Hartz4 Rechte was machen?

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4 Antworten

Deine Schulden wirst du behalten. Die übernimmt die öffentliche Hand auf keinen Fall.

Wenn du einen Arbeitsvertrag vorweist, der die Bedingung erhält, dass du einen festen Wohnsitz nachweist, kannst du auch darlehensweise die Kaution und die Erstausstattung erhalten,

Man fragt sich natürlich, wo du das Geld gelassen hast, das du in der Schweiz verdient hast.

Mit der Sanktion hast Du sicherlich eine Rechtsmittelbelehrung mit einer Frist erhalten, die bereits verstrichen ist? Ich empfehle Dir, hole Dir zusätzlich auch Rat bei einer guten behördenunabhängigen (!!!) Beratungsstelle wie dieser Hamburger

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Arbeitslosigkeit (ALG I + ALG II / Hartz IV) sehr erfahren.

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In einem Kommentar habe ich hier ja schon geschrieben, dass ich vermute, dass die Sanktion, durch die Du jetzt noch weniger zum Leben hast als mit dem viel zu niedrigen Regelsatz, nicht rechtmäßig war. - Bitte besprich das mit den Leuten von der Arbeitslosen-Telefonhilfe.

Lass Dir auch genau erklären, wie Du am besten vorgehst, um eine Wohnung zu bekommen und die Dir zustehende Erstausstattung der Wohnung. Auch eine eventuelle Mietkaution muss - soweit ich weiß - vom Amt übernommen werden.

Wenn Du zum Jobcenter gehst, nimm unbedingt einen erfahrenen Beistand mit (dazu gleich mehr).

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Vorsorglich auch diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in Deinem Fall sehr empfehlenswert.

cyracus 27.03.2014, 06:14

Falls Du eine (neue) Eingliederungsvereinbarung (EGV) unterschreiben sollst, nimm sie mit nach Hause - unterschreibe sie keinesfalls dort!!!

Hör Dir auf YouTube die hervorragende Information zu Eingliederungsvereinbarungen von einer Fachfrau an:

Eingliederungsvereinbarung 1

Es sind sieben kleine Teile. Ist ein Teil zu Ende, kannst Du den Folgeteil direkt auf Youtube oben rechts neben dem Video anklicken.

http://www.youtube.com/watch?v=msOcuQYUGQM

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KeineAngst 27.03.2014, 08:28
@cyracus

Wow danke... Das ist ja mal was...

Jetzt hast du von einem Rechtsbeistand bzw Begleiter gesprochen, das Problem ist dass es wieder Geld kostet was ich nicht habe.

Ich müsste mich informieren was es kostet evtl lässt sich ja etwas zusammen kratzen aber ich danke dir.

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amrita1 28.03.2014, 09:23
@KeineAngst

Wenn z.B. die Ämterlotsen (Diakonie) in deiner Nähe sind, dann melde dich bei denen. Die Begleitung ist kostenlos. Und ich vermute mal, dass die anderen "Begleitorganisationen" ebenfalls kostenlos sind.

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cyracus 28.03.2014, 16:03
@KeineAngst

@ KeineAngst - keine Angst, das kostet nichts, diese Ämterbegleiter machen es ehrenamtlich.

Die Ämterbegleiter sind keine Rechtsbeistände, also keine Rechtsanwälte. - Lies bitte die Info

legitimation eines beistands.pdf (genau so googeln, auch mit dem pdf)

Da wird der Unterschied genau erklärt. - Weil die Ämterbegleiter für Dich keine Rechtsgeschäfte übernehmen, müssen die sich auch nicht ausweisen.

Ich begleitete mal jemanden zum Jobcenter, und mich überrumpelnd wurde mein Ausweis verlangt. Es wurde deutlich, dass die Jobcenter-Mitarbeiterin nur so meine Anwesenheit geduldet hätte. - Nach dem Termin wandte ich mich an den zuständigen Datenschützer, der dafür sorgte, dass meine persönlichen Daten ersatzlos aus der Akte der "Kundin", die ich begleitete, entfernt wurden. Auch prüfte er, ob meine persönlichen Daten im Computer gespeichert waren - waren sie aber nicht.

Danach schickte er eine Info an alle Hamburger Jobcenter-Mitarbeiter rum, dass Beistände sich nicht legitimieren müssen.

Einige Beistände überreichen vor Beginn des Gesprächs ihre Visitenkarte, um deutlich zu machen, dass sie von einer bekannten Sozialberatung kommen.

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Also mach Dir keine Sorgen und entspanne Dich, so gut es geht. - Google mit sozialberatung und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls Deiner klein ist). Dir werden so Sozialberatungen wie die AWO, Caritas, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband ... gezeigt, und nimm Kontakt auf.

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Grundsätzlich steht dir sowohl eine eigene Wohnung, als auch der Regelsatz als auch eine Erstausstattung zu (Zuzug aus Ausland + möbliertes Wohnen begründen i.d.R. Sonderbedarf als Beihilfe).

Um jedoch eine abschließende Einschätzung abgeben zu können, müssten weitere Fragen geklärt werden - insbesondere, wie sich die 290€ erklären.

Deine Zahlungsverpflichtungen interessieren das JC im Grundsatz nicht.

KeineAngst 26.03.2014, 09:36

Siehe bitte in dem Kommentar von isomatte ;)

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Wie alt bist du denn und warum bekommst du nur 290 € ?

KeineAngst 26.03.2014, 09:35

Das liegt daran das ich zu einigen Terminen nicht hinkonnte. Meine melde adresse ist bei meiner Schwester und sie setzt mich leider nicht in kentniss wenn ich post erhalte in der Post waren sogar bewerbungsvorschläge die ich nicht bearbeiten konnte...

daraus ergaben sich sanktionen -.-

Werde mich bald ummelden zu der adresse meines kollegen wo ich untergekommen bin und bin dann in hannover beim Arbeitsamt gemeldet...

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isomatte 26.03.2014, 10:51
@KeineAngst

So etwas in der Richtung dachte ich mir schon,aber dein alter kenne ich immer noch nicht,denn das hätte Einfluss auf deinen Anspruch !

Wenn du nämlich bereiz 25 bist,steht dir eine eigene Unterkunft zu und dazu auch eine Erstausstattung wenn es deine erste eigene Wohnung ist oder du keinen Hausrat besitzt.

Dazu kannst du dann noch einen Antrag beim Jobcenter stellen,das dir für die Kaution eine zinsloses Darlehn gewährt wird,das müsstest du dann in monatlichen Raten von 10 % deines Regelsatzes ans Jobcenter zurück zahlen bzw.würde dir gleich von den laufenden Leistungen abgezogen.

Die Erstausstattung hingegen brauchst du nicht zurück zahlen.

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KeineAngst 26.03.2014, 12:55
@isomatte

ich bin 27 ... sorry hatte das jetzt erst realisiert das du nach meinem alter gefragt hattest

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isomatte 26.03.2014, 14:50
@KeineAngst

Dann sollte es doch keine Probleme geben,musst nur zum Jobcenter und eine eigene Wohnung beantragen !

Die kann zwischen 45 qm - 50 qm groß sein,was sie in deiner Stadt kosten dürfte,damit diese als angemessen vom Jobcenter angesehen würde,kannst du im Internet unter ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " nachsehen.

Viel Glück

isomatte

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KeineAngst 26.03.2014, 16:34
@isomatte

Isomatte ich danke dir.. warst eine riesen hilfe... ich werde das alles ab montag dann mal in angriff nehmen :)

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HelfendesHerz 27.03.2014, 17:57
@KeineAngst

Isomatte ich danke dir.. warst eine riesen hilfe... ich werde das alles ab montag dann mal in angriff nehmen :)

das alles hätte dir dein fallmanager vom jobcenter auch erzählt, und noch einiges mehr...

z.b.

geht es nicht nur um die größe der wohnung, sie darf auch nicht mehr als ??? kosten...das ist von stadt zu stadt unterschiedlich..

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amrita1 28.03.2014, 09:30
@KeineAngst

Das liegt daran das ich zu einigen Terminen nicht hinkonnte. Meine melde adresse ist bei meiner Schwester und sie setzt mich leider nicht in kentniss wenn ich post erhalte in der Post waren sogar bewerbungsvorschläge die ich nicht bearbeiten konnte...

Du solltest die Situation wegen deiner Schwester/Meldeadresse beim Jobcenter erklären ausserdem könntest du besprechen, dass du in Zukunft bei Schreiben an dich angerufen wirst. Wenn du einen verständnisvollen Sachbearbeiter hast, sollte es kein Problem sein.

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