Hat das Niesbrauchrecht Einfluss auf die Erbschaftsteuer oder Schenkungssteuer?

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4 Antworten

Durch Schenkung zu Lebzeiten dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen

Dass im Erbfall Steuern anfallen, ist kein Geheimnis. Empfehlenswert ist daher, Besitz oder Vermögen bereits zu Lebzeiten zu verschenken. Die Erben können dann die Freibeträge mehrmals ausschöpfen. Dennoch sollte man sich einige Rechte vorbehalten.

Geben Sie nie Ihr ganzes Vermögen aus der Hand. Behalten Sie sich vor, die Wohnung weiterhin zu nutzen. Sie bleiben dann Nießbraucher Ihres ehemaligen Eigentums. Das lebenslange Wohnrecht kann Ihnen niemand nehmen. Sie können die Immobilie selbst bewohnen oder vermieten. Das bringt zusätzliche Einnahmen und Steuerersparnis durch Werbungskosten. Grundsätzlich sollten Sie sich trotz der Steuervorteile genau überlegen, ob das Verhältnis zu Ihren Angehörigen so gut ist, dass eine Übertragung des Vermögens zu Lebzeiten in Frage kommt. Vor allem bei der Überschreibung einer Immobilie müssen Sie sich bewußt sein, dass Sie danach „Bewohner“ des ehemals eigenen Hauses sind.

Zinslose Stundung durch Finanzamt

Auch die Erben genießen Steuervorteile, denn wenn Haus oder Wohnung mit einem Nießbrauchswert belastet ist, senkt das deutlich dessen Wert. Nur für diesen Wert fällt Erbschaftsteuer an, den Rest stundet das Finanzamt zinslos bis zum Todestag des Erblassers. Der Beschenkte kann die Steuerlast aber auch vorzeitig abgezinst ablösen und sparen. Ein niedrigerer Steuersatz wird auch fällig, wenn zwischen Nießbrauchs- Vereinbarung und Erbfall mehr als zehn Jahre liegen. Dann rechnet das Finanzamt den Vermögenserwerb zu Beginn des Nießbrauchs und den Vermögenserwerb am Todestag nicht zusammen. Statt einer großen Erbschaftssumme entsteht ein Betrag, der unter den niedrigeren Steuersatz fällt. Im Erbfall hat auch die eheliche Gütergemeinschaft Vorzüge. Stirbt ein Ehegatte, zahlt der Überlebende nur für die Hälfte des gemeinsamen Vermögens Erbschaftsteuer, denn die andere Hälfte gehört ihm ja bereits. Ähnliches gilt für die Zugewinngemeinschaft.

Doppelbesteuerung entfällt

Eheleute bedenken sich im Testament oft gegenseitig. Erst wenn beide gestorben sind, erben die Kinder. Auch hier hilft der Nießbrauch, Steuern zu sparen. Denn erbt zum Beispiel die Ehefrau zuerst, zahlt sie die Erbschaftsteuer. Sind die Kinder an der Reihe, kassiert der Fiskus ein zweites Mal. Ein Schnippchen schlagen Sie dem Finanzamt, in dem Sie Ihre Immobilie gleich den Kindern übertragen, unter der Vereinbarung, dass der Ehepartner das lebenslange Wohnrecht behält. Denken Sie auch an den Fall, dass der Beschenkte vor dem Nießbraucher sterben könnte, und stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass die Immobilie nicht verkauft werden darf, solange Sie oder Ihr Ehegatte darin das Wohnrecht haben.

So vereinbaren Sie den Nießbrauch

Sie schließen einen Schenkungsvertrag ab, in dem Sie Ihren Kindern die Immobilie unentgeltlich übertragen. Gleichzeitig behalten Sie sich den Nießbrauch vor. Anschließend muss der Schenkungsvertrag von einem Notar beurkundet werden. Eigentumswechsel und Nießbrauch werden dann ins Grundbuch eingetragen. Den Antrag dafür stellt man ebenfalls beim Notar. Auch die Auflassung (also die Einigung der Parteien, dass das Eigentum an dem Grundstück übergehen soll) muss vor einem Notar erklärt werden. Mit dem Tod des Nießbrauchers erlischt der Nießbrauch. Der Eintrag kann dann beim Grundbuchamt gelöscht werden. Durch die richtige Gestaltung des Nießbrauchs wird der Nachlass rechtzeitig für Erblasser wie Erben in gegenseitigem Einvernehmen geregelt. Damit kann Erbauseinandersetzungen im Voraus begegnet werden. Außerdem lassen sich in der Regel mehrere tausend Euro an Erbschaftssteuer sparen.

http://www.golonglife.de/2003_03/steuern.htm

Guten Tag,

ich bin die Eigentümerin des Familienhauses, in dem meine Mutter lebt mit eigetragenen Niessbrauch auf Lebzeiten. Es befindet sich ein Ladenlokal in dem Haus meines Vaters, welches meine Mutter ebenfalls seit mehr als 10 Jahren vermietet.

Ich hatte leider als junge Angestellte bei Luftfahrtgesellschaften einen Zugewinn- und Gemeinschaftsvertrag mit meiner Schwester und meiner Mutter unterschrieben, in dem meine Mutter die Töchter als die Nu-propriétaires eintragen lies und sich den Niessbrauch Lebenszeit vormerkte. Ich war damals zu jung und über die Konsequenzen nicht aufgeklärt.

Frage an Sie: Meine Mutter hat mir nie einen Einblick in die Bücher, sprich Mietverträge mit den Untermietern gewährt. Ich lebe in Frankreich und hier ist lt. Gesetz vorgemerkt, dass der nu-propriétaire, sprich vorgemerkte Eigentümer der Immobilie auf jeden Fall einen Einblick zu gewähren ist und zu informieren. Denn lt. Gesetz ist ja der Eigentümer der Immobilie verpflichtet, kleinere Reparaturen zu begleichen. Dann sollte er auch eine Übersicht über die Miete bekommen.

Mein Fall ist aussergewöhnlich, denn meine Mutter hat mich enterbt, was sie eigentlich nicht darf. Hier in Frankreich kann man ein Kind nicht enterben. Ich bin inzwischen zum Sozialfall geworden dank meiner Gutmütigkeit und Unkenntnis vor dem Gesetz. Ich wurde mit teurem Bauland enteignet in Hessen, verlor meine EGW da ich mein Grundstück unbedingt erhalten sollte und mich anwaltlich vertreten lies. Ich wurde dennoch enteignet.

Kann meine Mutter mit ihrem Niesbrauch mich daran verhindern, dass ich einen Anspruch geltend mache auf Eigenbedarf des Ladenlokals, um mich über Wasser zu halten ?

Mit freundlichem Gruss

S. Fischer

Paschal beantwortet ja!

Es kommt hier sehr auf die Formulierung an. Der Notar wird euch da sicher gut beraten - ggf aber auch mit dem Steuerberater abklären. Ein etwas heisses Eisen für dieses Forum!

Lies hier mal nach http://www.ra-kotz.de/erbschaftssteuer.htm

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