Hat das Christentum die Römer geschwächt?

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10 Antworten

Nein. Das wurde früher vertreten, u.a. von Edward Gibbon, ebenso wie die hier in fast jedem Beitrag vorkommende "Dekadenzthese". Beides ist aber heute unter Fachhistorikern nicht mehr vertreten; allgemein ist heute auch umstritten, aber überhaupt von einem Untergang des Römischen Reiches gesprochen werden kann, oder eher von einer Transformation in die Staatenwelt des frühen Mittelalters. 

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allgemein ist heute auch umstritten, aber überhaupt von einem Untergang des Römischen Reiches gesprochen werden kann, oder eher von einer Transformation in die Staatenwelt des frühen Mittelalters. "


Kommt wohl auf den Blickwinkel an.

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Nein.

Es war eine geniale Idee von Kaiser Konstantin.

Das römische Reich erreichte zu dieser Zeit, 250 - 300 n. Chr., seine größte Ausdehnung. In diesem Reich enthalten waren selbstverständlich die unterschiedlichsten Kulturen und Völker, welche zum größten Teil von Rom versklavt wurden, wodurch es auch immer wieder zu Aufständen und Revolten kam.

Die bewußte Implementierung (und Modifikation) des Christentums als Staatsreligion im römischen Reich sollte die Menschen damals im Glauben vereinen, als gemeinsame Identifikation und Zusammengehörigkeit. Außerdem eigneten sich die Lehren von Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung, "die Letzten werden die Ersten sein" im Paradies etc., auch um dem Sklavenstand Hoffnung zu geben und etwas Aggression rauszunehmen.

Die Römerbriefe von Paulus in der Bibel untermauern das ganze noch, denn darin steht hauptsächlich, wie sich ein guter Bürger gegenüber dem (römischen) Staat zu benehmen hat.

Es gibt einen Römerbrief in der Bibel. In knapp 2% des Briefes (den ersten sieben Versen des 13 Kapitels) steht etwas über das Verhältnis zwischen Bürger und Staat. 

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Das römische Reich wurde durch sein Militär so stark.

Abgesehen von den Machtkämpfen an der Spitze hat der Niedergang hauptsächlich den Grund, dass man (aus Mangel an Leuten) begann, in den Provinzen Truppen aus fast ausschließlich dortigen Einheimischen aufzustellen. Die hatten keine echte Loyalität zu Rom und der römischen Lebensart.

Außerdem wurde das Reich schlicht zu groß und damit quasi unregierbar.

ob das der einzige Grund war?

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@PeterParker33

Sicherlich nicht, aber das war lt meinem Geschichtslehrer einer der Hauptgründe.

Eine schwache Führungsspitze, ein zu groß gewordenes Reich, ein schwächelndes Heer bei der Kultur, die eben durch ihr Militär groß wurde.... all das zusammen hat das Reich so destabilisiert, dass es beim nächsten Angriff zerbrach

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Nein, das aufkommende Christentum hat das römische Reich nicht geschwächt und ist nicht schuld an seinem Niedergang, denn Christen haben sich nie gegen die römische Staatsmacht gestellt.

Schuld an dessen Niedergang ist die Dekadenz der Gesellschaft - durch Wohlstand und Reichtum verursachte Bequemlichkeit der Römer, zunehmend unfähigerer Staatsführer und ausländischer Söldnertruppen, denn auch die Gewalt  ausüben, Töten und Kriege führen wollte man nicht mehr selbst übernehmen. 

Deutschland und Europa blüht ein ähnliches Schicksal. Wir sind auf dem Weg schon ziemlich weit vorangeschritten.

Das Christentum hat die Denkweise verändert. Wo zu Caesars Zeiten noch der Stärkste verehrt wurde, wurde in christlichen Zeiten auf einmal der Schwächste in den Vordergrund gestellt. Das ist eine radikale Umkehr der Denkweise - auch wenn die Christen sich nicht gegen den Staat gestellt haben.

Und das mit der spätrömischen Dekadenz ist auch Unsinn. Die römische Elite war schon immer dekadent, weil sie es sich auch leisten konnte. Aber daneben haben sie auch immer alles für die Erhaltung des Reichen getan.

Söldner und Völkerwanderung waren aber sicher auch ein Grund.

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@PeterParker33

Abschnitt 1 deines Kommentars halte ich für kaum oder wenig relevant "für den Untergang" des römischen Reiches. Dafür um so mehr natürlich auch die Zeit, die von mir in meiner Antwort vergessene Völkerwanderung und die geringere Loyalität ausländischer Söldnertruppen.

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Nein! 

Man kann auch nicht sagen, daß das Imperium zu groß wurde. Auch ein noch größeres Gebilde wäre in der Antike regierbar gewesen, wenn die diversen Statthalter zu Rom loyal geblieben wären!

Es war Desinteresse am Staat und ausufernde Korruption bei genau jenen Schichten, die in früherer Zeit den Staat gestützt haben!

Andererseits ist das Römische Imperium trotz allem das am längsten konsistent existente Staatsgebilde der Menschheitsgeschichte. Da kommt auch China nicht mit, denn das stand mehrfach unter einer Fremdherrschaft.

Das Christentum war für das Römische Imperium sogar für etwa 1000 Jahre eine staatstragende Religion. Zum Untergang hat es trotzdem beigetragen, weil ein gewisser Kreuzzug sich darin gefiel Konstantinopel zu plündern!

Gruß

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Man kann aber auch den Ansatz nehmen, daß der Untergang Roms mit dem Übergang von der Republik zur Diktatur begann - obwohl es danach noch Gebietsgewinne gab

Das glaube ich nicht, Korruption und Vetternwirtschaft war von Anfang an Teil des R. Reiches. Selbst zu Zeiten der Republik hat man Wahlen damit gewonnen, das man finazielle oder sonstige Geschenke an die Bevölkerung verteilt hat und sich damit ihre Stimme gesichert hat. Die Vorstellung, dass die Römer früher strebsam waren und irgendwann korrupt und dekadent wurden stimmt nicht. Dekadent waren sie von Anfang an. Nur haben sie es dennoch geschafft, ein Reich aufzubauen und für lange Zeit zu halten.

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Nein.

Es war die spätrömische Dekadenz (allerdings nicht die der armen Leute) im Zusammenspiel mit Wetteränderungen, die für Druck durch die Völkerwanderung gesorgt haben und auch für Seuchen sorgten.

das mit der spätrömischen Dekadenz ist Unsinn, die römische Elite war schon immer dekadent, weil sie es sich auch leisten konnte, das war nicht der Grund für den Untergang.

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spätrömische Dekadenz

... ist eine historisch falsche Vorstellung, die primär auf der Idealisierung der "klassischen Antike" und der Benutzung Roms im Namen diverser Weltanschauungen im 19.Jahrhundert beruht. 

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Ja, wenn auch nicht diese allein.
Heute würde man von multikulturellen Einflüssen sprechen.

Das Imperium war überdehnt, sselbst nicht mehr in der Lage seine Außengrenzen zu schützen, was schließlich zu mehr Migration führte.

Aber es hat Jahrhunderte geklappt.

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Nein, die römer waren schon auf dem weg nach unten, im gegenteil, das christentum sollte rom eher wieder einen, das ist alles was ich noch so von geschi weiß! Hehe

Nun, das ist eine unbegründete Behauptung. Sowas kann jeder aufstellen. Trotzdem danke für deine Antwort.

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ja ich schrieb dazu ja auch noch, dass es nur eine erinnerung meinerseits ist an den geschi unterricht, aber ok, thx!

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Nein, denn es gibt auch heute noch Römer, die Christen sind

Argumentieren ist nicht deine Stärke.

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