Hass gegen Feminismus?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die grösste Leistung des Feminismus war, das "die Männer" ins Stolpern gerieten, und zwar auf allen Ebenen ihrer lieben Welt, weil der Feminismus zu allem, was die Männerwelt ausmacht, etwas einzuwenden hatten und haben.

In Folge verunsicherte das alle Männer. Natürlich gibt es nicht DEN Feminismus, sondern sehr viele verschiedene Strömungen, von mild bis radikal.

Ich persönlich wohnte in meiner Studienzeit Haus an Haus mit einer Professorin für feministische Philosophie, mit der ich viel ins Gespräch kam, und sie mir einen Haufen spannender Bücher gab, die mich als jungen, lebenshungrigen Menschen wirklich schwer beeindruckt haben. Alle Frauen, mit denen ich im Laufe der Jahrzehnte zusammen war, halfen mir allein durch ihre Art in der Welt zu sein, ganz nebenbei die Augen zu öffnen, wie "wir Männer" die Welt an uns gerissen haben, und wie sehr "wir Männer" über die Seele (und den Körper) der Frau grob hinwegtrampeln, ohne das wir es merken.

Ich wäre sehr dafür, dass Feminismus und Philosophie Schulfach/Teilfach werden in den Klassen 10-13.

Ich denke, dass ist mehr so ein US Ding. Hier in DE gibt es diese Debatte in dieser radikalen Form nicht. In den USA gibt es sehr viele unterschiedliche Strömungen und einige davon sind äußerst Radikal.

Gleichberechtigung besteht bereits und bei den wenigen Sachen in denen es kleine Unterschiede gibt, sind diese nicht oder nicht gezielt gegen Frauen gerichtet und bestehen nur deswegen, weil es nunmal gewisse Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, bei denen das Gesetz unterscheiden muss. Z.B. Können nur Frauen Kinder gebären, auf so etwas muss natürlich auch geschlechterspezifisch im Gesetz eingegangen werden.

Im Feminismus wird leider nicht mehr auf die Gleichberechtigung abgezielt, denn dann wären sie in den größten Teilen der westlichen Welt nicht mehr gebraucht, es geht viel mehr um "Gleichheit", aber auch nur wenn es gerade von Nutzen ist. Der Feminismus ist in vielen Belangen einfach nur identitätspolitscher Unsinn, der versucht Ungleichheit als Diskriminierung zu verkaufen und auf Basis dessen Entscheidungen anzuregen, die wiederum die Gleichberechtigung schädigen.

Aber Frauen sind benachteiligt lol

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@AOMkayyy

Frauen werden öfter vergewaltigt, verdienen weniger als zb. der Mann( gutes Beispiel ist Arzt oder Fußballspieler ), Frauen dürfen in vielen Ländern noch nicht wählen, es gibt weniger weiblich Kanzler als männliche auf der welt

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@Uwlui

Das sind alles keine Beispiele für mangelnde Gleichberechtigung und auch nicht für Benachteiligung.

Frauen werden öfter vergewaltigt

Das ist per Gesetz verboten, genauso wie bei Männern. Es besteht also gleiches Recht. Weder der Staat, noch die Gesellschaft unterstützen Vergewaltigungen, daher gibt es keine Benachteiligung. Der einzige Grund warum Frauen häufiger vergewaltigt werden ist, weil Männer im Schnitt stärker sind als Frauen und Frauen aufgrund ihrer Anatomie leichter zu vergewaltigen sind, für diese "Benachteiligung" kann aber kein Mensch etwas, d.h. werden sie nicht benachteiligt. Mit Betonung auf "werden", da das die aktive Handlung von jemandem voraussetzt.

verdienen weniger

Was den Gehalt betrifft besteht für Männer und Frauen das gleiche Recht. Es liegt also Gleichberechtigung vor. Es existiert ein relativ kleiner Gehaltsunterschied (habe nicht nachgeschaut, dürfte aber ungefähr bei 5% +/- 3% liegen. Daraus kann man aber immer noch keine generelle Benachteiligung schließen, denn es gibt viele Faktoren die auf den Gehalt Einfluss nehem und diese können nicht alle in Studien berücksichtigt werden. Somit kann man auch aus bereinigten Zahlen zum Gehaltsunterschied noch nicht direkt Diskriminierung folgern.

gutes Beispiel ist Arzt oder Fußballspieler

Zum Arzt habe ich diesbezüglich nichts gefunden, auf absolventa.de stand sogar, dass Frauen in der Medizin besonders gut verdienen. Den Gehalt von weiblichen Fußballspielern kann man schlecht mit dem männlichen Fußballspielern vergleichen. Der Grund ist ganz einfach. Woher kommt das Geld welches die Vereine an die Spieler bezahlen? Das kommt überwiegend von Sponsoren, Fernseheinnahmen oder aus Stadionbesuchen. Frauen verdienen in diesem Sport deshalb weniger, weil es deutlich weniger Menschen anschauen und das liegt daran, dass die Qualität schwächer ist. Männer in der 2. oder 3. Liga verdienen auch weniger als in der 1. Bundesliga, das ist aber auch keine Diskriminierung, sondern einfach der Markt.

Frauen dürfen in vielen Ländern noch nicht wählen

Das stimmt und dagegen muss man auch vorgehen, dabei ist aber auch noch anzumerken, dass in vielen Ländern generell nicht gewählt wird und ein Regime herrscht. Mein Kommentar bezog sich aber auf Deutschland bzw. teilweise die westliche Welt. Ich hatte auch geschrieben:

Im Feminismus wird leider nicht mehr auf die Gleichberechtigung abgezielt, denn dann wären sie in den größten Teilen der westlichen Welt nicht mehr gebraucht
es gibt weniger weiblich Kanzler als männliche auf der welt

Das mag sein und wie im letzten Abschnitt angedeutet, sehe ich auch, dass es Länder gibt, in denen Frauen noch immer diskriminiert werden. In Deutschland ist das aber nicht der Fall und deutsche Frauen genießen die selben Rechte und Möglichkeiten wie Männer. Der Grund warum es weniger weibliche Spitzenpolitiker in der westlichen Welt gibt (im vgl. zu Männern) liegt ebenfalls nicht daran, dass keine Gleichberechtigung herrscht oder diese benachteiligt werden, es liegt einfach daran, dass sich zu wenige Frauen für die Politik interessieren. Hier ist eine kleine Satistik von 2017, heute dürfte der Effekt sogar noch stärker sein:

https://manndat.de/wp-content/uploads/2017/12/frauenanteil-partei-bundestag_718.jpg

Was man sieht ist, dass es in den meisten Parteien prozentual mehr weibliche Abgeordnete gibt als Parteimitglieder. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wenn eine Frau einer Partei beitritt, also Interesse an der Politik zeigt, diese mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Spitzenposition bekommt als ein Mann. Somit sind in diesem Zusammenhang sogar meistens Männer benachteiligt. Man kann Frauen nunmal nicht in die Politik zwingen, aber der Grund für die geringere Anzahl ist ihre eigene Verantwortung und keine Benachteiligung durch andere.

Um es mit den Worten von Astrid Hamker [das ist sogar eine Frau :') ]:

Ich empfinde die Quote als Maßregelung und Gängelung - und nicht als bürgerlich und freiheitlich. Weil ich denke, dass man gleichberechtigte Teilhabe auch über eine Selbstverpflichtung erreichen kann, wenn Frauen zur Verfügung stehen, die qualifiziert sind und das auch wollen.

Wie in meinem eingänglichen Kommentar gesagt kann man das gleiche Spiel auch für Männer spielen:

Männer sterben früher, Männer sind häufiger obdachlos, Männer begehen häufiger Selbstmord, Männer bekommen seltener das Sorgerecht und so weiter. In den Medien wird unsinnigerweise ein Bild gezeichnet, in dem die Frau in einer Opferrolle ist, das ist aber in keinster Weise der Fall. Die Gesellschaft hat schon lang den roten Teppich ausgerollt, aber darauf laufen müssen sie immer noch selbst.

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@AOMkayyy

ok Karen, da hat sich jemand aber angegriffen gefühlt

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@Uwlui

Ja, so kann man auch mit Argumenten umgehen. Mich ärgert nicht, dass es irgendwas mit Frauen zu tun hat, sondern dass Identitätspolitik wieder Mode wird und man die Rechte von Individuen beschränkt, nur um ein gruppenbasiertes Bild von Gleichheit zu erzeugen.

In dem Fall gute Nacht.

P.S.: Juden und Asiaten verdienen in Amerika durchschnittlich mehr als (andere) Weiße, werden jetzt diese Weißen von Juden und Asiaten unterdrückt?

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@AOMkayyy

Ohne auf deinen Kommentar in derselben Ausführlichkeit antworten zu wollen (wäre ja praktisch eine Magisterarbeit ;) ) kann man sagen, dass Du recht hast, dass die großen Benachteiligungen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zum Glück abgeschafft wurden.

Dazu war der oft ebenso lange Kampf aktiver Feministinnen notwendig. Männer haben sich von ihren Privilegien nicht pro aktiv verabschiedet, sondern Frauen mussten lange politisch dafür kämpfen. Das gilt auch heute noch in vielen Bereichen.

Du argumentierst vor allem, dass Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt wären. Das waren sie formal schon bei Einführung des Grundgesetzes 1949 und doch konnten verheiratete Frauen z.B. erst ab 1977 einen Beruf ausüben, ohne dass der Ehemann seine Zustimmung geben musste. Es geht also immer um Benachteiligungen, die in Detailfragen stecken + doch große Wirkung haben.

Abgesehen davon, dass es immer noch rechtliche Benachteiligungen gibt (Gehaltsunterschiede bei gleicher Arbeit, Rente, Ehegattensplitting, Anrechnung von Erziehungszeit, fehlen flexibler Elternzeitmodelle für Frauen UND Männer, Schwangerschaftsabbruch...) hat Feminismus in Deutschland heute vor allem damit zu tun, erlernte Rollenbilder und strukturelle Benachteiligungen zu hinterfragen.

Das geht von kleineren Dingen wie der Tatsache, dass Alltagsgegenstände wie Handys oder Werkzeuge auf Männerhände normiert sind

darüber, dass Frauenkörper oft weniger stark erforscht sind, so dass erste Hilfemaßnahmen nicht auf sie ausgelegt sind, Medikamente überwiegend an männlichen Probanden getestet wurden und somit die zu verabreichende Dosis eher auf Männer abgestimmt ist

bis hin zu den klassischen Argumenten wie der gläsernen Decke im Berufsleben, die Frauen Aufstiegs- und Karrierechancen erschwert / männliche Seilschaften, die etablierte Strukturen aufrecht erhalten und politische wie wirtschaftliche Macht unter sich aufteilen etc

oder steuerliche Anreize staatlicherseits an alten Rollenverteilungen festzuhalten und Frauen, die unbezahlte Haus-, Pflege- und Erziehungsarbeit zuzuschreiben, weil sie eben Frauen sind und diese weder zu vergüten, noch angemessen anzurechnen.

Von einem höheren Risiko vergewaltigt oder sexuell belästigt zu werden, mal ganz zu schweigen.

Feminismus ist also nicht nur ein Kampf um gleiches Recht, sondern eine gesellschaftliche, strukturelle Gleichheit - in den Köpfen der Menschen.

Diese paar stark verkürzten Beispiel zeigen: es gibt noch viele gute Gründe für einen aktiven Feminismus.

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in einigen Fällen tatsächlich noch.

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@Kevinfiat

In welchen konkreten Fällen? Wie gesagt, es gibt Kleinigkeiten, aber die gibt es auf beiden Seiten und sind keine systematische Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts.

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Möglicherweise weil viele(nicht alle) Feministinen gegen Männer sind. Wenn ein Mann einer Frau irgendwas erklärt ist es sexistisch, wenn ein Mann mit gespreizt beinen rumsitzt ist es sexistisch. Wen frauen aufgrund ihres Geschlechts bei des stellenvergabe bevorzugt werden ist es ein notwendiger Schritt in Richtung Gleichheit

Woher ich das weiß:Hobby – Ich interesiere mich für Geschichte und Politik

Aber dann is das doch kein Feminismus? Sondern allgemeiner Männerhass

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@Uwlui

Naja, viele moderne Feministinen sind halt Männerhasserinen und haben diesen auch in ihre Ideologie mit einbezogen

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@Reinkanation

Sry aber sowas zu allgemein zusehen und das negative zu sehen ist keine gute Einstellung

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Die meisten Männer sind ablehnend gegenüber männerfeindlichen Feministinnen, nervigen SJW, die zB Themen wie Manspreading oder sonstiges durchkauen und sonstigen Witzfiguren aus dem Spektrum.

Es ist nicht so, dass wir keine Gleichberechtigung wollen, es ist eher das gleiche Phänomen, wie bei nervigen Veganern, die es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht haben anderen vorzuschreiben, was sie zu essen, zu mögen und wie sie zu denken haben und damit unsere Persönlichkeit angreifen.

Natürlich ändert der Feminismus auch in gewisser Weise unser Leben, negativ. Nicht nur Frauen haben Nachteile, sie haben in der Gesellschaft auch gewisse Vorteile, die einem Mann verwehrt bleiben, auch Männer erfahren Diskriminierung und Benachteiligungen, die der Feminismus nicht tangiert oder zumindest nicht medienwirksam. Wir haben hier also eine Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung einsetzt, aber das ist ein Trugschluss, denn eine echte Gleichberechtigung kann es so nicht geben. Es kann ja nicht sein, dass eine Bewegung nur die Probleme und Benachteiligungen einer Seite wahrnimmt, nur diese Seite verbessert, damit indirekt die andere Seite verantwortlich macht und ausschließt, aber die Benachteiligung der anderen Seite und die Diskriminierung, die sie erfährt nicht wahrnimmt. Das ist keine Gleichberechtigung, sondern eine einseitige Bevorteilung und so empfinden es sehr viele Männer auch.

Da aber der Feminismus die Nische ausfüllt, die eigentlich dazu da sein sollte, dass wir eine gemeinsame Verständigung der Geschlechter erreichen und gegenseitiges Verständnis fördern, nimmt er uns Männern einfach jeden Raum um unsere Probleme geltend zu machen. Radikale Bewegungen wie MGTOW, Red Pill und co schießen so aus dem Boden, wo noch Raum über ist, teilweise mit extrem bescheuerte Ansichten, traurigerweise ist es das einzige, was uns Männern da bleibt.

Der Feminismus ist also einseitig bevorteilend, ausschließend, nimmt uns den nötigen Raum und fördert extreme und ungesunde Lehrer für angehende Männer.

https://youtu.be/LVdu74BYTwQ

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