Hat auch ein katholischer Pfarrer/ Priester nach Seelsorge-Gesprächen Schweigepflicht (wie z.B. ein Arzt usw...)?

11 Antworten

Es ist nach dem Kirchenrecht zu unterscheiden ob es sich um ein pastorales Gespräch oder um eine sakramentale Beichte handelt. Eine Verletzung des Beichtgeheimnis hat die sofortige Exkommunikation zur Folge, der Pfarrer wäre aus der Kirche ausgeschlossen. Canon 983,984 CIC

Die Schweigepflicht des Pfarrer ist daher umfangreicher und weitreichender als die eines Arztes. Selbst der Staat billigt ihm in § 139 Abs. 2 eine Schweigerecht auch bei geplanten Verbrechen wie Mord, Völkermord, oder Menschenraub zu, was in dieser Strenge selbst für Ärzte nicht gilt.

Grundsätzlich ja, doch wenn der Gläubige beispielsweise ein Mord oder Verbrechen ankündigt, wäre ich mir da nicht sicher.

Es wäre quasi ein Gewissenskonflikt des Pfarrers. Ob der vor der Kirche verantworten kann sein Versprechen also die Einhaltung des beichtgeheimis zu garantieren oder ob er es vor seinem Gott verantworten kann, das Menschen sterben können, im Wissen er hätte sie retten können also schlimmeres verhindern können.

Ja vor allem bei der Beichte unterliegt er dem Beichtgeheimnis, was auch vor Gericht nicht herangezogen werden darf. Wenn du "im Vorbeigehen" mit einem Priester sprichst, solltest du noch einmal anmerken, dass er das vertraulich behandeln soll, dann brauchst du dir keine Sorgen machen.

Vor Gericht darf das herangezogen werden, ein Beweisverwertungsverbot ist nicht ersichtlich.

Ein Geistlicher muss nicht schweigen, es ist lediglich ein Zeugnisverweigerungsrecht und eine Straffreiheit bei Nichtanzeige geplanter Straftaten.

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Du solltest zwischen dem Gespräch mit einem Seelsorger und einer Beichte unterscheiden, denn die Beichte ist nach Kirchenrecht ein Sakrament.

Im 3. Reich konnten selbst die Verbringung in das KZ Dachau kath. Priester nicht zur Verletzung des Beichtgeheimnis veranlassen.

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