Hat das Kreuz für christliche Würdenträger an Bedeutung verloren?

14 Antworten

Also erstmal kämpft Herr Söder nicht für das christliche Kreuz, sondern instrumentalisiert es für seinen Wahlkampf. Ich hoffe, du erkennst den Unterschied.

Was sollte ein Kreuz, dass im Eingangsbereich von einem Einwohnermeldeamt hängt, für einen Vorteil für die Kirche bringen?

Vielleicht haben die Kirchen auch nur erkannt, dass ihre einzige Zukunftsperspektive, in der strikten Trennung, von Kirche und Staat liegt und ihnen jede Kontroverse, zu diesem Thema, mehr schadet, als nutzt.

Ich bin selbst glaübiger Katholik. Ich will mich aber nicht genötigt sehen, wenn ich meinen Ausweis abhole, dass ich mich bekreuzigen muss. Das ist eher für meine Privaträume, die Kirche und religiöse Orte vorbehalten.

In Deutschland sind Kirche und Staat getrennt. Die Kirchen akzeptieren das und haben erkannt, dass es in unserer heutigen Gesellschaft, auch absolut notwendig ist. Und die CSU packt ihr C doch nur aus, wenn sie sich einen Vorteil davon erhoffen. Und wer will sich schon, von Herrn Söder instrumentalisieren lassen?

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Die in Deutschland so deutliche Trennung von Kirche und Staat äußert sich eindrucksvoll darin, dass die Kirchen zum größten Teil von staatlichen Steuern finanziert werden und statt der staatlichen Organe die seelsorgerischen Aufgaben übernehmen.

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@MatthiasHerz

Man pocht halt auf die Einhaltung von Verträgen. Zugegeben sehr alten Verträgen. Aber Vertrag ist Vertrag, wie der Jurist sagt. Wer verzichtet schon gerne freiwillig auf etwas, dass ihm einen großen Vorteil verschafft. Das wäre ja bescheuert, um es mal etwas flapsig zu formulieren.

Und letztendlich, steht es ja der Trennung von Kirche und Staat auch nicht im Wege. Die Kirche nimmt immer noch wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgaben wahr. Kultur wird ja auch stark gefördert. Kein Theater, dass nicht staatlich subventioniert wird.

Ist eine Kirchengemeinde weniger wert, wie ein Theater? Ein Intendant wichtiger, als ein Pfarrer? Ich glaube nicht.

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Das Kreuz ist nicht katholisch, sondern christlich. Die Anbringung des Kreuzes soll ja das Christentum gesinnungsmäßig stärken als Gegenstück zu denen, die nicht christlich sind (Muslime, Atheisten etc.) Insofern ist es auch ein Ausgrenzungssymbol.

Und Jesus soll ja auch dies gesagt haben:

Nicht weit von der Bergpredigt entfernt lesen wir unter anderem auch Jesus' hasserfüllte Verfluchung dreier Städte, die seiner Lehre nicht zujubeln wollten (Mt 11,23): "Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden."

Und:

(Mt 13,41-42): "Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht (früher hieß es an dieser Stelle: "das Gesetz Gottes nicht") tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein."

Zwar war Jesus Jude und meinte also alle, die nicht jüdischen Glaubens sind. Da er aber zentraler Bestandteil christlichen Glaubens ist, kann man das getrost auch auf das Christentum übertragen. Jesus ist ja schließlich zum Gott erkoren worden.

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@vonGizycki
Das Kreuz ist nicht katholisch, sondern christlich. Die Anbringung des Kreuzes soll ja das Christentum gesinnungsmäßig stärken als Gegenstück zu denen, die nicht christlich sind (Muslime, Atheisten etc.) Insofern ist es auch ein Ausgrenzungssymbol.

Als Christ ist mir durchaus bewusst, dass das Kreuz, das christliche Symbol ist. Ich habe niemals behauptet, dass es ein rein katholisches Symbol ist.

Söder degradiert das Symbol des Christentums, zu einem Zeichen, von kultureller Identität. Weil religiöse Symbole, in öffentlichen Ämtern, nicht erlaubt sind. Ein leicht zu durchschauender Schachzug.

Das Kreuz grenzt per se, keinen aus. Es ist ein Symbol für etwas, nicht gegen etwas. Was mancher Mensch daraus macht oder da hinein interpretiert, ist ja nochmal was anderes.

Was deine Zitate, aus dem Matthäusevangelium, damit zu tun haben, überfordert vermutlich meine intellektuellen Fähigkeiten. Ich verstehe nicht, was das damit zu tun hat.

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Du siehst das völlig falsch. Der Kirche ist es nach wie vor wichtig. Die Kirche hat ein Problem damit, wenn Söder für Propagandazwecke das Kreuz missbraucht.

In gut fünf Monaten sind in Bayern Wahlen. In den Umfragen ist die CSU deutlich unter 50%, zugleich hängt die FDP bei der Fünf-Prozent-Hürde fest, es ist durchaus möglich, dass die FDP erneut an der 5% Hürde scheitert. Zugleich hat Schöder die AFD im Nacken.

Somit tritt ein typisches CSU Phänomen am Tag. Mit rechtspopulistischen Parolen am rechten Rand fischen, zugleich mit absurden Ideen und Anordnung Stimmung machen wie das Kreuz.

Politiker kämpfen für nichts, außer für ihre persönlichen Interessen.

Es gibt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, nach welchem religiöse Symbole nichts in Behörden verloren haben.

In Bayern wird aus dem Kreuz nur ein Symbol für die bayrische Identität gemacht und man will dadurch die Rechtssprechung aushebeln.

Das hat nichts mit Christentum zu tun, sondern mit Selbstdarstellung. Die Distanzierung aller christlichen Würdenträger von so einem Verhalten ist nur natürlich.

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Ich denke schon, dass Politiker ein Gespür dafür haben, wann man sich für eine Sache massiv einsetzen muss, um den Menschen wieder mehr Sicherheit und Orientierung zu geben. Die Kirchen haben in den letzten Jahren mehr oder weniger hilflos zugeschaut und waren keine Hilfe in unsicheren Zeiten. In Bayern hat die Politik erkannt, dass wir mehr für unseren Glauben eintreten müssen, weil das was mit unserer Identität zu tun hat.

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@14Juni

Es ist aber nicht die Aufgabe des Staates für den Glauben einzutreten.

Wenn die Kirchen nur zuschauen, dann wenden sich die Menschen eben davon ab.

Was soll es mit unserer Identität zu tun haben.

Auf dem Gebiet des Landes auf dem wir Leben haben die Menschen ursprünglich an Naturgottheiten geglaubt. Dann an keltisch-germanische Götter, deren Ausprägungen aber alle 50km verschieden waren. Dann wurde Teilen der römische Glaube gebracht. Dann das Urchristentum. Dann schlugen sich Brüder gegenseitig tot, weil sie sich nicht auf römisch-katholisch oder protestantisch einigen können.

Selbst Württemberg war geteilt in ein evangelisch-piätistisches Altwürttemberg und ein katholische Neuwürttemberg. Bayern war nahezu durchgehend katholisch geprägt. Südbaden hatte schon immer einer eher katholische Prädung, Nordbaden einen Hang zum evanglischen. Unseren Ostbundesländern wurde über 60 Jahre lang versucht, jeden Hang zum kirchlichen abzugewöhnen.

Was haben also diese Kirchen mit unserer "Identität" zu tun? Was soll diese Identität überhaupt sein?

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