Hartz 4, wer kennt sich ein bisschen aus?

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7 Antworten

Dazu müsste man den Bescheid schon einmal sehen um genau und korrekt antworten zu können !

Dem Gunde nach stünden dir ab dem 01.des Antragsmonats Leistungen zu,wenn du deinen Antrag also am 22.05.2017 ( Geburtstag ) gestellt hast,dann stünde dir im Normalfall ( bei Bedürftigkeit ) auch ab da Leistungen rückwirkend zu.

Nun  ist es aber im SGB - ll ( ALG - 2 oder auch Hartz - lV ) Bezug so,dass Gelder die im Monat ( Zuflussprinzip ) der Antragstellung oder dann im laufe des Leistungsbezuges zufließen ( auf dem Konto eingehen ) als Einkommen nach evtl.Berücksichtigung von Freibeträgen auf den Leistungsanspruch angerechnet werden.

So würde sich schon einmal erklären das du für den Mai keinen Anspruch hattest,wenn du nach Abzug von Freibeträgen vom Einkommen was du im Mai aufs Konto bekommen hast noch soviel anrechenbares Einkommen übrig hattest,dass du deinen Bedarf für den Mai daraus decken konntest.

Deshalb wurde dein Antrag dann erst ab dem 01.06.2017 bewilligt !

Warum du dann für den Juni nicht deinen vollen Leistungsanspruch bekommen hast kann meiner Meinung nach nur 2 Gründe haben.

Entweder hast du im Juni noch einmal Einkommen erhalten und das wurde wieder nach Abzug von Freibeträgen auf deinen Anspruch angerechnet oder du lagst im Juni etwas über deinem dir zustehenden sogenannten Schonvermögern und der Überschuss wurde dir als Einkommen auf den Juni Bedarf angerechnet.

An Schonvermögen kannst du inkl.aller verwertbaren Anlagen wie z.B. Lebensversicherungen / Bausparverträge / Aktien usw. und Geld pro vollendetem Lebensjahr 150 € haben + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen unter 21 Jahren würde dir der  Mindestbetrag von 3100 € + diese einmaligen 750 € zustehen.

Es müsste also geklärt werden wie alt du bist,ob du Single bist,was dir an vollem ALG - 2 für Juli und August gezahlt wurde,was du im Mai und evtl.Juni an Brutto und Nettoeinkommen oder anders Einkommen aufs Konto bekommen hast und was an oben genannten Vermögen vorhanden war.

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Ein Sachbearbeiter darf sich selbstverständlich nicht von persönlichen Motiven leiten lassen.

Hier ist eher zu vermuten, dass du im Juni noch Geldzufluss aus deiner früheren Tätigkeit hattest, und somit "weniger, oder gar nicht "bedürftig" warst.

Ansonsten hast du ja einen Bescheid mit Rechtsmittelbelehrung erhalten.

Du kannst also Widerspruch einlegen und wenn diesem nicht abgeholfen wird, vor dem Sozialgericht KOSTENLOS klagen.

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Warst Du denn auch im Mai schon arbeitslos und hattest du ab 1.5. Hartz IV beantragt? Wenn ja, müsste Dir ab 1.5. Hartz IV zustehen. - In dem Fall lege gegen den Bescheid Widerspruch ein mit eben dieser Begründung. Schau in den Bescheid, bis wann Du Widerspruch einlegen kannst. An dem genannten Datum muss der Widerspruch beim Jocenter eingegangen sein. Lass Dir den Eingang bestätigen (dazu gleich mehr).

Wegen der schleppenden Auszahlungen geh zum Jobcenter und lass Dich begleiten von einem Ämterlotsen (auch dazu gleich mehr). Auffallend oft sind Jobenter-Mitarbeiter deutlich korrekter im Gespräch und der Sachbearbeitung, wenn der "Kunde" sich von einem Ämterlotsen begleiten lässt.

.

Nun meine Hinweise, die ich Arbeitslosen (ALG 1 und ALG 2) reingebe, zum

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

.

ACHTUNG! - sehr wichtig für Hartz IV-Bezieher:

Folge den Dir aufgegebenen Mitwirkungspflichten wie Bewerbungen
schreiben, an Maßnahmen / Fortbildungen teilnehmen (auch falls Dir eine
der Maßnahmen blöd, unsinnig oder für Dich unangemessen erscheinen
mag). In solch einem Fall wende Dich an eine Arbeitsloseninitiative /
Arbeitslosenberatung / Rechtsberatung. - Bezüglich fehlender Mitwirkung
wurde das Gesetz für "Hartzis" krass verschärft, und das kann sehr
schmerzhafte finanzielle Folgen für Dich haben!

Das Jobcenter kann dann ihren "Kunden" berechnen, was das Jobcenter
hätte sparen können, hätte der "Kunde" die Anweisung befolgt und
dadurch Arbeit gefunden - und das nicht nur für die Vergangenheit,
sondern auch für künftige Jahre. (Das ist also ein Schauen-wir-mal-
in-die-Glaskugel-Gesetz, völlig gaga, leider aber real.) Und das kann
sehr, sehr, sehr teuer für den "Kunden" werden.

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Kommentar von isomatte
05.08.2017, 08:14

Man muss einen ALG - 2 Antrag nicht ab dem 01.eines Monats stellen,denn der Antrag greift automatisch auf den 01.des Antragsmonats zurück !

Auch dann ist es nicht gesagt das man dann für diesen Monat auch schon Anspruch auf Leistungen hat,da kommt es unter anderem darauf an,was im Monat der Antragstellung noch an Einkommen aufs Konto kommt  ( Zuflussprinzip ) und um was für Einkommen es sich handelt,also entweder um Erwerbseinkommen oder sonstiges Einkommen.

Wenn dieses Einkommen nach Berücksichtigung von Freibeträgen den Bedarf im Antragsmonat deckt,dann würde der Antrag erst im Folgemonat bewilligt,so wie es beim FS - der Fall war.


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Meines Wissens gilt ALG 2 (Hartz 4) ab Antragsdatum RÜCKWIRKEND bis zum ersten des Monats der Antragstellung, also nach Deiner Beschreibung noch für den ganzen Mai.

Allerdings ist das ALG 2 so kompliziert, dass ich nicht beurteilen kann, ob es andere Gründe gibt, die dazu führen, dass Du erst später Anspruch auf ALG 2 hast.

Ich würde auf jeden Fall Widerspruch einlegen, siehe hier:

http://www.hartziv.org/bescheid-und-rechtsbehelf.html

Ca. 30% der Widersprüche haben Erfolg. Kosten entstehen nicht.

Wenn Du nach deinem Heimatort oder der nächsten größeren Stadt mit Ortsname und ALG 2 Beratung suchst, finden sich auch ehrenamtliche Helfer, die Deinen persönlichen Fall prüfen und dich unterstützen.

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Hier fehlt die Information wann der Bescheid zugegangen ist und wie sich die Summe zusammensetzt.

Anhand deiner Schilderung ist es ein Raten ins Blaue.

Geringe Auszahlung in einem Monat als in anderen kann vieles bedeuten. Vorrangige Leistung, Einkommenszufluss, Zufluss NK-Erstattung, etc.

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Kommentar von schleudermaxe
06.08.2017, 07:02

.... vielleicht auch die Arbeitsuche zu spät angegangen?

Bei uns erwarten die den Antrag mit Beginn der Sachlage (Kündigung).

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.... so wie ich die Bescheide kenne, stehen die Gründe darin. Auch ein Vorschlag über die weitere Vorgehensweise wird aufgeführt.

Ich gehe davon aus, daß hier Sanktionen verhängt wurden, meist wird ja der Antrag zu spät gestellt und somit wird gekürzt.

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Kommentar von markusher
06.08.2017, 10:37

man kann natürlich auch mit glaskugel raten. warum sollten sanktionen verhangen werden? die werden nicht einfach beschieden, dazu müssen anhörungen durchgeführt werden.

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Arbeislosengeld II ist keine Grundsicherung, das sind zwei verschiedene Paragraphen

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Kommentar von kevin1905
05.08.2017, 13:03

Natürlich ist es das.

Grundsicherung für Arbeitssuchende heißt das SGB II.

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Kommentar von isomatte
05.08.2017, 13:11

Es gibt die Grundsicherung nach dem SGB - ll für Arbeit suchende ( ALG - 2 oder auch Hartz - lV ) vom Jobcenter und die Grundsicherung nach dem SGB - Xll ( vom Sozialamt ) im Alter und bei voller dauerhafter Erwerbsminderung !

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Kommentar von cyracus
05.08.2017, 18:58

Arbeislosengeld II ist keine Grundsicherung, das sind zwei verschiedene Paragraphen

Du meinst wohl, es sind zwei verschiedene Gesetze. Und:

ALG 1 ist eine Versicherungsleistung.

Es gibt verschiedene Arten von Grundsicherung:
     Arbeitslosengeld 2 = ALG II = Hartz IV (SGB II)
     Grundsicherung im Alter / bei Erwerbsunfähigkeit (SGB XII)
     Sozialhilfe (SGB XII)

Du gibst einen Link rein, der Text beginnt mit:

  • Arbeitslosengeld II und Sozialgeld sind Leistungen, die eine Grundsicherung des Lebensunterhaltes gewährleisten sollen.
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