Hartz IV Empfänger findet 400 Euro Job - Beginn sofort - Da Monatsende = Kein Geld für Fahrkarte

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8 Antworten

Schließe den Arbeitsvertrag erst zum kommenden Monat ab und gebe dem Jobcenter deine Beschäftigungsaufnahme erst nächste Woche bekannt,dann hast du wieder Geld um dir eine Fahrkarte zu kaufen !!!

Die Lösung lautet:

SGB III § 44 Förderung aus dem Vermittlungsbudget (1) Ausbildungsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Arbeitslose können aus dem Vermittlungsbudget der Agentur für Arbeit bei der Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gefördert werden, wenn dies für die berufliche Eingliederung notwendig ist. ...

Das gilt für Bezieher von ALG I und Nichtbezieher direkt, für Bezieher von ALG II in Verbindung mit SGB II § 16 Absatz 1.

Ein Vorschuss nach SGB I § 42 ist hingegen nicht vorgesehen für diesen Fall: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_1/__42.html

Aber es ist üblich in D. - seit rund 400 Jahren -, dass der Arbeitgeber einen Vorschuss auf ausstehendes Gehalt gibt, insbesondere, wenn man einen Job aus der Arbeitslosigkeit heraus beginnt.

Und die ersten Tage kann man auch mit einer einfachen Fahrkarte fahren. Bis der Chef einen Vorschuss gewährt, oder das Jobcenter Hilfe aus dem Vermittlungsbudget.

Und bis das neue ALG II auf dem Konto ist am Freitag oder Samstag kommender Woche sind es auch nur max. sieben Hin- und Rückfahrten ;-).

Gruß aus Berlin, Gerd

weisserhai90 21.08.2013, 22:31

Hallo Gerd,

ich arbeite in 2 Märkten. Mo, Do in dem einen (4,40 tägl.) und Di, Fr bei dem anderen (auch 4,40 tägl.), wären unterm Strich 6x 4,40 = 26,40 und das habe ich nicht mehr. Bzw.. habe ich schon, aber irgend etwas essen muss ich ja auch noch.

Ist ein 450 Euro Job ein "versicherungspflichtiger Job" wie oben beschrieben?

LG nach Berlin.

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GerdausBerlin 21.08.2013, 22:53
@weisserhai90

Die meisten Leute schreiben, erst ab über 450 Euro ist es ein "versicherungspflichtiger Job", obwohl auch schon darunter der Arbeitgeber pauschal einen Sozialversicherungsbeitrag zahlt - und der Arbeitnehmer ein paar Euro für die Rentenvesicherung, falls er sich nicht davon auf Antrag befreien lässt. Siehe etwa da.

Wie das in § 44 SGB III gemeint ist und wie das in der Praxis und bei Gericht verstanden und gehandhabt wird, weiß ich nicht. Ich würde einfach einen Antrag stellen.

Bei 83 Stunden und 450 Euro würde ich aber eher den Staatsanwalt einschalten als noch Geld dazubuttern ;-).

Gruß aus Berlin, Gerd

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Hast du denn niemanden, der dir das privat vorstrecken kann?. Sonst kannst du ja versuchen einen Vorschuss vom JobCenter zu bekommen.

Ich kenne zwar euer Jobcenter nicht, aber bei unserem würde eine freundliche Nachfrage sicherlich dazu führen, dass man dir das Geld für die Fahrkarte als zinsloses Darlehen bzw. Vorschuss gewährt. Alles andere wäre auch dumm, da das JC ab deinem ersten Gehaltseingang Geld spart, da ein Teil deines Einkommens ja angerechnet wird, also insgesamt ein gutes Geschäft fürs JC. Bei 400.- Euro Einkommen sind es immerhin 240.- Euro die das JC weniger zahlt.

Ruf doch morgen früh gleich beim Amt an und frag nach, ob es eine Lösung gibt.

Das Jobcenter hat für solche Fälle nur das sog. Vermittlungsbudget. Und das ist nur für versicherungspflichtige Arbeit geschaffen. Da Gerdausberlin den schon zitiert hat, spare ich mir das.

Als "versicherungspflichtig" gilt Arbeit, die nicht geringfügig ist. Und was geringfügig ist, definiert § 8 SGB IV:

(1) Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn 1. das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt, 2. die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt.

Allein die Entrichtung von Beiträgen an die Sozialversicherung macht die Arbeit nicht versicherungspflichtig. Wenn dem so wäre, wäre alle Arbeit versicherngspflichtig und dann würde die Unterscheidung hier keinen Sinn machen.

Es ist also keineswegs undefiniert, was das heisst.

Das Jobcenter wird hier also nicht fördern.

Den Staatsanwalt halte ich hier auch für angebracht. Ebenso die Rentenversicherung.

Gehe einfach mal zum Arb.Amt, und frage ob Du die Fahrkarte ersetzt bekommst. Falls das nicht geht, kannst Du ja immer noch zum 01. anfangen :-)

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