Hat c&a schon mal probiert ohne Kinderarbeit zu arbeiten?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Die Inhaberfamilie von CA hat das tatsächlich mal versucht. So erzählt man sich jedenfalls in Kreisen von Fair-Trade-Aktiven.

Sie hat Richtlinien für die Lieferanten erlassen - was noch nicht ungewöhnlich ist, weil damit so ziemlich jeder Handelskonzern wirbt - und sie auch stichprobenweise kontrolliert - was den Unterschied macht.

Dabei wurden immer wieder Verstösse entdeckt.

Und es stellte sich heraus, dass es nicht möglich war, Lieferanten zu finden, die sich zuverlässig an die Vorgaben halten. Damit wurde das engagierte Programm dann irgendwann eingestellt.

Meine Meinung dazu: man muss wohl einsehen, dass es nicht möglich ist, im Rahmen einer kapitalistischen Marktwirtschaft als einer von vielen Marktteilnehmern Moral am Markt durch zu setzen. Wer billiger produziert oder einkauft, kann billiger verkaufen. Billig geht nur um den Preis von weniger Moral.

Praktisch: wer als Produzent auf Kinder verzichtet, muss Erwachsene beschäftigen, die teuer sind. Und damit die Ware teurer verkaufen. Der Einkäufer - also z.B. der europäische Handelskonzern - muss den teureren Preis auch bezahlen.

Und damit er den bezahlen kann, muss das dann eben auch sein Kunde tun. Also der Endverbraucher.

Die Kunden von C&A sind dazu nicht bereit. Die gucken auf den Preis. Moralisch (halbwegs) einwandfreie Ware gibt es eben nur über die Fair-Trade-Strukturen in Eine-Welt-Läden usw.

Bei bei uns fallenden Löhnen und immer mehr Sozialleistungsbeziehern bei immer weniger immer Reicheren werden diese Geschäfte keine wachsenen Kundenzahlen verzeichnen.

Kinderarbeit wird es also weiterhin geben.

Ändern wird das keine Inhaber-Familie eines Unternehmens, sondern nur das Volk, das an der Wahlurne und auf der Strasse andere Wirtschaftsstrukturen durchsetzt.

Was möchtest Du wissen?