

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9 Antworten

Wie andere schon gesagt haben, hat der Erzeuger - völlig unabhängig von den Umständen - überhaupt kein Mitspracherecht hinsichtlich Abtreibung; die Schwangere muss ihn nicht einmal informieren.

Unterhalt muss der Erzeuger - sofern er eben irgendwas zahlen kann - in jedem Fall zahlen, unabhängig davon, ob er irgendwie Umgangsrecht oder Sorgerecht hat. Einzig wenn er zu mehr als 49% die Sorge um das/die Pflege des Kindes erbringt (also z.b. 1 Woche bei ihr, 1 Woche bei ihm) muss er nichts zahlen bzw. muss sie ihm zahlen. Da der Vergewaltiger 5 Jahre einsitzt, wird da aber eher nichts zu holen sein; dann kann aber Unterhaltsvorschuss bezogen werden:

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie,did=34088.html

(das Geld wird sich der Staat dann irgendwann versuchen vom Erzeuger zurückzzuholen, aber das kann der Mutter egal sein).

Bezüglich Umgangs- und Sorgerecht, dies bestimmt sich nahezu ausschließlich nach dem Kindeswohl; das Familiengericht wird sich also fragen, ob der Kontakt zum Erzeuger bzw. dessen Mitsprache aufgrund des Sorgerechts für das Kind eher gut ist oder eher schlecht.

Dabei ist aber ein Aspekt hinsichtlich des Sorgerechts, ob die "Beziehung" zwischen den biologischen Eltern so zerüttet ist, dass eine gemeinsame Ausübung des Sorgerechts wohl nicht gut funktionieren würde; das ist im Falle, dass er sie vergewaltigt und dafür 5 Jahre bekommen hat, wohl immer zu bejahen (einzige Ausnahme könnte sein, wenn sie angibt, dass es sozusagen "vergeben und vergessen" ist). Ähliche Überlegungen dürften auch bei der Adoption relevant sein, da diese ja letztlich auch nur eine Art Ausübung des Sorgerechts ist.

Ein Aspekt hinsichtlich des Umgangs ist, ob der Erzeuger möglicherweise Verhaltensweisen an den Tag legt, die letztlich negativ für das Kind sein könnten; die Vergewaltigung ist dafür ein starker Nachweis, es kommt dabei aber vielleicht auch auf die Vorgehensweise bei der Tat an (die bei 5 Jahren eher nicht harmlos war); das spricht eher gegen einen Kontakt des Erzeugers mit dem Kind; jedoch könnte sich dies ändern, wenn der Erzeuger z.b. durch psychologische Gutachten oder Teilnahme an Rehab-Maßnahmen glaubhaft macht, er habe sich "geändert".

KURZ GEFASST:

Gemeinsames Sorgerecht oder Adoption durch sein Nein verhindert ist beides nahezu ausgeschlossen, wenn eben vor dem zuständigen Gericht auf die Verurteilung und entsprechende Folgen für die Mutter hingewiesen wird.

Besuchsrecht ist zumindest unwahrscheinlich, es sei denn der Vater kann entsprechend glaubhaft machen, dass er sich "geändert" hat.

Wie üblich, die blöden Belege bzw. teilweise passenden Fundstellen muss ich selbst ergoogeln:

http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverfg-beschl-1-bvr-3326-14-umgangsverbot-vater-sohn-brief/

Entscheidender Absatz:

"Maßgeblich sei der Wille des Kindes gewesen, welches ausdrücklich den
Wunsch geäußert habe, keinen Kontakt mit dem Vater zu haben. Das OLG
habe auch berücksichtigen dürfen, dass die Mutter aufgrund der
schwierigen familiären Situation ein positives Vaterbild nicht
vermitteln könne und dem Vater das Gespür für die Bedürfnisse seines
Sohnes fehle."

Übertragen auf den hisiegen Fall heißt vor allem der letzte Satz, dass die Mutter den biologischen Vater nach Lust und Laune so madig machen darf - was angesichts dessen, dass er sie vergewaltigt hat und zwar nicht eine "er sagt, sie sagt und beide waren besoffen"-Aktion (dafür gibts keine 5 Jahre), sondern eher ins Gebüsch zerren, Messer an Kehle halten und dann schwer verletzt liegen lassen, sogar pädagogisch geboten sein könnte - dass das Kind den nie und nimmer sehen will.

Und in Anbetracht der harmlosen Streitereien, die in dem verlinkten Fall zum alleinigen Sorgerecht und zum praktisch nicht vorhandenen Umgangsrecht (nur 1 Brief pro Monat) führten, wird ein Vergewaltiger im Sorgerechtsstreit wohl null Chance haben.

Da das zugehörige BVerfG Urteil:

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/04/rk20150425_1bvr332614.html

carn112004 23.03.2016, 12:14

Ach ja, der noch aus dem Urteil:

"Insbesondere haben die Gerichte die Stellungnahme der
Verfahrensbeiständin, des Jugendamtes, einer Sachverständigen und der
Umgangsbegleiter eingeholt sowie das Kind, die Mutter, das Jugendamt,
die Verfahrensbeiständin und die Sachverständige persönlich angehört. "

Es wird in so einem Fall immer vom Gericht das Jugenamt gehört. Und da kann man sich sicher sein, dass das Jugenamt, bei dem die Mutter vorher ein paar Mal weinend mit Kind dringesessen haben wird, wie beschissen das doch wäre, wenn sie nicht endlich, endlich Ruhe von ihrem Vergewaltiger hat und dass sie nicht weiß wie sie das schaffen können sollte, dem Vergewaltiger alle verfügbaren Steine in den Weg legen, damit das weder mit Sorge noch mit Umgang was wird.

Denn wenn die vom Jugendamt das doch zulassen und nachher tut er ihr oder gar dem Kind was an, dann können die Verantwortlichen sofort ihren Hut nehmen. Das Risiko würden die niemals eingehen.

Und gegen die Empfehlungen des Jugendamtes das Sorgerecht oder auch nur den Umgang zu bekommen, ist verdammt schwer; die Familiengerichte entscheiden oft nach dem, was das Jugendamt implizit vorschlägt.

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er hat das recht die vaterschaft anzuerkennen nach der geburt. er ist als solcher ja danna uch gelistet. er könnte auch umgang aus diesem vaterschaftsverhältnis aufbauen. also so einfach nach der geburt weggeben gibts nicht. es gibt einen bekannten fall, wo ein biologischer vater solange geklagt hat, bis er sein kind zu sich holen durfte und die vaterschaft anerkennen durfte. bis dahin durfte das kind nicht adoptiert werden und musste in pflegefamilien leben.

wenn er die vaterschaft anerkannt hat, dann hat er umgangsrecht und unterhaltspflicht.

wenn die mutter das kind nicht will, kann der biovater sich gegen eine abtreibung gerne aussprechen, aber die entscheidung trifft die mutter ganz allein und nur für sich selbst. um das ganze szenario in gange zu setzen müsste die frau das kind also erstmal austragen.

carn112004 23.03.2016, 11:51

Bitte Link bzw. Details, damit man selber ergoogeln kann:

"es gibt einen bekannten fall, wo ein biologischer vater solange geklagt
hat, bis er sein kind zu sich holen durfte und die vaterschaft
anerkennen durfte. bis dahin durfte das kind nicht adoptiert werden und
musste in pflegefamilien leben. "

Ich vermute ganz stark, dass es da nicht um einen ging, der wegen Vergewaltigung der Mutter 5 Jahre bekommen hat.

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maja11111 23.03.2016, 12:01
@carn112004

was du vermutest ist völlig egal. er war biologischer vater und hat das recht auf vaterschaft. die gibt er einfach schriftlich zu protokoll beim jugendamt. somit liegt ein wissentlicher antrag vor und dieser wird bearbeitet. es kommt zur not zum gerichtsverfahren wo zu lasten der mutter der vater festgestellt wird. ohne seine einwilligung keine adoption. mit antrag bekommt er sorgerecht, mit antrag erhält er auch durchgesetzt sein umgangsrecht etc.

was du also vermutest ist rille da er dem kind nichts getan hat, wen eines von ihm auf die welt kommt. dieses kind betrifft die vergewaltigung der mutter nicht...

wenn du googlem möchtest, dann informiere dich bei google doch selbst. ich bin nicht dein sekretariat. halte dich einfach aus thematiken raus, von denen du nachweislich keine ahnung hast.

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Er kann Kontakt einklagen, er kann sogar die gemeinsame Sorge erklagen. Er muß aber auch Unterhalt zahlen.

Er muß seine Zustimmung zur Adoption geben.

Gegen eine Abtreibung kann kein Mann etwas unternehmen, das ist allein Sache der Frau.


serein 20.03.2016, 14:41

Vielen lieben Dank für deine Antwort :)
Kontakt zu dem Kind sollte ihm als Option natürlich gar nicht erst offen stehen.
Was passiert denn, wenn er nicht seine Zustimmung gibt? Kann die Adoption dann nicht durchgeführt werden?

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waldfrosch64 20.03.2016, 16:01

@Menuett 

Das alles glaubst du wohl selber nicht ! 

Ein Vergewaltiger soll alle diese Rechte haben ? 

Quelle dazu ??

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martinzuhause 20.03.2016, 17:55
@waldfrosch64

"Quelle dazu "

die aktuellen gesetze. der vater kann das gemeinsame sorgerecht einklagen. die mutter kann gründe nennen warum er es nicht bekommen sollte. es werden nur gründe anerkannt die das kindeswohl erheblich gefährden. andere gründe gibt es nicht mehr

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carn112004 20.03.2016, 19:38
@martinzuhause

Die Tatsache, dass der Erzeuger ein Verbrecher ist und der weitere Kontakt die Mutter zusätzlich traumatisieren würde, was dann schlecht fürs Kind sein könnte, würde aber berücksichtigt werden.

Ich vermute, ein gemeinsames Sorgerecht ist bei der Vorgeschichte nahezu ausgeschlossen. Kontakt dürfte zumindest erheblich erschwert sein, da die Tatsache, dass er ein Verbrecher ist, eher gegen den Kontakt spricht.

Die Verweigerung der Adoption dürfte ebenfalls gerichtlich aufgehoben werden, da bei der Mutter davon auszugehen ist, dass sie wohl emotional nicht zur Erziehung in der Lage ist, wenn sie nach Vergewaltigung eine Adoptionsfreigabe macht und er aufgrund Gefängnis dazu auch nicht in der Lage ist; für das Kindeswohl sind andere Eltern da offensichtlich vorteilhaft.

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Menuett 20.03.2016, 20:44
@carn112004

Es ist für die Vaterrechte völlig egal, ob er ein Verbrecher ist oder nicht.

Nur wenn er das Kind mißhandelt oder mißbraucht, besteht die Möglichkeit ihm das Sorgerecht zu verweigern.

Die Gefühle der Mutter spielen dabei keinerlei Rolle.

Sie kann dann vielleicht erreichen, dass nicht sie das Kind dem Vater zum Umgang übergeben muß.

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Menuett 20.03.2016, 20:51
@carn112004

Die Mutter wird dann ggf. das Kind genommen bekommen, wenn sie damit nicht umgehen kann.

Zu einer Zwangsadoption wird es gesichert nicht kommen.

Verbrecher werden in Deutschland mit Gefängnis bestraft - gesichert nicht mit Kindesentzug.

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carn112004 21.03.2016, 08:00
@Menuett

Hast du auch irgendeinen Beleg für deine Behauptung, dem Vergewaltiger könnte das Sorgerecht nicht aufgrund der Vergewaltigung verweigert werden?

Für das Gegenteil habe ich ein Beleg:

http://www.ehescheidung24.de/ratgeber/neue_regelung_fr_das_sorgerecht_bei_unverheirateten_eltern-388.html

"Die diskutierten Problemfälle (ausgetragenes Kind nach Vergewaltigung,
Gewalt in der Schwangerschaft, usw.) sind Fälle, in denen die
Alleinsorge der Mutter evident ist."

Ums kurz zu erläutern, der diskutiert dort, ob und warum eine automatische gemeinsame Sorge genausogut wäre wie das heutige Recht; dagegen wurde wohl vorgebracht, dass eine automatische gemeinsame Sorge den Nachteil hätte, dass dann bei Vergewaltigung bzw. Gewalt in der Schwangerschaft das wirklich schlimm für die Frau wäre, dann erstmal noch die alleinige Sorge erstreiten zu müssen; dass in den Fällen aber die alleinige Sorge der Mutter gegeben werden sollte, ist für den Anwalt "evident", also schlicht so offensichtlich, dass es da keiner weiteren Überlegungen bedarf.

Und genau so dürften das auch die allermeisten anderen Juristen sehen, wenn der Erzeuger, wegen der Erzeugung bzw. dem drumherum, für 5 Jahre verknackt wurde, dann ist es evident, dass er das Sorgerecht nicht bekommen sollte. Und dementsprechend werden Familiengerichte in den allermeisten Fällen so entscheiden.

Bezüglich Umgangsrecht ist das natürlich anders, wobei hier der zu 5 Jahren verurteilte es zumindest nicht leicht haben wird, wenn sich die Mutter juristisch wehrt, denn Leute, die 5 Jahre im Knast saßen, werden von Familiengerichten eher nicht als guter Umgang für Kinder gesehen.

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carn112004 21.03.2016, 09:59
@Menuett

Nebenbei habe ich einen Beleg, dass du wohl wenig vom Sorgerecht weißt:

"Die Mutter wird dann ggf. das Kind genommen bekommen, wenn sie damit nicht umgehen kann."

Beim Sorgerecht geht es immer als erstes ums Kindeswohl. Inobhutnahme ist nahezu immer letztes Mittel, um das Kindeswohl zu schützen. Alles, was eine Inobhutnahme wahrscheinlicher macht, ist damit als nachteilig für das Kindeswohl anzusehen.

Tatsächlich ist es also so:

Wenn die Mutter mit einer bestimmten Sorgerechtsentscheidung mutmasslich so wenig umgehen kann, dass eine Inobhutnahme des Kindes in Folge erforderlich wäre, dann ist das allein bereits ausreichend Grund die Entscheidung nicht zu treffen.

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Menuett 21.03.2016, 11:44
@carn112004

Der Anwalt nennt gemäß EU auch Streit und mangelnde Kommunikation als Grund für die alleinige Sorge.

Das interessiert hier in D nur in ganz ganz seltenen Fällen.

In den 5 Jahren Knast bekommt er die gemeinsame Sorge wahrscheinlich nicht. Danach aber bekommt er sie gesichert.

Ich orientiere mich da lieber an dem, was ich so vor Gericht mitbekomme.

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Menuett 21.03.2016, 11:45
@carn112004

Wenn die Mutter nicht damit umgehen kann, dass das KInd aus einer Vergewaltigung stammt, dann IST das Kindeswohl gefährdet.

Der letzte Satz ist völliger Unfug.

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carn112004 21.03.2016, 12:59
@Menuett

Ich wäre an Links zu entsprechenden Urteilen interessiert. Die Konstellation Vergewaltigung+Austragen+Vergewaltiger verurteilt+Vergewaltiger will Umgang/Sorgerecht dürfte realtiv selten sein.

Man darf das nicht mit den Fällen vermischen, bei denen die Mutter solches lediglich behauptet, aber keine Verurteilungen existieren; solche Behauptungen sind öfters übertrieben oder gar reine Zwecklügen, um eher das Sorgerecht allein zu bekommen. Hier gehts aber explizit um die Konstellation, dass eine Verurteilung vorliegt.

Ferner, wenn der Vater das Kind aufgrund 5 Jahre Knast weder gesehen noch das Sorgerecht innehatte, wieso sollte es dem Kindeswohl dienen, dass danach ein gemeinsames Sorgerecht besteht?

Normalerweise wird das Kind in den 3-4 Jahren (soweit ich verstanden habe, sitzt der Vater "hier" schon vor Geburt im Knast; ferner kann es vorzeitige Entlassung geben, etc.) sich an andere Bezugspersonen binden; spätestens wenn die Mutter irgendwen nicht vorbestraftes als Partner hat bzw. gar heiratet und der will adoptieren, dürfte das Kindeswohl immer das Sorgerecht hin zum Partner der Mutter tendieren.

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Menuett 21.03.2016, 13:10
@carn112004

Die gemeinsame Sorge muß dem Kindeswohl nicht dienlich sein, sie darf nur nicht negativ wirken.

Und das kann man ganz schlecht nachweisen.

Urteile habe ich keine zur Hand, bin aber Zeuge div. solcher Urteile.

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carn112004 21.03.2016, 13:19
@Menuett

Du widersprichst dir übrigens selber:

"In den 5 Jahren Knast bekommt er die gemeinsame Sorge wahrscheinlich nicht."

"Er muß seine Zustimmung zur Adoption geben."

Also entweder ist Sorgerecht für ihn während er im Knast ist eher unwahrscheinlich; dann könnte aber gerade aus diesem Grund heraus seine fehlende Zustimmung zur Adoption leicht durch entsprechendes Gerichtsentscheid ersetzt werden.

Oder aber, seine Zustimmung ist erforderlich und ein Ersatz durch Gerichtsentscheid eher nicht möglich; dann wäre unklar, warum er nicht auch das Sorgerecht haben sollte.

Im übrigen, mal ins Gesetz schauen:

http://dejure.org/gesetze/BGB/1748.html

"(4) In den Fällen des § 1626a

Absatz 3 hat das Familiengericht die Einwilligung des Vaters zu
ersetzen, wenn das Unterbleiben der Annahme dem Kind zu
unverhältnismäßigem Nachteil gereichen würde." (§ 1626a Absatz 3 = die Mutter hat das alleinige Sorgerecht)

Das Gesetz schreibt explizit vor, dass in den Fällen, in denen der Vater warum auch immer kein Sorgerecht hat (was ja laut dir hier der Fall wäre, solange er im Knast sitzt), die Zustimmung des Vaters durch Entscheid zu ersetzen ist, wenn ansonsten erhebliche Nachteile für das Kind zu erwarten sind; einen Knacki als Vater und eine durch die Vergewaltigung traumatisierte Mutter sind erhebliche Nachteile, die durch Adoption vermieden werden, womit eine Adoption ohne Einwilligung des Vaters leicht möglich ist (was laut dir gerade nicht möglich sein soll).

Ferner erwähnt Abs. 1 explizit:

"Die Einwilligung kann auch ersetzt werden, wenn die Pflichtverletzung
zwar nicht anhaltend, aber besonders schwer ist und das Kind
voraussichtlich dauernd nicht mehr der Obhut des Elternteils anvertraut
werden kann."

dass die mangelnde Eignung das Kind in Obhut zu nehmen, einen Ersatz der Einwilligung begünstigt, also wenn der Vater nicht das Sorgerecht bekommen kann.

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carn112004 21.03.2016, 13:22
@Menuett

Dann lass mal in Umschreibungen hören, worum es da so ging und was das Gericht als bewiesen ansah.

Denn das ist letztlich das entscheidende.

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Menuett 21.03.2016, 13:24
@carn112004

Sobald der Vater sich kümmern will, geht das nicht.

Nicht einemal sexueller Mißbrauch führt zum Verlust der Elternrechte...

Hier ist keine Pflichtverletzung zu erkennen.

Weiterlesen im Gesetz!

(2) Wegen Gleichgültigkeit, die nicht zugleich eine anhaltende gröbliche
Pflichtverletzung ist, darf die Einwilligung nicht ersetzt werden,
bevor der Elternteil vom Jugendamt über die Möglichkeit ihrer Ersetzung
belehrt und nach Maßgabe des § 51
Abs. 2 des Achten Buches Sozialgesetzbuch beraten worden ist und seit
der Belehrung wenigstens drei Monate verstrichen sind; in der Belehrung
ist auf die Frist hinzuweisen. Der Belehrung bedarf es nicht, wenn der
Elternteil seinen Aufenthaltsort ohne Hinterlassung seiner neuen
Anschrift gewechselt hat und der Aufenthaltsort vom Jugendamt während
eines Zeitraums von drei Monaten trotz angemessener Nachforschungen
nicht ermittelt werden konnte; in diesem Falle beginnt die Frist mit der
ersten auf die Belehrung und Beratung oder auf die Ermittlung des
Aufenthaltsorts gerichteten Handlung des Jugendamts. Die Fristen laufen
frühestens fünf Monate nach der Geburt des Kindes ab.

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carn112004 21.03.2016, 13:42
@Menuett

Da steht nicht mehr, als dass der Vater bzw. der betroffene Erziehungsberechtigte informiert werden und eine Frist.

Ferner ist das für den Absatz 4 unerheblich.

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Menuett 21.03.2016, 13:45
@carn112004

Ja, eine Frist in der er sich gegen die Adoption wehren kann.

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carn112004 21.03.2016, 15:15
@Menuett

Aber wehren heißt doch nur, dass er Argumente vortragen kann, warum keine Adoption erfolgen soll.

Was soll er dann vorbringen?

"Ich sitz die nächsten 3 Jahre im Knast und obwohl die Mutter mich hasst und das Kind nicht selbst erziehen will, ist es das beste für das Kind, wenn es die nächsten 3 Jahre - die die prägenden ersten 3 Jahre seines Lebens sein werden - in einer Pflegefamilie unterkommt, um anschliessend zu mir zu kommen, wenn ich grade aus dem Knast auf Bewährung draußen bin und vermutlich nur Scheißjobs zur Auswahl habe, weil ich nach 5 Jahren wegen Vergewaltigung ganz unten anfangen werden muss, weil ..."

Kann mir kaum ein ... vorstellen, dass bei einem Gericht zieht, vor allem weil Jugendämter bei der Konstellation fachlich eigentlich für eine Adoption plädieren müssten.

(Adoptionen bei ganz kleinen Kindern sind einerseits für das Kind psychisch viel, viel weniger problematisch als dieses Gemurkse mit ersten 3 Jahre Pflegefamilie und dann zu dem Vater mit etwas problematischen Lebensumständen, und andererseits gehen Kinder unter einem Jahr vor allem kurz nach Geburt weg wie warme Semmel, da wird das JA eine reiche Auswahl an gewillten Adoptiveltern mit ganz guten Lebensumständen haben. Nur die Adoption von älteren Kindern ist mit den ganzen Problemen versehen; aber genau so eine würde das JA riskieren, wenn man sich auf den Plan des Vaters einlässt und der dann nach seiner Knastizeit als alleinerziehender Vater versagt)

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maja11111 23.03.2016, 12:06
@carn112004

nein die adoption wird gerichtlich nicht durchgesetzt. die mutter kann ihre mutterschaft gerne aufgegbeben und das kind ablehnen. der vater aber hat ein recht auf dieses kind und das recht sich um dieses zu kümmern. wenn er aus dem gefängnis kommt hat er das recht sich dieses in den haushalt zu holen und es großzuziehen. wenn er dann eine freundin hat kann diese es ja dann adoptieren, damit die erzeugerin es los wird.

der vater sitzt in der regel nicht vollständig seine zeit ab. wenn nichts weiter gegen ihn vorliegt, könnte es gut sein, dass er nach 2/3 der strafe entlassen wird oder ehr wegen guter führung etc. in der zwischenzeit könnte oma sich um dieses kind kümmern wenn sie es möchte etc. der kontakt wird monatlich im gefängnis stattfinden. dort wird das kind durch die mutter des kindes hingebracht und kv hat umgang. dagegen spricht garnichts. du musst mal aus deiner traumwelt ausbrechen.

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Es ist noch daraufhinzuweisen, dass es Möglichkeiten zur vetraulichen und - etwas unklar hinsichtlich Legalität - anonymer Geburt gibt. In beiden Fällen erfährt der Vater nichts (vor allem wenn er im Knast sitzt), kann also keinen Einwand gegen Adoption erheben und eine Adoption wird folglich stattfinden.

Kontakt für vertrauliche Geburt:

https://www.geburt-vertraulich.de/startseite/

Ebenfalls für vertrauliche Geburt, aber eventuell machen die auch bei der anonymen mit:

http://moses-projekt.de/html/angebote.html

(Unterschied zwischem beiden ist, dass bei vertraulich das Kind mit 16 erfahren kann, wer seine biologische Mutter ist, da der entsprechende Name und Kontaktmöglichkeit unter Verschluss aufbewahrt wird; bei anonymer Geburt bleibt kein Name der Mutter, weshalb das ganze als Verletzung des Rechtes des Kindes auf Wissen um seine Abstammung angesehen wird; wenn die Mutter aber alternativ abtreiben will, wird da auch mal ein Auge zugedrückt, weil besser Mutter niemals kennen als abgetrieben werden, weshalb das rechtlich grau ist.)

carn112004 21.03.2016, 15:40

Ferner gibts auch noch Babyklappen; da steht dann zwar
theoretisch eine Gefährdung des Kindeswohls durch die Mutter durch die Abgabe im Raum
(sie tut das Baby ja da hin, ohne dass sie wirklich abwartet und schaut, ob irgendwer kommt und sich darum kümmert; aber praktisch ist das eigentlich nicht weiter relevant, da wurde noch nie eine angeklagt, passiert ja anonym), aber eine Adoption ist wohl garantiert. Wesentliches Risiko ist aber, dass bei einem solchen Vorgehen die medizinische Versorgung während der Geburt schlechter sein kann, was dann ein Risiko darstellt (ist aber nicht Risiko durch die Babyklappe selber).

Da Adressen:

http://www.babyklappe-huellhorst.de/liste1a.php

und da Kritik an Babyklappen:

http://www.tdh.de/was-wir-tun/themen-a-z/babyklappe-und-anonyme-geburt/ende-der-illusion.html

(auch mit zwei Fällen, wo es mgl. aufgrund der Geburt ohne Hilfe und alleine dann zum Tod des Kindes kam)

http://www.tdh.de/was-wir-tun/themen-a-z/babyklappe-und-anonyme-geburt/warum-tdh-dagegen-ist.html

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carn112004 21.03.2016, 15:46
@carn112004

Der zweite kritische Artikel liest sich übrigens vor dem Hintergrund der Argumente für Abtreibung ganz amüsant; denn er argumentiert genau auf den Schienen (unklar, ob Mutter psychisch zur Entscheidung fähig ist; gibt eine einfache Scheinlösung vor, während die Probleme, die zu dem Wunsch nach Abgabe Kind führen bestehen bleiben; Zweifel, ob es in Ordnung ist, wenn Mutter einfach so alleine ohne Kontrolle über Rechte eines anderen verfügt), die sonst immer von "Pro-Choice" vollkommen verworfen werden; und dabei sind die Autoren wohl ansonsten Pro-Choice.

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maja11111 23.03.2016, 12:15
@carn112004

deine unseriösen links zur anonymen geburt steht gegenüber das recht des kindes auf abstammung und zwar von anfang an, nicht erst ab 16 und das recht des vaters auf sein kind. somit kann er die mutter zwingen zu sagen wo dieses kind verblieben ist, weiterhin ist er derjenige dessen rechte verletzt wären und die des kindes. es ist also dummes zeug was du hier schreibst. vor dem hintergrund sind die behörden gezwungen die sache an den rechtlichen vater weiterzuleiten und diesen ausfindig zu machen.

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carn112004 23.03.2016, 12:30
@maja11111

Unseriöse Links zur anonymen Geburt?

https://www.geburt-vertraulich.de/service-menue/impressum/

"

Die Internetseite wird herausgegeben vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Anschrift:

Glinkastraße 24

10117 Berlin

Telefon: 03018/ 555 - 0

Telefax: 03018/ 555 - 1145

E-Mail: poststelle@bmfsfj.bund.de

 "

http://moses-projekt.de/html/impressum.html

"Für das Projekt:
DONUM VITAE Beratungsstelle Amberg"

http://amberg.donum-vitae-bayern.de/index.php?id=1393

"Gefördert durch:"

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Familie, Soziales und Integration

Ok, ich weiß, Politiker, denen kann man nciht weiter trauen als man sie werfen kann; aber es ist offensichtlich komplett gaga mir da vorzuwerfen, die Links seien unseriös; die sind so seriös, wie das eben in Anbetracht der üblichen Seriosität unserer Staates möglich ist.

Und es ist Gesetz, dass vertrauliche Geburt mit Verschluss der Identität bis 16 in D möglich ist:

https://www.bundesanzeiger-verlag.de/gesetze/nachrichten/detail/artikel/gesetzliche-regelung-der-vertraulichen-geburt-10919.html

"§31

Einsichtsrecht des

Kindes in den Herkunftsnachweis

(1) Mit Vollendung des 16. Lebensjahres hat das

vertraulich geborene Kind das Recht, den beim Bun-

desamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufga-

ben verwahrten Herkunfts

nachweis einzusehen oder

Kopien zu verlangen (Einsichtsrecht)."

(Ach wie unseriös, jetzt habe ich blos den Bundesanzeiger-Verlag verlinkt, der das Bundesgesetzblatt herausgibt.)

Bezüglich Babyklappen habe ich angegeben, dass da ein Rechtsbruch stattfidet und habe auch Kritik dazu verlinkt, mir unseriosität vorzuwerfen, ist da auch blödsinn.

Aber faszienierend finde ich immer wieder, dass Links offensichtlich nicht gelesen werden. Alleine beim ersten sind das zwei Klicks, auf die Seite, dann auf Impressum, dann sieht man dass das eine offizielle Seite eines Ministeriums ist, dann schluckt man den Vorwurf unseriös runter, weil der offensichtlich quatsch ist, und tippt lieber irgendwas anderes in den Kommentar.

Aber ne, zwei Klicks sind zu viel, weil man einfach recht haben will.

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carn112004 23.03.2016, 23:18
@maja11111

Lol

Macht einen bestimmt sauer, wenn man so voll peinlich daneben gegriffen hat und bei Links zu Bundesministerien von unseriös gelabbert hat.

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Ich kann dir zumindest eine deiner Fragen beantworten, nämlich, dass der Erzeuger grundsätzlich kein wirksames Mitspracherecht hat bei einer Abtreibung. Das ist allein die Entscheidung der Frau, egal ob Vergewaltigung oder nicht.

serein 20.03.2016, 14:37

Bei der Abtreibung kann sich also niemand einmischen? Okay, vielen lieben Dank für deine Antwort :)

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Tragosso 20.03.2016, 14:39
@serein

Richtig. Du musst zwar zu einem Beratungsgespräch gehen, aber du kannst dich ganz allein dafür oder dagegen entscheiden.

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Menuett 20.03.2016, 20:52
@serein

Nein, da kann sich niemand einmischen.

Da muß die Mutter fix zum Beratungsgespräch.

Wie das genau mit der kriminologischen Indikation läuft, weiß ich nicht.

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maja11111 22.03.2016, 13:11
@annemarie37

doch sie ist die mutter des ungeborenen kindes. die werdende mutter.

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Nein der Täter hat keine Mitspracherecht bei einer Abtreibung, das hat nicht mal ein Ehemann.

Zu einer Adoption hat ein Täter allerhöchtsens  formal das Recht auf Anhörung, mehr nicht. Hat aber keine Wirkung auf das Urteil, er hat sein Recht am Kind verwirkt.

Unterhalt würde er zahlen müssen.

martinzuhause 20.03.2016, 18:40

einer adoption müssen beide eltern zustimmen.

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martinzuhause 21.03.2016, 07:26
@Goodnight

beim sorgerecht wird nie gegen jemand entschieden. da geht es nur darum ob er dem kind schaden würde. das muss dann auch nachgewiesen werden.

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annemarie37 21.03.2016, 11:39
@martinzuhause

Da bist du uns immer noch einen Beleg/eine Quelle schuldig, Martin, für deine Behauptungen.

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Menuett 21.03.2016, 11:47
@Goodnight

Nein.

Nochmal:

Auch Verbrecher haben ein Recht auf ihre Kinder. In Deutschland wird mit Gefängnis bestraft, nicht mit Zwangsadoption.

Das war in der DDR so, hier ist das nicht so.

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Menuett 21.03.2016, 11:48
@annemarie37

Die Quelle ist das BGB.

Und das StGB.

Du wirst nirgendwo einen Paragraphen finden, der das erlaubt.

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martinzuhause 21.03.2016, 13:12
@Menuett

"Du wirst nirgendwo einen Paragraphen finden, der das erlaubt."

warum sollte es socle paragraphen auch geben. es ist klar geregelt welche rechte ein vater oder vermutlicher vater hat. das reicht auch aus. beim sorgerecht geht es nur noch darum ob jemand der das gemeinsame sorgerecht will dem kind erheblich schaden würde. das mussd er andere nachweisen.

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maja11111 22.03.2016, 13:12
@Goodnight

goodnight, du lagst noch nie richtig hier.martin hat recht, ohne vater keine adoption. es wird seine zustimmung benötigt.

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Goodnight 22.03.2016, 13:41
@maja11111

@ maja11111 du liegst wie so oft falsch.  Bei Verurteilungen wegen schwerer Gewalt gegen Mutter und Kind entscheidet nicht der Vater über eine Adoption oder Namensänderung. Er muss lediglich angehört werden. Nützt aber gar nichts. Meine Erfahrung und Aussage der zuständigen Behörde.

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carn112004 23.03.2016, 11:46
@Goodnight

Kannst du dann vielleicht irgendwelche Belege verlinken?

Diese beidseitigen Behauptungen, man habe recht und der andere irrt, stimmen zwar vielleicht zu 50%.

Aber ohne Belege ist das etwas trostlos; ich erkenne nur aus der Gesetzeslogik, Intentionen Gesetzgeber und einigen Kommentaren von Jugenamtsmitarbeitern, dass in der Konstellation - Vergewaltigung + Urteil a 5 Jahre + Austragen + Vergewaltiger will Sorgerecht - ein gemeinsames Sorgerecht vermutlich so grotesk lächerlich ist, dass niemand ernsthaftes ein Wort darüber verliert; aber damit gibts auch wenig Belege und folglich auch keine Garantie, dass es nicht genau umgekehrt ist, dass es einfach als grotesk und lächerlich angesehen wird, wegen Straftaten gegen die Mutter das Sorgerecht vorzuenthalten. Deshalb wären Belege in eine oder andere Richtung gut.

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Ich würde jetzt mal annehmen, dass in einem solchen Fall - wenn die Frau austrägt - die Frau das alleinige Sorgerecht zugesprochen erhält und dem Mann jeglicher Kontakt zur Frau und zum Kind untersagt wird (wenn die Frau das verlangt).

Und nach "gesundem Menschenverstand" sollte sie auch allein zuständig sein, in eine Adoption einzuwilligen. Ich kann mir kein Gericht - oder Vormundschaftsbehörde oder was immer - vorstellen, die einem verurteilten Vergewaltiger (5 Jahre Haft heisst, das war erwiesen und auch ziemlich brutal...), ein Entscheidungsrecht zugestehen würde. Das wäre ja absurd.

Ich bin allerdings nicht Juristin.

Die Antwort betr. Schwangerschaftsabbruch hast du ja schon von andern erhalten.

annemarie37 20.03.2016, 17:17

Interessante Frage. Habe daher ein bisschen gegoogelt und dies hier gefunden:

"Wenn der Vater bekannt ist, muß auch er seine Einwilligung zur Adoption geben. Es gibt jedoch die Möglichkeit, die Einwilligung eines Elternteiles durch das Vormundschaftsgericht zu ersetzen (§1748 BGB). Im Einzelfall wird nach dem Kindeswohl entschieden."

Siehe auch § 1595: die Anerkennung der Vaterschaft bedarf der Zustimmung der  Mutter. Und § 1626a

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martinzuhause 20.03.2016, 17:58
@annemarie37

stimmt die mutter nicht zu ersertzt jedes gericht ihre zustimmung. der vermutliche vater muss nur angeben das er glaubt der vater zu sein und angeben das er sex mit der mutter hatte. dann wird das gericht einen vaterschaftstest anordnen.

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Menuett 20.03.2016, 20:49

Der Kontakt zur Mutter kann untersagt werden, der zum Kind nicht.

Der Vater wurde gegenüber dem Kind nicht gewaltätig.

Wenn Du Dir das nicht vorstellen kannst - das deutsche Recht sieht hier keine vermehrten Rechte der Mutter durch eine Vergewaltigung.

Ich persönlich kenne da mehrere Fälle.

Das Schlimmste, was dem Vater passieren kann, ist begleiteter Umgang.

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carn112004 21.03.2016, 13:01
@Menuett

Bitte Links oder Fälle beschreiben; insbesondere ob und weswegen da wer verurteilt wurde.

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Menuett 21.03.2016, 18:45
@carn112004

Dann bring Du doch mal ein paar Urteile, die da den von Dir propagierten Umgang mit der Situation so behandeln. Und aus denen man schließen kann, dass regelmäßig so gehandelt wird.

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carn112004 22.03.2016, 07:09
@Menuett

Du sagst, du kennst mehrere Fälle.

Meine Behauptungen beruhen auf den Prinzipien hinter Sorgerechtsentscheidungen, aber nicht auf konkreten Fällen, da der konkrete Fall - Vergewaltigung + Austragen + Verurteilung wegen der Vergewaltigung + Vergewaltiger will Umgang/Sorgerecht - ziemlich selten vorkommt.

Da ein Beleg für die allgemeinen Überlegungen:

http://www.anwaltshotline.org/Lexikon-Scheidung/Sorgerecht-alleiniges.htm

"Das Kindeswohl ist also die Messlatte, ob

ein gemeinsames Sorgerecht möglicherweise in ein
alleiniges Sorgerecht umgewandelt werden kann.

Ist einer
Mitsorgeberechtigter z. B. drogenabhängig oder
kriminell ist das eine Argumentation, die ein alleiniges
Sorgerecht in vielen Fällen rechtfertigt."

Dieselben Überlegungen, die bei Entzug des Sorgerechts gelten, gelten auch bei "Erteilung" des Sorgerechts, nämlich wenn der, der das Sorgerecht will, kriminell ist, rechtfertigt das in vielen Fällen ihm/ihr das Sorgerecht nicht zu geben.

Von der üblichen Rechtslogik her müsste das insbesondere gelten, wenn die kriminellen Handlungen gegenüber der sorgeberechtigten Mutter begangen wurden.

Das ist bei der Frage offensichtlich gegeben, deshalb ziemlich sicher kein Sorgerecht für den Vergewaltiger.

Aber beschreib bitte die Fälle, die der Konstellation entsprechen und die du kennst, bei denen es anders lief.

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maja11111 22.03.2016, 13:21
@carn112004

das sind sachen die früher mal interessant waren. heute hat der vater anspruch auf das sorgerecht. auch ein drogenabhängiger kann sorgerecht ausführen, entscheidungen kann er auch im gefängnis treffen und bedarf dazu nicht mal umgang mit dem kind.

grundsatz heute ist: er hat dem kind nichts getan. damit ist die sache erledigt. er bekommt die vaterschaft, ohne ihn kann das kind nicht zur adoption freigegeben werden, er wird sorgerecht bekommen - warum auch nicht.

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carn112004 23.03.2016, 11:42
@maja11111

Es mag so sein, dass es heute so ist.

Ich frag aber so ca. schon zum 10. Mal nach einem Beleg.

Irgendein Artikel, Urteil, Wikipediaeintrag, Gesetzeskommentar aus dem hervorgeht, dass Familiengerichte das Sorgerecht in die Hände von im Gefängnis einsitzenden Verbrechern legen?

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maja11111 22.03.2016, 13:17

die frau hat erstmal das alleinige sorgerecht. der vater erhält auf antrag das gemeinsame sorgerecht, er hat von anfang an das recht auf umgang, auch im gefängnis.

deine annahme das der kontakt zu mutter und kind verboten wird, ist daher nonsense und falsch. das ist recht und gesetz, dem kind hat er in dem falle ncihts getan. jedes gericht wird dem vater sorgerecht und umgangsrecht zusprechen. es ist sein kind und er hat mitspracherecht.

adoption geht ebenfalls nicht ohne den vater. seine unterschrift wird dafür benötigt. er hat ein anrecht auf vaterschaftsanerkennung, wenn nötig gegen den willen der mutter durch ein gericht. diese rechte hat er und bekommt er auch. wenn die mutter das kind nicht will, dann geht es eben in eine pflegefamilie, bspweise die mutter des täters und das kind wächst dann dort auf. die mutter ist unterhaltspflichtig und muss sich ja sonst mit dem kind nicht weiter befassen. so ist die genaue emotionslose sichtweise des gesetzes.

wie du das siehst oder andere persönlich, sind sachen die man tausendfach hinter verschlossenen türen klären kann, ändert aber nichts an der tatsache.

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Mir fällt da gerade etwas auf.

Ist er wegen der Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt worden?

Wohl kaum, wenn er bereits im Gefängnis sitzt.

Dann dürfte auch die Schwangerschaft zu weit fortgeschritten sein, um noch Abtreiben zu dürfen. 12 Wochen nach Empfängnis, das ist die 14. Schwangerschaftswoch, danach darf die Mutter nicht mehr mit dieser Begründung abtreiben.

carn112004 21.03.2016, 13:48

"Ist er wegen der Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt worden?"

Frage genau lesen, bevor man antwortet:

"Wenn es durch Vergewaltigung zur Schwangerschaft kommt, der Täter bereits (zu Bspw. fünf Jahren Haft) verurteilt wurde "

"Dann dürfte auch die Schwangerschaft zu weit fortgeschritten sein, um
noch Abtreiben zu dürfen. 12 Wochen nach Empfängnis, das ist die 14.
Schwangerschaftswoch, danach darf die Mutter nicht mehr mit dieser
Begründung abtreiben."

1. kann es sogar in Deutschland zu schnellen Urteilen, also innerhalb von 1 bis 2 Monaten kommen, z.b. wenn Beweislage eindeutig und Täter geständig ist und auf die höhere Instanz verzichtet (wobei 5 Jahre dann ziemlich heftig wären)

2. kann die Schwangere noch bis zur 24. in Holland abtreiben

3. kann die Schwangere noch bis zum Einsetzen der Geburtswehen abtreiben, wenn ein Arzt eine Gesundheitsgefährdung feststellt, was z.b. denkbar ist, wenn sie in der 30. SSW ihre Schwangerschaft bemerkt und sich - da ihr einziger "Sex" die Vergewaltigung vor ca. 7 Monaten war - statt per U-Bahn zu Fuß zum nächsten Arzt begibt, weil die Gleise so verlockend hinsichtlich ihrer Probleme aussehen

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annemarie37 22.03.2016, 08:51
@carn112004

Die Einwilligung zur Abtreibung braucht die Frau ja eh nicht. Es ginge also höchstens um die Einwilligung zur Adoption bzw. das Sorgerecht, und das wäre dann erst nach der Geburt - also 9 Monate nach der Vergewaltigung - fällig. Das sollte reichen für eine Verurteilung, wenn der Fall klar ist. 

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carn112004 23.03.2016, 11:49
@annemarie37

Die Anmerkungen hinsichtlich Abtreibung bezogen sich eigentlich nur darauf, dass Menuett scheinbar meint, es sei unrealitisch, dass es bereits eine Verurteilung geben könnte und die Frau könnte noch über Abtreibung entscheiden.

Das ist aber nicht unrealistisch, das ist durchaus möglich; in vielen Fällen dürfte es nicht so sein, da 9 Monate für die Justiz oft ein etwas zu enger Zeitrahmen bis zum rechtsgültigen Urteil sind; aber manchmal klappt es.

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