Hass - wie gehe ich damit um?

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8 Antworten

Es gibt drei Möglichkeiten.

1. Du unterdrückst die Wut weiterhin. (was dir ja nicht hilft)

2. Du stopfst die Wut ihr ins 'Maul' (lässt alles raus und knallst alles auf den Tisch, was sie euch angetan und was sie dabei ausgelöst hat. Eventuell sagst du es auch dem Vater, damit er dich auch mal versteht)

3. Du lässt den Hass verrauchen. (lässt das ganze Kapitel hinter dich und brichst den Kontakt zu deinem Vater ab, damit du dadurch auch nicht mehr in Kontakt zu der Ollen stehst).

Ich würde dir 2 und 3 vorschlagen. Dass du deinem Vater klar machst, wie viel Wut in dir steckt, wieso du diese Frau hasst und erklärst ihm dann auch, wieso. Gleichzeitig würde ich das der Frau auch noch richtig unter die Nase reiben, dann lässt du (verbal) all den Kummer, die Wut und den Schmerz raus und meistens geht es danach einem besser.

Anschließend würde ich an deiner Stelle den Kontakt zu der Familie väterlicherseits, dem Vater und der Ollen komplett in den Sand setzen. Sie alle scheinen hinter ihr zu stehen und ihr zu vertrauen usw. Auch wenn sie eiskalt und manipulativ ist, du kannst da nicht viel dagegen unternehmen. Und mit wem dein Vater nun zu tun hat, ist allein seine Sache, wo das Kind ohnehin nichts mit am Hut haben sollte.

Ich bedaure euren Schicksalsschlag (dir und deiner Mutter) sehr. Gerade für euch zwei ist es wichtig, das Ganze hinter euch zu lassen und nun nach vorne zu sehen.

Und für dich nochmal: Den Kontakt weiterhin zu halten, ist nur noch zunehmender belastend für dich. Aber entscheiden musst du das für dich allein.

Ich wünsche dir und deiner Mutter alles Gute und viel Kraft!

LG :)

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 17:01

Danke für die lange Antwort, ich habe gerade nasse Augen, weil sich doch im Ernst jemand so viel Mühe für mich gemacht hat! x

Ich hatte das erste Jahr keinen Kontakt zu meinem Vater, das tat mir auch weh. Ich habe immer wieder gesehen, dass ich auch gute Seiten von ihm habe.

Ich habe ihm oft gesagt, dass ich nichts mit ihr zu tun haben will. Aber er meint, ich sei noch nicht 25 also könne ich keine eigene Meinung haben und das wäre nur der Einfluss meiner Mutter. Ich bin 20. Also nicht mehr ganz im Windelalter.

Ihr sagen könnte ich es nicht. Ihre Herzenskälte, ihr gleichgültiger Ausdruck, ihre Nasolabialfalten, alles macht mich so wütend, dass ich die Kontrolle verliere. Ich mag keine Kontrollverluste.

Dabei ist Kontrolle scheinbar nur eine Illusion.

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Kommentar von Midnight1999
30.10.2016, 17:12

4. Gefühle zulassen & akzeptieren.

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 17:33

Falls euch das freut: ich habe ihn schon als krankes ɥɔolɥɔsɹɐ beschimpft, auch nicht gerade in Zimmerlautstärke. Aber er belächelt es. Ich rede glaube ich noch einmal Klartext mit ihm und sage ihm, dass es bei ihm liegt, ob der Kontakt bleibt oder wieder kollabiert. Das ist mal ein guter Plan! Danke ihr lieben Menschen! 💕 einen wundervollen Wochenstart x

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Guten Tag Phiemag,

das hört sich wirklich sehr anstrengend an. Meistens liegt hinter jeder Wut ein starker Schmerz, eine starke Frustration verborgen, der/die durch Wut abgewehrt werden muss. Wie war es denn für dich damals bei der Scheidung? Als noch minderjährige das "ganzes Leben hinter sich zu lassen" und mit der Mutter gemeinsam in die "Klapse" zu müssen klingt nach wirklich harten Zeiten, die starke Wunden hinterlassen können. Wie lange wart ihr denn dort? Wie hast du die Zeit dort erlebt?

Ich finds super, dass du hier über diese Dinge redest, denn dies ist die beste Methode das Geschehene (immer wieder) zu verarbeiten - so können die dazugehörigen Emotionen langsam in ihrer Heftigkeit abnehmen.

Die Wut hinunterzuschlucken oder in die Zunge zu beißen wird nicht lange helfen. Es wäre wahrscheinlich gut, deiner Wut in irgendeiner Form Ausdruck zu verleihen, erst danach kann man sich der dahinterliegenden Wunde zuwenden. Dazu eignet sich z.B. lautes Schreien (vor allem bei starken akuten Wutanfällen - man kann auch in einen Polster hineinschreien). Sport wird auch immer wieder als gutes Ventil genannt - vor allem Sportarten wie Kampfsport oder Ballsport. Es hängt ganz davon ab, was dir so zusagt - viele hören auch gerne laute, aggressive Musik und tanzen wild durch den Raum oder zeichnen ihre Wut aufs Papier.

Sind die Emotionen aushaltbar, wäre ein nächster Schritt mit dieser Frau zu reden - entweder real oder aber auch in der Vorstellung (den Konflikt führst du ja auch innerlich). Dazu kannst du ihr z.B. einen Brief schreiben, oder du stellst dir vor sie sitzt vor dir auf einem leeren Stuhl. Diese Interventionen wirken natürlich um ein vielfaches besser, wenn sie im Rahmen einer vertrauensvollen Beziehung direkt psychologisch/psychotherapeutisch angeleitet und begleitet werden. In diesem Prozess wird es dann wahrscheinlich auch möglich werden die dahinterliegende Wunde zu sehen und den damit verbundenen Schmerz zu verarbeiten.


Ich hoffe ich konnte dir ein paar hilfreiche Anregungen geben und wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach deinen persönlichen Strategien mit dem Hass umzugehen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael Duque, Online-Psychologe bei Instahelp

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 21:11

Hallo! Danke für die ausführliche Antwort! Da du dich ja auszukennen scheinst: ich wurde als ich 4 Jahre alt war schon wegen Selbstverletzung in Therapie geschickt und mit 16 Jahren dann mit einer Dissoziativen Identitätsstörung diagnostiziert. Schreikrämpfe, Selbstverletzung, Trance, Blackouts. Das hat schlagartig aufgehört, als ich keinen Kontakt mehr mit meinem Vater hatte. In die Klinik musste ich aber nicht deswegen, sondern weil ich einige Wochen dann obdachlos war, eine Wohnung suchen musste, mich um meine Mama kümmern musste, trotzdem weiter zur Schule gegangen bin und dort gemobbt wurde weil ich gestunken habe (sich im Februar im Fluss zu waschen ist nicht so prickelnd..) Ich bin dann zusammengebrochen, die sagten es sei ein "burn out" gewesen. Ich glaube, meine Seele hat sich nur die Auszeit genommen, die sie gebraucht hat.

Mit meinem Vater sind auch die Anfälle und die Selbstverletzung weg gegangen und abgesehen von der Zungenbeisserei nie wieder gekommen. Das ist extrem gut, weil ich früher eigentlich immer ein blaue geschlagenes Gesicht hatte (selbstzugeführt)... Ich glaube, ich bin psychisch gesund, also keine Dissoziative Störung. Ich kann jetzt mit der Distanz sehen, dass mein Vater krank ist, nicht ich.

Aber das ist wie früher: er respektiert meine Grenzen nicht, versetzt mich in absolute ohnmacht, nimmt mich nicht ernst und so auch den Wunsch nicht, nie wieder etwas von dieser Frau hören zu müssen.

Er entscheidet über mich. Das kann ich nicht mehr zulassen, weil ich ja weiss, wie es wieder endet. Aber mit einem Narzissten kann man nicht reden.

Ich hasse diese Frau, weil es meiner Mutter so schlecht ging. Sie ist meine Bezugsperson, schon immer gewesen, und sie so zu sehen, war die Hölle auf Erden für mich. Und diese Frau hat es im Ernst gewagt, auf meine Mutter herabzuschauen und zu sagen "immerhin sitzt die jetzt nicht mehr auf ihrem hohen Ross!"

Ich habe um ehrlich zu sein riesige Angst diesen Hass rauszulassen, weil ich nicht wieder einen Anfall haben möchte. Denkst du, dass ich es bei einem Therapeuten versuchen sollte, der mich notfalls auch mit Temesta und diesen ganzeb grusigen Tabletten ruhig stelleb könnte?

Liebe Grüsse, Phie

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Also erstmal tut mir das alles sehr leid das du und deine mutter das alles durchnähen musstest
Sowas geht überhaupt nicht und schon garnicht von der angeblich besten Freundin
Ich verstehe deinen Hass total ich würde an deiner Stelle total ausrasten
Ich würde aufjedenfall mit deinem Vater darüber reden das das alles so schwer für dich ist und das du solchen Hass empfindest
Du könntest sowas sagen wie das du mit ihm halt gerne zeit verbringen kannst und so aber halt nicht mit der Freundin und du könntest vielleicht mal der Freundin deine Meinung sagen ja das ist sehr sehr schwer aber ich denke das das wirklich sehr befreiend seien kann und dir vielleicht auch etwas hilft
Was du aufjedenfall nicht machen darfst ist das in dich Hineinzufressen
Das macht alles nur noch viel viel schlimmer
Ich hoffe ich konnte dir helfen
Alles gute und viel Glück :))

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 16:54

Vielen Dank! <3 Ja, ich habe es ihm x mal gesagt aber er meint nur, dass ich zu unreif wäre und dass ich doch nur im Einfluss meiner Mutter stehe. Er hat im Ernst gesagt, man hätte erst ab 25 eine eigene Meinung. Eben, typischer Narzisst. Ich bin 20 und nicht 12, nur so zur Info 😅 Er respektiert mich nicht genug, für ihn bin ich noch ein Kind.

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Kommentar von josijosi12345
30.10.2016, 16:57

Du bist eine erwachse Frau sag ihm einfach ganz klar deine Meinung und wenn es nötig ist solltest du auch laut werden damit er anfängt dich zu respektieren
Ich min mir sicher das du das alles packst :)

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Geh den beiden lieber aus dem Weg. Vielleicht können deine Mum und du auch umziehen um ein neues Leben zu beginnen.

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 16:51

Haben wir schon, ich hatte auch ein Jahr keinen Kontakt zu ihm. Aber das tut mir auch weh...

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Das ist keine schöne Angelegenheit - ich kann mir gut vorstellen, dass du diesen Hass verspürst, denn das was diese Frau tat & ggf. noch tut ist so ziemlich inakzeptabel.

Ich kann dir einfach nur raten solchen Personen aus dem Weg zu gehen.Kein Kontaktieren, einfach nur leben & leben lassen.

Grenze diese Person die in dir so einen Hass aufwirft einfach aus deinem Leben. Mehr kannst du nicht tun. 

Beschäftige dich nicht zu sehr mit diesen Menschen. 

Die suchen nur Aufmerksamkeit, mehr nicht.

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 16:50

Versuche ich ja, aber mein Vater respektiert das nicht und so kleine Anmerkungen über sie und wie toll sie ist machen mich soooo rasend, dass ich gleich ein ganz anderer Mensch werde. ._.

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Diese Frau trägt keinerlei Schuld an dieser Situation.

Dein Vater liebte Deine Mutter einfach nicht mehr, dumm gelaufen, dass er sich dann in die beste Freundin seiner Frau verliebte und sie sich in ihn.

Die hätten sich garantiert andere Partner ausgesucht, wenn da nicht die Verliebtheit dazwischen gekommen wäre.

Du hast sie verständlicherweise als Person ausgemacht, der du die Schuld zuschieben kannst.

Zum reif und erwachsen werden gehört auch, sich irgendwann die Wirklichkeit anzuschauen. Dann hört man auch auf zu hassen.

Borderliner sind in ihren guten Phasen sehr lebensfroh. Wenn Deine Mutter eine so stabile fröhliche gesunde Person gewesen wäre, dann hätte sie das sicherlich nicht so aus der Bahn geworfen, dass sie in die Psychiatrie ging.

Deine Wut ist verständlich - aber die wirst du überwinden müssen.

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 21:16

Nur mal so: du hast keie Ahnung wie die Trennung ablief? Mein Vater will meine Mutter noch heute zurück. Also vielleicht nicht voreilige Schlüsse ziehen.

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Kommentar von Phiemag
30.10.2016, 21:21

Und noch zu dem Borderliner Thema: meine Mutter und mein Vater waren nicht mal ansatzweise der Trennung nahe als sie von heute auf morgen erfuhr, dass ihr Mann mit ihrer besten Freundin schläft und da ist sie zusammengebrochen und in die Kriesenintervention in der Psychiatrie gekommen. Also sind alle in dieser Abteilung psychisch krank? Meine Mama wollte sich NIE das Leben nehmen oder ähnliches. Sie ist einfach zusammengebrochen.

Es ist extrem anmassend solche Mutmassungen aufzustellen.

Ich hoffe mal, dass dein Ponyhof nie feuer fängt.

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Da wird wohl besser jeder erstmal seine Wege gehen müssen. Es ist halt schlimm, wenn man sich wegen familiärer Angelegenheiten nicht zusammenfinden kann und am Ende jede Kleinigkeit zum Nachteil aller vor Gericht geklärt werden muss.

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Interessante Geschichte, interessant was Du so alles erwartest und für richtig bzw falsch hälst und entweder absichtlich oder ohne Absicht übersiehst.

Als erstes entdecke ich deinen Widerspruch. Man kann nicht friedfertig sein und gleichzeitig hassen. Hass ist meistens eine Form von Wut!

Das kann eine Wut auf eine Person sein, oder auch Wut vor der eigenen Unfähigkeit, Dinge aus mehreren Perspektiven zu betrachten! Wer seine eigenen Sichtweisen und Empfindungen niemals in Frage stellt, ist einfach nur stur und bequem, versucht sich alles so auszulegen wie es Ihm/Ihr in den Kram passt.

Ich fange mal direkt mit einem Problem an, das du völlig übersiehst!
Für dich hat die Freundin deiner Mutter, dich und deine Mutter sinngemäß zerstört! Also ist hier eine Frau, sowas ähnliches wie du und deine Mutter der Sündenbock und dein Vater nur ein sinngemäßes Opfer dieser Frau!

Leider siehst du das nicht so, oder willst es nicht sehen! Ist ja auch verständlich, denn wenn du dich bzw alle Frauen als mögliche Sündenböcke sehen müsstest, wäre das nicht erbaulich, nicht erfreulich.

Wie wäre es, wenn wir deinen Hass mal auf eine ganz andere Art hinterfragen? Genau genommen hat eine andere Frau sich für deinen Vater interessiert und wohl gewisse Erwartungen, Vorteile davon erhofft.
Sie bekam deinen Vater, ob Sie all die erwarteten Vorteile bekam, wissen wir nicht.

Vorteile bekamen deine Mutter und Du nicht, ihr musstet die entstandenen Nachteile ausbaden. Okay, darüber kann man wütend sein, wütend werden.

Müsste man so wütend werden dass diese Wut in Hass auswuchert?
NEIN. Menschen ab 20 sollten in der Lage sein, verschiedene Dinge des Lebens realistischer zu sehen.

Bei uns Menschen geht es zwar nicht so herzlos zu wie im Tierreich, wo oft nur eines gilt. Fressen oder gefressen werden!

Manche Tiere leben nur, um irgendwann von anderen gefressen zu werden!
Wir Menschen fressen uns nicht gegenseitig, aber haben auch so manche Angewohnheiten sich oft nur um vermeindliche Vorteile zu kümmern, egal was das kostet oder für einen Aufwand ist.

Rational agierende Menschen sind teilweise eine Seltenheit. Sieht man u.U. an deinem irrationalem Hass.

Wieso also hasst du eine Frau gleichen Geschlechtes, die ja nur bemüht war Vorteile für sich zu gewinnen? Sie gewann diese "vermeintlichen" Vorteile zwar, aber ob das wirkliche einseitige Vorteile oder nur schönfärberei ist, weiß niemand.

Betrachten wir noch deine eigene Zukunft!
Wenn du so hassgeladen bleibst, hat das dann für dich Vorteile oder Nachteile? Wie siehst du diesen Punkt, denn irgendwann kommst du vielleicht in eine ähnliche Situation wie diese Frau die du jetzt noch sehr hasst.

Willst du später verzichten, immer die Verliererin sein im Kampf der Geschlechter um vermeindliche Vorteile? Ich hoffe nicht, ich hoffe, du vergisst deinen Hass irgendwann einfach mal, weil dieser eine unnütze Last ist, dich nicht frei für dein eigenes Leben macht.

genau genommen möchtest du jetzt ja auch nur verschiedene Vorteile, nur betrachtest du es noch nicht so. Deine Vorteile die du erreichen willst sind welche? Na? Sollte dein Vater anfangen dich zu hassen, weil du vielleicht auch nur einseitige Vorteile willst und versuchst Andere zu zwingen dir bei deiner Vorteilsuche behilflich zu sein?

Entschuldige bitte, dass ich dir keine Antwort gab, die du erwartet hast. Ich zeigte dir nur eine alternative Sichtweise auf, bat dich zum hinterfragen deiner eigenen Motive, Sichtweisen usw. Vielleicht erkennst du eigene Irrtümer und kommst wie von selbst aus deinem eigenen Problemkreis namens Hass heraus.

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