Hartz4 : zahlt das Jobcenter Maklerprovision?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Leider kannst Du das komplett vergessen. Weshalb sollte ein Makler bei der Vermittlung einer Wohnung an Dich mehr Erfolg haben, als Du selbst?

Makler kümmern sich zwar gerne auch um Interessenten, die eine Wohnung suchen, jedoch sind auch sie in der Lage zu rechnen. Sie erhalten meist eine feststehende Provision (2 Monatsmieten), aber der Aufwand dafür ist höchst unterschiedlich.

Kommt ein gut Verdienender mit 1a Bonität und auch sonstigen attraktiven Merkmalen für Vermieter, hat er vielleicht schon in relativ kurzer Zeit eine Wohnung mit relativ wenig Aufwand gefunden, ist das für ihn interessant.

Eine Wohnung für einen Hartz IV-Empfänger zu suchen, ist ungleich schwerer, denn er steht vor dem gleichen Problem, dass Vermieter hier sehr zurück haltend sind. Er müßte einen erheblichen Aufwand betreiben und würde am Ende auch nicht mehr Geld bekommen.

Zudem bin ich der Meinung, dass zur erfolgreichen Wohnungssuche 3 Punkte gehören:

  1. Gute Bonität, also keine negative Schufa
  2. Regelmäßiges Einkommen
  3. Gutes Auftreten bei der persönlichen Vorstellung

Daran kann man als Hartz IV-Empfänger auch arbeiten. Fehlt eines davon, hat man in einem angespannten Wohnungsmarkt sowieso keine Chance.

Zu Punkt 2: Du wohnst in einer Region, in der Vollbeschäftigung herrscht. Da gibt es doch bestimmt auch Arbeit für Dich. Jetzt im Herbst, wo wieder überall das Laub zusammen gefegt werden muss, hat vielleicht Deine Stadt für Dich Arbeit.

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Leider kannst Du das komplett vergessen.

Das ist so pauschal falsch. Die Maklerprovision gehört zu den Wohnungsbeschaffungskosten nach § 22 (6) SGB II.

Das heißt allerdings nicht, dass das JC pauschal jeden Makler bezahlt. Hier hängt es vom Wohnungsmarkt ab. In München wäre dies denkbar (da ist mir aus meinem Umfeld auch ein Fall bekannt), in der Provinz eher nicht.

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@ChristianLE

Ich meinte eher den Versuch, einen Makler zu beauftragen, der erfolgreich eine Wohnung besorgt. Die Maklerprovision ist nach erfolgreicher Vermittlung fällig. Das Einverständnis könnte man sich schon vorher besorgen, was aber nicht heißt, dass man dann auch einen Makler findet, der sich die Arbeit antun will.

Erst recht nicht in einem angespannten Wohnungsmarkt, wo die Makler, die sich auch mit Vermietungen beschäftigen, eher genügend lukrative Aufträge von Vermietern bekommen.

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Da gibt es doch bestimmt auch Arbeit für Dich

Unerhört!

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Danke für die Auszeichnung.

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Offenbar ist eine Übernahme von Maklerkosten durch das JC nicht grundsätzlöich ausgeschlossen. Kommt wohl immer auf den Einzelfall an.

Landessozialgericht Bayern

Beschl. v. 04.09.2008, Az.: L 7 B 643/08 AS ER

Verpflichtung eines Sozialhilfeträgers zur vorläufigen Übernahme von Ratenzahlungen für Maklergebühren und sonstige Wohnbeschaffungskosten.

Woher ich das weiß:
Recherche
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vielen Dank !

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Wenn Du nachweislich keine neue Wohnung findest und der Umzug lt. Jobcenter auch erforderlich ist, wird im Einzelfall auch eine Maklercourtage gezahlt.

Die Rechtsgrundlage stellt hier der § 22(6) SGB II dar, wonach die sogenannten Wohnungsbeschaffungskosten (dazu gehört die Provision) durch das Jobcenter anerkannt werden können.

Da es sich hier aber immer um Einzelfallentscheidungen handelt, sollte dies mit dem Jobcenter besprochen werden.

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aber laut dem gesetzlich in Kraft getretenem " Bestellerprinzip " muss doch der Vermieter die Maklerprovision bezahlen. insofern war meine Frage falsch formuliert. Ich frage mich nämlich, ob es Sinn macht, mich als Hartz4-Empfänger bei einem Wohnungsangebot eines Maklers ( der von einem Vermieter beauftragt wurde ) zu bewerben ? weil diese Wihnungen sind - so meine Erfahrung - stets qualitativ sehr gut ( ruhige Wohnlage, gutes bzw. ruhiges Mieterklientel usw. )

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@Torrnado

Der Versuch kostet doch nichts. Wenn Du tatsächlich Hartz IV beziehst, hast Du auch Zeit dafür.

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